Nach 15 Jahren Ratsarbeit ist Schluss

CDU-Politiker Rolf Lahmeyer hört auf

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Rolf Lahmeyer genießt künftig mehr freie Zeit. Er wird im neuen Rat nicht vertreten sein.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Der Breitbandausbau im Landkreis Diepholz ist dafür verantwortlich, dass Rolf Lahmeyer nicht mehr in den Genuss kommt, seine letzte Sitzung als Ratsvorsitzender zu leiten. „Ich hatte um Verlegung gebeten. Doch das Thema ist dringlich“, erklärt der CDU-Ratsherr.

Heute Abend tagt der alte Rat – zum letzten Mal vor der konstituierenden Sitzung am 1. November. Doch gerade heute ist Lahmeyer verhindert. Es wäre seine letzte Sitzung gewesen, denn er hatte sich nicht wieder zur Kommunalwahl aufstellen lassen. „15 Jahre Rat, 13 Jahre Ortsvorsteher in Neubruchhausen und fünf Jahre Ratsvorsitzender sind genug“, antwortet er auf die Frage nach den Gründen.

Er habe schon vor zwei Jahren bekannt gegeben, nicht mehr kandidieren zu wollen. Er sei damit zwar nicht hausieren gegangen, aber „die, die es wissen müssen, wussten Bescheid“.

„Das Verhältnis von Zeitaufwand zu politischen Entscheidungen ist gefühlsmäßig immer aufwendiger geworden“, erklärt er seine Beweggründe. Lahmeyer wünscht sich schnellere Entscheidungen. Bestimmte Themen würden wieder und wieder durchgekaut – ohne, dass sich etwas tut. Das frustriere. Ein ganz profanes Beispiel: „2005 habe ich eine Eingabe wegen einer Brücke gemacht. Nun ist sie dran.“ Elf Jahre später.

Gleiches beim Thema Radweg Neubruchhausen. Ein halbes Dutzend Mal habe man den Radweg angekündigt. „Wie oft hat man zwischendurch geredet. Nun soll es wieder Gespräche geben. Da habe ich einfach keine Lust mehr zu.“

Nie richtig geärgert

In seiner Zeit als Ratsvorsitzender und CDU-Ratsherr seien viele Entscheidungen getroffen worden. Er könne nicht alle aufzählen. „Was mich aber wirklich freut ist, dass ich mich damals für die Piazzetta entschieden habe, als es darum ging, ob wir das unterstützen wollen.“ Richtig geärgert über etwas habe er sich nie. „Ich habe viele Meinungen akzeptieren müssen. Wichtig ist, ehrlich miteinander umzugehen.“

Die Stimmung im Rat beschreibt Lahmeyer als „gut und sachlich. Ich musste fast nie eingreifen“.

Der 57-Jährige wird auch sein Amt als Ortsvorsteher abgeben. Zwar ist dieses Amt nicht an ein Ratsmandat gebunden. Für Lahmeyer aber sei das nur konsequent. Für Neubruchhausen wünscht er sich: „Dass der Hort bald kommt. Der Bedarf ist da.“ Ebenso hofft er, dass sich Schule und Kindergarten entwickeln. „Wir haben mit den Schulbezirken Probleme. Da reden wir schon seit 15 Jahren drüber.“

„Ich bleibe aber politisch interessiert“

Die Ausweisung von günstigem Bauland sei nicht nur in Bramstedt sinnvoll, sondern ließe sich auch in Neubruchhausen vermarkten.

Die vielbefahrene Hauptstraße und die leerstehenden Häuser daran sieht er als Problem, dass es langfristig zu lösen gilt. „Das wird eine Herausforderung.“

Ob er sich irgendwann eine Rückkehr in die Politik vorstellen kann? „Mal sehen.“ Derzeit jedenfalls nicht. „Ich bleibe aber politisch interessiert. Das war ich immer schon.“ Das hat er wohl vom Vater, der Bürgermeister in Neubruchhausen war. „Schon als Jugendlicher habe ich mich aktiv in die Gemeinschaft eingebracht. Damals gab es in Neubruchhausen ein Jugendhaus.“

Derzeit aber strebe er keine weiteren Ehrenämter an. Aktivitäten im Schützenverein und Sportverein habe er bereits zurückgefahren – „bis auf die Jagdgenossenschaft. Da bin ich noch Vorsitzender“. Und in der Fahrradwerkstatt von Willkommen in Bassum bleibt Lahmeyer aktiv. Dort bastelt er jeden Freitag Räder zusammen. Auf die Flüchtlingspolitik angesprochen, sagte er: „Ich bin froh, dass wir eine so mutige Kanzlerin haben, die standhaft bleibt und human handelt.“

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