Bassumer Ratsausschuss stimmt für kleineren Neubau und weitere Nutzung des alten Gebäudes

Neue Idee für die Zukunft des Kinderreichs

Der TSV will den Bolzplatz erhalten. Foto: Kollschen

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Ein wenig erinnerte die Situation im Sozialausschuss der Stadt Bassum an eine Zaubershow, wo der Magier ein weißes Kaninchen nach dem anderen aus dem Hut zieht. Das Publikum staunt – und spendet dann beeindruckt Applaus. In diesem Fall schlüpfte der Erste Stadtrat Norbert Lyko in die Rolle des Zauberers, der für drei Probleme drei Kaninchen – äh, Lösungen präsentierte, die alle von den Ausschussmitgliedern einstimmig empfohlen wurden. Unter anderem hat dadurch die Diskussion um die Zukunft des Kindergartens Kinderreich wieder einen neuen Dreh bekommen.

Denn der von fast allen Fraktionen gewünschte Neubau (wir berichteten) würde richtig teuer werden. Darauf wies Lyko zu Beginn seiner Ausführung hin. Mit 5,2 Millionen müsse gerechnet werden – und da sei der Standort noch nicht mit drin. Der ist ohnehin ein Problem. Als Idee steht der Bolzplatz im Raum, der an das Kinderreich grenzt. Doch „der TSV ist nicht glücklich über diesen Vorschlag“, so Lyko und betonte: „5,2 Millionen sind bei Weitem zu hoch. Wir brauchen auch Geld für unsere Feuerwehren und Schulen.“

Sein Vorschlag: ein Neubau – aber viel kleiner als der geplante. Dort werden dann nur drei Gruppen des Kinderreiches ausgelagert. Die übrigen beiden sowie die Krippe verbleiben im alten Gebäude. Denn „es hat zwar Mängel, aber es funktioniert. Zudem ist dort die Küche“, so Lyko. Um diese Mängel zu beheben, sollen 300 000 Euro in die Hand genommen werden. Der Neubau würde mit 2,7 Millionen zu Buche schlagen. Wo er stehen wird, ist noch nicht klar. Zusammengefasst: Bassum würde zwei Millionen sparen, wenn es sich für die neue Variante entscheidet.

Diese Aussicht fand Anklang. „Das hat nicht nur Charme, es ist auch notwendig“, meinte Jürgen Falck vom Bürgerblock. Es sei aber sinnvoll, den Neubau in der Nähe des Kinderreichs entstehen zu lassen. Das heißt, der Bolzplatz bleibt als Standort im Gespräch. „Vielleicht könnte man den in die Nähe des Naturbades legen“, schlug Falck vor. Rainer Hartmann (Grüne) stand der Idee mit dem Neubau positiv gegenüber, bat jedoch darum, intensiv über die Standortfrage nachzudenken. „Der Platz ist ein sozialer Raum, wir sollten ihn wie ein rohes Ei behandeln und ihn nicht einfach opfern. In der Nähe des Stiftsparks sehe ich ihn nicht.“

Michael Gillner (CDU) lobte Lykos Vorschlag als „hervorragend. Genau das, was wir brauchen.“ Lyko und sein Team haben somit den Auftrag bekommen, die Idee näher auszuarbeiten. Dazu werden auch die Mitarbeiter des Kinderreichs und die Eltern mit ins Boot geholt. Zudem wird das nötige Geld im Haushalt 2020 bereitgestellt. So viel zum ersten „Kaninchen“.

Das Zweite soll die Betreuungssituation in Bramstedt verbessern, wo sowohl eine Gruppe für Kinder über drei (Ü3) als auch unter drei Jahren (U3) fehlt. Für die Kleinsten kommt Hilfe in Form der Krippe am jetzigen Standort der Feuerwehr, mit deren Bau Mitte 2021 begonnen wird. Kosten: 504 000 Euro. Für die Kindergartenkinder soll das Dachgeschoss, das zurzeit als Lagerraum genutzt wird, umgebaut werden. 220 000 Euro müssten dafür bereit stehen. „Bitte stimmen Sie sofort zu, dann könnten wir 2020 beginnen“, bat Lyko – und bekam den Wunsch erfüllt. Jetzt gehen die Planungen weiter.

Kaninchen Nummer drei trägt das Schild Mütter-Kinder-Zentrum. Das bietet schon lange mit seinem Kindergarten eine sehr individuelle Betreuung, da Eltern ihr Kind dort auch nur zwei oder drei Tage vorbeibringen können, was viele gern nutzen. Allerdings kommt das Mükize so nicht auf die Höchststundenzahl und wird deswegen nicht vom Land gefördert wie andere Kindergärten. Bisher teilen sich Stadt und Landkreis die Kosten. „Doch das Mükize möchte nun eine richtige Kita werden, die vom Land getragen wird“, so Lyko. Dadurch entstünden acht Plätze für U3- und acht Plätze für Ü3-Kinder.

Damit das gelingt, ist ein Umbau des Gebäudes nötig, das der Stadt gehört. 300 000 Euro wird der kosten. 120 000 bringt das Mükize selbst auf, 60 000 gibt das Land. Die Stadt müsste 180  000 Euro beisteuern. Die Ausschussmitglieder stimmten dafür, die Idee weiter zu verfolgen und Geld bereitzustellen.

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