Nach Sand kam Torf

Arbeiten am Hotel Wassermühle gehen voran

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Holger Rullhusen vor der Fachwerkscheune in Neubruchhausen.

Neubruchhausen - Von Frauke Albrecht. Einmal Bauherr und nie wieder – schon so mancher Häuslebauer hat sich vor Verzweiflung die Haare gerauft. Vor allem alte Häuser entpuppen sich als Wundertüten, in denen viele böse Überraschungen auf die Bauherren warten.

Holger Rullhusen aus Neubruchhausen hat gleich drei Wundertüten gekauft. Er baut das Wohnhaus an der Wassermühle Neubruchhausen und die beiden dazugehörigen Scheunen um. Noch hat er seinen Optimismus nicht verloren. „Ich bin bis jetzt sehr zufrieden.“

Zwar musste er zwischendurch einige schlechte Nachrichten verdauen – unter anderem, dass unter den beiden Scheunen kein Fundament vorhanden war. „Nach Sand kam Torf“, berichtet Rullhusen. Da half nur noch eine Pfahlgründung. Die Arbeiter bohrten für die historische Fachwerkscheune zwölf Stahlpfähle in die Erde. Für die danebenstehende Backsteinscheune waren sogar 19 Standbeine notwendig. „Ich hoffe, dass wir das nicht auch noch beim Hotel machen müssen.“

Am Hauptgebäude hat sich noch nichts getan

Am Hauptgebäude hat der Bauherr noch nichts getan. „Wir haben Fördermittel beantragt. Deshalb mussten wir mit dem Baubeginn warten.“ Die gute Nachricht kam vor zwei Wochen: Das Amt für Regionale Landentwicklung unterstützt ihn mit 65 000 Euro, die Stadt Bassum steuert ebenfalls 65 000 Euro bei. Geschätzte Baukosten: 1,8 Millionen Euro.

Die Arbeiten an den Scheunen laufen bereits auf Hochtouren. Die Fachwerkscheune, so hofft Rullhusen, soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Das Fundament ist gegossen, das Fachwerk ist ausgebessert und erneuert. Noch fehlen die Innenwände mit Lehmdämmung, das Dach, die Elektrik und Versorgungsleitungen. Rullhusen plant einen Raum für Familienfeiern und Veranstaltungen – inklusive Theke und Toiletten. Die Betreiber des Mühlencafés, zugleich die künftigen Pächter des Hotels, warten bereits sehnsüchtig darauf.

Eine große Küche, Seminarraum und die Haupttoilettenanlage entstehen in der Backsteinscheune. Im oberen Stock sind zudem vier Gästezimmer mit Gaubenfenstern vorgesehen. Die sehen nicht nur schön aus, sondern dienen gleichzeitig als zusätzlicher Fluchtweg.

Glasdurchgang soll Scheunen verbinden

Ein Glasdurchgang soll die beiden Scheunen miteinander verbinden. „So gelangen die zubereiteten Speisen auf dem schnellsten Weg zu den Feiernden. Und die Gäste kommen trockenen Fußes zu den WCs.“ Der Durchgang dient gleichzeitig als Eingang. Hinter den Scheunen plant Rullhusen eine große Außenterasse mit Blick auf den Mühlenteich. Er rechnet nächstes Jahr mit der Fertigstellung der Backsteinscheune.

Konkrete Aussagen zum Hotel wagt Rullhusen noch nicht – das könnte die größte Wundertüte sein. „Die Bausubstanz sieht gar nicht so schlecht aus“, gibt er den ersten Eindruck wieder. In die Tiefe habe noch keiner geblickt. Der erste Schritt sieht die Entkernung des Gebäudes vor, der zweite den Bau von sieben Gästezimmern – sechs Doppel- und ein Einzelzimmer. Zusätzlich sind Rezeption, Sozialraum und Büro geplant. „Ich wusste vorher, dass es ein längeres Projekt wird“, sagt Rullhusen. Was ihn beruhigt: „Ich habe ein tolles Handwerkerteam.“

Unabhängig von den Arbeiten an Hotel und Scheunen kommt die Restaurierung der Wassermühle voran. Dafür ist der Verein Wassermühle Neubruchhausen verantwortlich.

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