Der Ort präsentiert sich auf verschiedenen Plattformen im Internet

Neubruchhausen auf allen Kanälen

Zu dritt für mehr Gemeinschaft und Informationen rund um Neubruchhausen: Raimund Schrader (von links), Kai Uwe Bohn und Maik Dannemann.  
Foto: Kreykenbohm
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Zu dritt für mehr Gemeinschaft und Informationen rund um Neubruchhausen: Raimund Schrader (von links), Kai Uwe Bohn und Maik Dannemann. Foto: Kreykenbohm

Neubruchhausen – Corona heißt Abstand halten, weniger Freunde und Bekannte treffen. Das Todesurteil für den beliebten kleinen Schnack. Auch in Neubruchhausen. Wie kann man die Leute trotzdem zusammenbringen, sie wissen lassen, was andere Anwohner gerade so machen und dem aufkeimenden Frust entgegenwirken?

Kai Uwe Bohn hatte eine Idee, schnappte sich seine Kamera und besuchte verschiedene Neubruchhausener. Bekannte Gesichter wie Holger Rullhusen vom Mühlenverein oder Andree und Anne Meyer vom Gasthaus Zur Post – und vielleicht weniger bekannte wie Luca und Leni, die zum Nachwuchs des Dorfes gehören.

Jeder von ihnen erzählt kurz und knackig, wie er die Zeit erlebt, was er macht und gibt dem Zuschauer liebe Grüße und aufmunternde Worte mit auf den Weg, die selbst dem Nicht-Neubruchhausener ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

„Neubruchhausen pfeift auf das Virus: Wir halten durch“ lautet der Titel des Videos – das im Grunde ein Nachfolger von „Neubruchhausen – wir schaffen das“ ist. Beide Videos sind auf dem Youtube-Kanal Neubruchhausen.de zu finden. Weitere, liebevoll gestaltete Kurzfilme behandeln die Winterwanderung, den geplanten Radweg zwischen Neubruchhausen und Bassum und einen besonders schönen Treffpunkt in Neubruchhausen, den Bohn einmal vorstellen wollte.

Alle Filme haben die gleiche Intention: Sie sollen die Zuschauer informieren und gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl im Ort weiter stärken. „Der Kanal hat bisher 17 Abonnenten, aber die Klickzahlen liegen viel höher. Der Bericht über die Demo für den Fahrradweg hat zum Beispiel mehr als 1000  Klicks“, freut sich Bohn über das Interesse.

Doch Youtube ist nur einer von mehreren Kanälen, die Kai Uwe Bohn, Raimund Schrader und Maik Dannemann unter dem Logo Neubruchhausen.de bespielen, um so viele Neubruchhausener wie möglich zu erreichen. „Die Idee von einer eigenen Homepage ist nicht neu. Es gab früher eine Seite, die hieß Bassum-Neubruchhausen, aber die war schwer aktuell zu halten“, berichtet Dannemann. Also richtete er 2010 erst mal eine eigene Facebook-Gruppe ein: „Unser schönes Neubruchhausen“.

Heute heißt sie Neubruchhausen.de. Dort werden Artikel und Infos über den Ort gepostet. Diese Gruppe wird sorgfältig gepflegt, denn: „Internet-Trolle, die nur meckern und herumpöbeln, die wollen wir da nicht“, so Dannemann. „Kritik und Anregungen sind natürlich erwünscht – aber konstruktiv und sachlich.“

Jeder Beitrag wird geprüft. Und wer sich nicht an die Etikette hält, fliegt raus. „Wir möchten einen netten Umgangston“, betont Dannemann. Wer in die Gruppe aufgenommen werden will, muss erklären, in welchem Bezug er zu Neubruchhausen steht, ob er dort lebt, dort hinziehen möchte oder sich vielleicht so für den Ort interessiert. Wer keine vernünftige Erklärung gibt, kommt gar nicht erst rein.

Schrader fügt hinzu: „Wir wollen eine positive Stimmung generieren und die Leute dazu motivieren, auch mal selber was in die Hand zu nehmen. Nicht nur zu beklagen: ,Da liegt Müll’, sondern zu posten: ,Hier habe ich Müll aufgesammelt’.“

Doch weil Bohn, Schrader und Dannemann wissen, „dass Facebook eher was für alte Leute ist, so wie uns“, wie sie mit einem Augenzwinkern sagen, ist Neubruchhausen.de auch auf Instagram zu finden. „Dort haben wir schon knapp 100 Abonnenten und bekommen viele Rückmeldungen“, weiß Bohn. „Über diese Plattform wollen wir die jüngeren Leute erreichen.“

Doch das größte der digitalen „Babys“ ist die neue Homepage, die 2019 an den Start gegangen ist. Dort soll alles, was Neubruchhausen zu bieten hat und den Ort betrifft, zu finden sein. Vernetzung ist das Stichwort. So stellen sich dort beispielsweise alle Vereine vor. „Auf diese Weise haben einige Neubruchhausener Vereine kennengelernt, von denen sie gar nicht wussten, dass es sie gibt“, freut sich Dannemann. Er nimmt sich da gar nicht aus und erzählt, wie er auf diese Weise auf die Arbeit des SoVD aufmerksam wurde und spontan eintrat.

„Wir helfen auch Leuten, die nicht so medienaffin sind, sich dort zu präsentieren“, sagt Schrader. Das DRK biete zum Beispiel oft spannende Vorträge, mache das aber nicht so stark publik. Neubruchhausen.de will Abhilfe schaffen.

All diese verschiedenen Plattformen zu bespielen, kostet natürlich viel Zeit und Arbeit. Dannemann, Schrader und Bohn machen es ehrenamtlich und neben ihrem Job. Aber die positiven Rückmeldungen motivieren die drei, die sich auch immer über Hinweise und Ideen für neue Projekte freuen. „Wir stärken dadurch das Gemeinschaftsgefühl in Neubruchhausen, und Zugezogene und Einheimische kommen schneller in Kontakt“, glaubt Dannemann, und Bohn fügt hinzu: „Dieses Dorf ist es wert.“

Von Julia Kreykenbohm

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