Neubruchhäuser Hartwig Hornbostel stört sich an der Toilettensituation und ungepflasterten Wegen auf dem Friedhof

Dixi-Klo ist eine „Schweinerei“

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In einer Ecke des Friedhofs steht versteckt das Dixi-Klo.

Neubruchhausen - Von Maik Hanke. Gerne und oft geht Hartwig Hornbostel über den Friedhof in Neubruchhausen. „Der Friedhof entwickelt sich immer mehr zu einer richtigen Parkanlage“, schreibt Hornbostel in einem Brief an die Redaktion. Doch so schön der Friedhof auch ist, an zwei Sachen stört sich Hornbostel gewaltig: die Toilettensituation und die ungepflasterten Wege.

Auf dem Friedhof gibt es keine festinstallierte Toilette – nur ein Dixi-Klo. Im Frühjahr habe eine Beerdigungs-Gesellschaft um Hornbostel ein derart dreckiges Klo vorgefunden, dass dort niemand seine Notdurft verrichten konnte.

Das sei ein Einzelfall gewesen, versichert Sabine Marx, bei der Stadt Bassum zuständig für den städtischen Friedhof Neubruchhausen. Der Fall sei schon einige Monate her, vorher und nachher habe es nie Probleme oder Beschwerden gegeben.

Friedhofspflegerin Erika Bobrink bestätigt: Die Toilette sei nach dem Vorfall ersetzt worden und wird seitdem regelmäßig von einer externen Firma sauber gehalten.

„Manche stoßen sich daran, dass auf dem Friedhof eine Dixi-Toilette steht“, sagt Bobrink. Zu denen gehört auch Hornbostel, gibt er zu.

Bobrink hingegen ist froh, dass es mittlerweile immerhin diese Möglichkeit gibt. Diese existiert erst seit zweieinhalb Jahren, als der Friedhof auch für Bassumer geöffnet wurde. Daraufhin stellte die Stadt ein Klo-Häuschen auf.

Hornbostel stößt sich auch daran, dass die Toilette nicht dauerhaft geöffnet ist. Nur wenn Erika Bobrink auf dem Friedhof arbeitet und wenn Beerdigungen sind.

„Es soll so bleiben, wie es ist“, sagt Marx nach Rücksprache mit Bürgermeister Christian Porsch über die Situation. Die Installation einer richtigen Toilette in der Kapelle ist kein Thema. Bisher habe es keine Nachfrage danach gegeben, schließlich wohnen die meisten Friedhofsgänger nicht weit entfernt. Außerdem sei Erika Bobrink täglich mehrere Stunden vor Ort – dann sei das Toiletten-Häuschen auch offen.

„Eine Schweinerei“, findet Hornbostel. Denn gerade Menschen mit Handicap – Alte und Behinderte – „haben Riesenprobleme, auf so ein Klo zu gehen“.

Hornbostels zweites Problem sind die Friedhofswege. Bisher sind nur die Hauptwege gepflastert. Hornbostel möchte vor den zwei Gräbern, die er pflegt, Gehwegplatten verlegen, denn nach Regengüssen sei es immer „unheimlich matschig“. Aber die Stadt sagt Nein.

Der Grund: „Die Unterhaltungspflicht liegt bei der Stadt“, erklärt Sabine Marx. Die Stadt könne nicht riskieren, dass durch eigenmächtiges Verlegen von Platten zusätzliche Stolperfallen entstehen. „Es sind ja nicht nur junge Leute auf dem Friedhof, sondern auch ältere.“ Außerdem solle der Friedhof ein einheitliches Bild abgeben. Die Stadt selbst könne es sich derzeit finanziell nicht leisten, die Wege professionell pflastern zu lassen.

Hornbostel sagt, er wäre bereit, seinen Anteil an den Bau-Kosten zu tragen. Das gilt auch für die Toilettensituation: Wenn die Stadt eine Toilette fest installieren würde, sei er bereit, dafür eine Erhöhung der Friedhofsgebühren hinzunehmen.

Hornbostel will sich weiter einsetzen, den Kontakt zum Bürgermeister suchen und nach Möglichkeit einen politischen Antrag auf den Weg bringen. Damit er demnächst noch lieber über den Friedhof gehen kann.

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