Naturschutzverbände gegen Sondergebiet Wind / Sorge um Vogelwelt / Bitte um Spenden

Letzter Ausweg: Klage

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Erika Hollwedel, Anni Wöhler-Pajenkamp und Henning Greve kündigen Widerstand an.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Erika Hollwedel kennt die Streitheide am Friedeholz wie ihre Westentasche. Sie ist täglich dort unterwegs, streift in Gummistiefeln und mit Feldstecher durch die Wäldchen und Felder. Hollwedel notiert, was sie sieht. „Von wegen, hier brüten keine Greifvögel“, schnaubt sie verächtlich und marschiert voran. „Dort ist der Horst eines Mäusebussards, sehen Sie. Der ist jetzt natürlich leer. Da hinten ist das Revier eines Turmfalkenpaares.“ Sie dreht sich um und zeigt in die andere Richtung. Dort vermutet sie den Horst eines Baumfalken. Hollwedel zählt auch Wiesenweihe und andere auf.

Ihre Beobachtungen hat sie fein säuberlich auf einer Karte vermerkt und an die zuständigen Stellen geschickt, die über das Planvorhaben Sondergebiet Wind westlich der L776 entscheiden. Doch sie findet ihre Ausführungen nicht ausreichend berücksichtigt.

Eine fundierte Abwägung vermissen auch die Naturschutzverbände BUND und Nabu. Henning Greve (BUND Syke) und Anni Wöhler-Pajenkamp (Nabu Syke) haben in den vergangenen zwei Jahren seitenlang Einwände erhoben. „Vieles davon wurde nach der Auslegung nicht eingearbeitet“, kritisiert Wöhler-Pajenkamp.

Mittlerweile haben sich die Verbände Rat bei einer Rechtsanwältin eingeholt. Sollten sie weiterhin kein Gehör finden, wollen sie den Klageweg beschreiten. „Dafür benötigen wir dringend Spenden“, wirbt Greve um Unterstützung.

Dass sie das Windkraftgebiet nicht verhindern können, sei ihnen bewusst. „Obwohl das Gebiet der völlig falsche Standort ist“, sagt Greve. Er wäre schon zufrieden, wenn „wir einen Kompromiss finden würden“. Die Ränder zum Friedeholz sollten unbedingt frei bleiben und die Anlagen müssten einen ausreichenden Abstand zu den wertvollen Biotopen einhalten.

Die derzeitige Planung geht von 14 Anlagen aus. Wobei zwei nachgebessert würden. Greve: „Ein Standort könnte die Richtfunktrasse der Polizei beeinträchtigen. Ein anderer ist zu dicht am Schlatt.“ Bleiben noch zwölf. „Zu viel“, sagt Greve und deutet auf die Fähnchen im Boden, die die Standorte markieren.

„Was eine solche Planung anrichtet, wird man erst in 20 Jahren sehen“, sorgt sich Anni Wöhler-Pajenkamp um die wertvollen avifaunistischen Bestände. Sie sieht Greifvögel, Schwarzstorch und die dort vorkommenden Fledermaus-Arten in Gefahr. Sie vermisst in den Plänen auch die Einarbeitung einer im Oktober 2014 erarbeiteten Richtlinie zur Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landschaftspflege des Niedersächsischen Landkreistages. Darin geht es um Abschaltzeiten zum Schutz von Fledermäusen.

Kontakt: Anni Wöhler-Pajenkamp (04241/4629); Henning Greve (04242/3090).

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