Neubruchhausens neuer Ortsvorsteher

Gute Grundlagen, aber auch noch Nachholbedarf

Werner Wisloh hat für die Wünsche aus der Dorfgemeinschaft stets ein offenes Ohr. Ortsvorsteher vor Ortsschild
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Werner Wisloh hat für die Wünsche aus der Dorfgemeinschaft stets ein offenes Ohr.

Noch ist die Politik für Werner Wisloh Neuland. Doch das hält ihn nicht davon ab, sich für seinen Ort und die Belange der Bewohner einzusetzen. Seit November ist er Neubruchhausens Ortsvorsteher und tritt damit die Nachfolge von Hendrik Bülter an. „Als ich mitbekommen habe, dass Hendrik Bülter das Amt nicht länger übernehmen will, habe ich mich aufstellen lassen“, blickt Wisloh zurück.

Dieser Schritt sei gut überlegt gewesen, denn als politischer Neuling müsse er sich noch in die Abläufe und Zuständigkeiten einfinden. Im Vordergrund steht für ihn, „etwas für den Ort zu tun“. „Dabei ist nicht die Partei entscheidend, sondern Bürgernähe“, unterstreicht Wisloh, der für jeden Wunsch und Anregungen ein offenes Ohr hat.

Seine Motivation: Die Ortschaft soll auch in Zukunft gut im Rat und in den Ausschüssen der Stadt Bassum vertreten sein. Jetzt heißt es für den Neubruchhausener „Learning by Doing“, sagt er mit Blick auf die Aufgaben, die mit dem Ehrenamt einhergehen. „Mir war tatsächlich gar nicht bewusst, was auf mich zukommt“, erinnert er sich an seine erste Amtshandlung: die Rede anlässlich des Volkstrauertags.

Enger Austausch mit dem Vorgänger

Doch Wisloh kann jederzeit auf die Erfahrungen seines Vorgängers zurückgreifen. „Wir stehen im engen Austausch“, sagt Wisloh, der derzeit in alten Sitzungsprotokollen von Ausschüssen liest. „Ich muss wissen, was zuletzt diskutiert wurde.“

Der 59-Jährige ist tief verwurzelt in Neubruchhausen – in Bassum geboren, und außer dem Studium und weniger beruflicher Stationen in anderen Orten hat er sein gesamtes Leben dort verbracht. „Neubruchhausen ist meine Heimat. Da kam nie etwas anderes infrage“, sagt er voller Überzeugung. Seine Heimatverbundenheit lebt er auch über die Vereinsarbeit aus: 2002 übernahm Wisloh die Funktion des Vereinsvorsitzenden des TSV Neubruchhausen. „Ich kann sicherlich beide Ämter gut ausfüllen“, ist Wisloh überzeugt, dass sich Synergien nutzen lassen. Aber nicht nur über den Sport habe er bereits gute Netzwerke aufbauen können. Als Ortsvorsteher sieht sich Wisloh als Bindeglied zwischen Ort und dem Rat der Stadt Bassum.

„Neubruchhausen ist nicht uninteressant“, macht der Ortsvorsteher Werbung und nennt die Wanderwege sowie gute Gastronomieangebote als attraktive Bereiche. Ein weiterer Pluspunkt sei das Miteinander im Dorf. „Wir haben ein sehr intaktes Vereinsleben“, sagt Wisloh und bezieht diese Aussage auf die insgesamt elf Vereine, die im regen Austausch stehen. Sehenswürdigkeiten, die laut Wisloh zur guten Außendarstellung beitragen, sind unter anderem die Alte Oberförsterei, das Scheunenviertel und die Wassermühle. Für die junge Generation sei der Internetauftritt interessant. „Über die Homepage und weitere Medien informieren wir über aktuelle Sachen.“

Neues Baugebiet am Jakobsberg

Dass es aber in einigen Bereichen Nachholbedarf gibt, verschweigt Werner Wisloh nicht. Baugebiete seien immer wieder ein Thema, doch es zeichne sich mit dem neuen Baugebiet am Jakobsberg eine Veränderung ab. 20 Jahre nach dem zuletzt ausgewiesenen Areal „Schewe Kämpe“ entstehen dort auf rund 18 000 Quadratmetern bis zu 16 Bauplätze.

Besonders stolz ist man in der 1200-Einwohner starken Ortschaft auf den Bildungs-campus. „Das Projekt läuft dank des Engagements der Verantwortlichen sehr gut. Aber wir müssen nun die Schülerzahlen hochbringen“, sagt Wisloh. „In den vergangenen Jahren ist viel angeschoben worden“, freut sich der Ortsvorsteher darauf, in die Fußstapfen von Hendrik Bülter zu treten. Wisloh ist der inzwischen fünfte Ortsvorsteher Neubruchhausens seit der Eingemeindung im Jahr 1974 und ist „guter Dinge für die Zukunft“. „Es wurde schon viel erreicht, aber es gibt noch weitere Herausforderungen“, fasst Wisloh zusammen. Auf seinem Zettel stehen bereits einige Projekte. „In Sachen Radweg warten wir schon ewig“, bedauert Wisloh. Aber auch der Durchgangsverkehr und damit verbundene Lärm sei für die Anwohner eine Belastung. Wisloh möchte diese und weitere Aspekte bei der Stadt Bassum vorantreiben. Darüber hinaus seien die ersten Anliegen bereits an ihn herangetragen worden, freut sich der engagierte Neubruchhausener über das Vertrauen der Einwohner. Es sei etwa um Straßenschilder oder den Friedhof gegangen.

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