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Hoffnungen für Badesaison 2023 in Bassum

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Von: Anika Seebacher

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Norbert Lyko (links) und Christian Porsch im Naturbad Bassum.
Norbert Lyko (links) und Christian Porsch freuen sich auf die Badesaison 2023. Dann soll das Bassumer Naturbad nach umfangreicher Renovierung wieder öffnen. © Seebacher

Bei den Umbauarbeiten am Bassumer Naturbad heißt es Warten auf die Baugenehmigung. Bevor das Bad wieder öffnet, soll auch der zweite Abschnitt umgesetzt werden, um ein fertiges Ergebnis zu präsentieren.

Bassum – Vielerorts öffnen gerade die Freibäder ihre Türen. Der Sprung ins kalte Nass unter freiem Himmel ist in Bassum allerdings noch nicht möglich. Das Naturbad bleibt weiter geschlossen. Norbert Lyko als Vertreter des Bauherren und Bürgermeister Christian Porsch gewähren einen Blick hinter das seit 2021 verschlossene Tor.

Becken sind fertig, Sanitärgebäude und Eingang fehlen

Die Becken sind zur Hälfte mit Wasser gefüllt, darauf allerlei Blütenstaub und kleine Insekten, der Sprungfelsen steht verlassen am Rand und dem Bereich für Kleinkinder fehlen die Spielattraktionen. Im Naturbad bleibt es auch in diesem Sommer ruhig, zumindest was die Badegäste angeht. Denn es stehen noch diverse Arbeiten an. Zwar ist der erste Bauabschnitt bereits abgeschlossen und man hätte öffnen können, berichtet Norbert Lyko. Aber die Verantwortlichen haben sich entschieden, auch den zweiten Bauabschnitt umzusetzen, um am Ende ein Gesamtergebnis präsentieren zu können. „Ich drücke jeden Tag die Daumen, dass wir im nächsten Jahr loslegen können“, sagt Lyko.

Rückblick: In der ersten Bauphase stand die Renovierung der Becken auf der Agenda, zuletzt gab es neue Folien und Fliesen. Ebenfalls neu ist der Mittelsteg. Bei diesem Element sei es zu Verzögerungen gekommen, blickt Lyko zurück. Als Holz in der Pandemie knapp wurde, habe man sich für Recycling-Kunststoffplatten als Alternative entschieden. „Die sind langlebiger und haben eine Garantie von 25 Jahren“, erläuterte der ehemalige Erste Stadtrat, der die Sanierung in seiner Pension weiter für die Stadt Bassum als Eigentümer und Betreiber des Bades betreut.

Nassfilter wird ebenfalls erneuert

Als Nächstes kümmern sich die Fachleute um den Nassfilter nahe des Sprungfelsens. „Der alte Filter hätte noch zwei Jahre gehalten, aber da wir gerade am Erneuern sind, können wir das mit angehen“, so Lyko. Bei diesem Filter handelt es sich um ein bepflanztes Beet, in dem durchströmendes Wasser gereinigt wird. Ein zweiter Filter, ein sogenannter Neptunfilter, eliminiert auf der anderen Seite auf biologische Weise Keime und andere organische Verbindungen. Schließlich funktioniert das Naturbad vollkommen ohne Chlor.

Doch warum ist es auf dem Gelände so still, wenn noch ein kompletter Bauabschnitt aussteht? Die Stadt wartet auf die Genehmigung des Bauantrags für das neue Sanitärgebäude, die Zuwegung und die dazugehörige Brücke, erklärt Bürgermeister Porsch. „Es nimmt alles seinen behördlichen Gang“, ergänzt Lyko. Er will sich bezüglich des Zeitplans nicht festlegen. Wie bei jedem Bauprojekt seien noch Einsprüche möglich, ebenso könnten die Behörden Auflagen stellen. Unter anderem habe die Wasserschutzbehörde des Landkreises einen Blick auf die Arbeiten. „Es handelt sich um ein schwieriges Grundstück“, weiß Christian Porsch und verweist auf das Überschwemmungsgebiet, in dem sich das Naturbad befindet.

Einladendes Portal direkt am Parkplatz

„Die Bauphase wird am Ende nicht lange dauern“, gibt sich Porsch optimistisch. Zunächst steht, sobald die Genehmigung vorliegt, der Abriss des alten Sanitärbereichs an. Im neuen Gebäude mit Holz- und Steinfassade können die Badegäste künftig duschen und sich umziehen. Außerdem lädt im westlichen Bereich ein Café zum Verweilen ein. Der gesamte Eingang wird den Plänen nach in Richtung Parkplatz verlagert und soll mit einem ansprechenden Portal Gäste empfangen. Dort sind auch zwei Brücken vorgesehen. „Außerdem machen wir den Weg neu“, sagt Porsch.

Es darf am Ende nicht das Doppelte kosten.

Bürgermeister Christian Porsch

Das von Lyko als „Perle der Naherholung“ bezeichnete Naturbad hat ihm zufolge bislang Baukosten in Höhe von rund drei Millionen Euro verursacht, auf rund 1,1 Millionen Euro belaufen sich die Zuschüsse. Wie sich die Kosten entwickeln, ließe sich in der aktuellen Situation nicht sagen, geben sich Porsch und Lyko vorsichtig. „Wir haben noch keine Angebote vorliegen, aber sicherlich werden die Preise nicht fallen“, meint Porsch. Das müsse man hinnehmen. „Wir hoffen, dass wir im Rahmen bleiben“, erläutert der Verwaltungschef und betont: „Es darf am Ende nicht das Doppelte kosten.“

Fernwärme sorgt für konstante Wassertemperatur

Am Rande äußert sich Porsch zur Beschilderung: „Aktuell können Ortsfremde das Bad nur schlecht finden.“ Daher werde es größere Hinweisschilder am Parkplatz an der Bremer Straße geben. Dort entstehen zudem sechs Wohnmobilstellplätze. Und es gibt noch eine Neuerung: Künftig wird das Wasser mit Fernwärme der AWG auf etwa 22 Grad Celsius geheizt. „Es gibt aktuell eine Übergangstechnik. Die Leitungen müssen noch verlegt werden“, sagt Porsch. Diese verlaufen vom Bassumer Krankenhaus zum Bad. „In der Klinik wird im Sommer weniger Wärme benötigt. Das kommt uns hier zugute“, so der Bürgermeister. Denn bislang habe gerade zu Beginn der Saison das kalte Wasser einige Schwimmer abgeschreckt. Zu warm dürfe das Wasser aber auch nicht sein, so Porsch. Schließlich würden die Mikroorganismen, die im Naturbad für Sauberkeit im Becken sorgen, bei zu hohen Temperaturen bewegungsunfähig und könnten ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen.

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