Übung für die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr

Nach dem Piep bleiben drei Minuten Zeit

Am Ende wartete noch eine kräftezehrende Übung mit einem Vorschlaghammer. - Fotos: Albrecht

Ringmar - Von Frauke Albrecht. So richtig gemein wurde es zum Schluss der Übung. Nach einem Hindernisparcours, den die Atemschutzgeräteträger der Stadt Bassum in voller Montur durchlaufen mussten, hatten sich Ringmars Ortsbrandmeisterin Mareike Landwehr und ihr Stellvertreter Rene Laurinat noch eine Übung ausgedacht, die alle Teilnehmer so richtig ins Schwitzen brachte. Sie sollten mit einem großen Vorschlaghammer einen Autoreifen mehrere Meter weit über den Boden schlagen. Damit hatten ohne Ausnahme alle ihre Mühe. „Das kostet Luft“, weiß Stadt-Atemschutzwart Carsten Schwemme, der die Übung begleitete.

Einmal im Jahr sind alle Atemschutzgeräteträger der zwölf Bassumer Ortsfeuerwehren zu einer Übung geladen. In diesem Jahr war die Feuerwehr Ringmar Ausrichter. Landwehr und Laurinat hatten sich noch weitere Besonderheiten für ihre Kollegen ausgedacht – die Trupps mussten unter anderem auf allen Vieren einem Schlauch folgen. Das Knifflige daran war, dass sie nichts sehen konnten, und auch der Weg durch Seile und Metallkäfige versperrt war.

65 Teilnehmer kamen gesund durch den Parcours

An einer weiteren Station mussten die Einsatzkräfte das Funken üben. „Das ist immens wichtig, denn die Maske verzerrt die Stimme. Man muss laut und deutlich sprechen“, berichtete Schwemme. Die eine Hälfte des Trupps bekam ein Bild in die Hand gedrückt, die andere stand vor verschiedenen Schlauchteilen und sollte diese nach Funkanweisung der anderen zusammenbauen. „Gut, wenn man die Bezeichnungen der Teile kennt“, schmunzelte Pressesprecher Peter Cordes, der die Übung verfolgte. Am Ende gab es für alle noch eine kurze Erklärung der Wärmebildkamera.

Von den 65 Teilnehmern kamen alle gesund durch den Parcours, aber nicht bei allen reichte die Atemluft. Die meisten benötigten um die 25 Minuten. „Die Luft in der Flasche reicht in der Regel für 30 Minuten“, berichtete Cordes. Je nach Kondition verbrauchen die Träger mehr oder weniger. „Es macht sich sofort bemerkbar, wenn jemand gesundheitlich nicht auf der Höhe ist oder am Abend vorher gefeiert hat“, weiß der Feuerwehrpressesprecher.

Sauerstoffverbrauch abhängig von der Fitness

Damit der Träger nicht überrascht wird, deutet sich das Ende des Luftvorrats durch ein lautes Piepen an. Cordes: „Dann bleiben einem etwa drei Minuten, um raus zu kommen.“

Erst sollten die Atemschutzgeräteträger durch einen Hindernisparcours krabbeln.

Der Sauerstoffverbrauch ist abhängig von der Fitness. Deshalb ist Sport derzeit bei der Feuerwehr ein großes Thema. Das bestätigte der Sicherheitsbeauftragte Heino Schlottmann. Auf Kreisebene habe man entschieden, ab 2017 Feuerwehrsport anzubieten. Auf freiwilliger Basis, versteht sich. Die Belastung gerade für Atemschutzgeräteträger sei erheblich. „Wir halten Sport als präventive Maßnahme für ganz wichtig“, so Schlottmann. Man wolle so einem bundesweiten Trend vorbeugen. Immer häufiger komme es vor, dass Einsatzkräfte den Belastungstest beim Arzt nicht bestehen, weil sie nicht über die entsprechende Fitness verfügen. Schlottmann betont: „Bei uns ist das kein Problem. Wir wollen vorbeugen.“

Insgesamt gibt es in Bassum etwa 180 Atemschutzgeräteträger. Da nicht alle gleichzeitig an der Übung teilnehmen können, wird es am Sonnabend eine Fortsetzung geben.

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