Halloween

Nordwohlder Mario Baumgartner ist ganzjährig dem Grusel-Virus verfallen

Der Garten von Mario Baumgartner ist zu Halloween nichts für sensible Gemüter.
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Der Garten von Mario Baumgartner ist zu Halloween nichts für sensible Gemüter.

Nordwohlde – Zarte Gemüter werden am Sonntagabend wohl kaum einen Schritt in diesen Garten am Forellenweg in Nordwohlde gesetzt haben. Schon von weitem lassen einen unheimliche Gestalten und Gespenster aufschrecken. Ein riesiger Sensenmann begrüßt die Besucher. - Hat der sich etwa gerade bewegt?

Und was ist das? Ein skelettierter King of Pop, der ein hämisches Lachen in die kalte Abendluft bellt, steht in einer dunklen Ecke und dreht den Kopf langsam den Ankömmlingen zu. Gänsehaut pur in Nordwohlde. Es ist der 31. Oktober. Halloween.

Halloween? Ach, das ist doch das mit den Kürbissen und Gespenstern. Das mit „Süßes oder Saures“ an amerikanisches Haustüren, irgendwie so eine Art Fasching mit Gruselcharakter. Drüben, auf der anderen Seite des Ozeans. Halloween. Ja, kennt man, irgendwie. Dachte ich, bevor ich mich in der letzten Woche ziemlich ahnungslos mit einem echten Halloween-Fan traf. Ich durfte mir die Vorbereitungen in Nordwohlde ansehen und war ziemlich beeindruckt.

Im Vorgarten des Mehrfamilienhauses, in dem Mario Baumgartner wohnt, begrüßte mich da schon der besagte Sensenmann. Grabsteine standen auf dem Rasen, zwischen ihnen tummelten sich Skelette, und auch aus dem Fenster in der Erdgeschosswohnung schaute mich eines an. Hier hat einer Lust zu dekorieren, das merkte ich auf den ersten Blick.

Aber für Mario Baumgartner ist Halloween mehr als nur ein bisschen Deko im Garten. Der Nordwohlder zelebriert den letzten Tag im Oktober mit Leidenschaft. Es ist ein ganzjähriges Hobby für ihn geworden. Schon Tage vorher beginnt er, den Vorgarten für Halloween zu „schmücken“.

Dabei ist Baumgartner erst seit vier Jahren Halloween-begeistert. „Früher dachte ich auch: Hör mir auf mit diesem amerikanischen Mist. Aber dann war ich bei meiner Cousine zu Besuch. Sie hatte in ihrem Garten in Bremerhaven eine Halloweenkulisse aufgebaut.“

Baumgartner war begeistert. Zweimal feierte er bei ihr Halloween, erschreckte als Sensenmann Partygäste und steckte sich mit der Leidenschaft seiner Cousine an.

Letztes Jahr hat er dann zum ersten Mal den Garten des Mehrfamilienhauses, in dem er wohnt, in ein Gruselkabinett verwandelt und ein paar Freunde dazu eingeladen. „Aber dann kamen drei Teenager, die wollten Süßes oder Saures. Darauf war ich gar nicht vorbereitet. Die Mädels haben dann Fotos gemacht und irgendwo gepostet. Jedenfalls kamen im Laufe des Abends etwa 60 Leute zum Gucken“, erinnert sich Baumgartner.

Und die bekamen reichlich was zu sehen. Der Bastler hatte eine Kulisse aus altem Gemäuer gebaut, hatte mit Lichteffekten gespielt und schauerliche Figuren sowie unheimliche bewegliche Puppen im Garten platziert. Dieses Jahr ist die Halloweenlandschaft dann noch größer geworden. „Nach Halloween ist vor Halloween“, ist Baumgartners schlichte Antwort auf die Frage, wann er mit den Vorbereitungen begonnen hat. „Das ist mein Hobby, das mach ich das ganze Jahr über.“

Seit dem letzten Halloween hat er darum jede freie Minute mit der Herstellung neuer Figuren und Kulissenteile verbracht und an vielen kleinen Details getüftelt. Von ein paar Gespenstern über eine halb verweste Leiche bis zu einem riesigen Werwolf reichen seine Geschöpfe. Fast alle sind beweglich. Ich war beeindruckt von den „Puppen“, die ein paar Tage vor Halloween noch sämtlich im Keller auf ihren großen Auftritt warteten, und begriff langsam das Ausmaß dieses Hobbys. „Es gibt keine Bauanleitung für diese Sachen, das habe ich mir alles selbst ausgedacht“, erzählte Baumgartner, der aus Schneiderpuppen und Scherzartikeln mit Tüchern, Kunstfellen und viel Farbe gruseligste Kreaturen baut.

Besonders unheimlich ist es, wenn diese Figuren sich auch noch bewegen. Zum Beispiel eine Hexe in einem brodelnden Kessel rührt. An solchen speziellen Effekten tüftelt Baumgartner gern und lange. Wie macht man das, dass eine Figur sich bewegt? – „Man braucht dafür eine Zwölf-Volt-Rollerbatterie und einen Scheibenwischermotor“, sagt Mario „MacGyver“ Baumgartner. Auch Bewegungsmelder oder Bluetoothlautsprecher hat er verbaut.

Mario Baumgartner (r.) mit „seinem“ Werwolf

Viele Besucher waren schaurig erregt und gleichzeitig begeistert von dem, was Baumgartner in diesem Jahr inszeniert hat. Und sie können gespannt sein auf das nächste Jahr, denn nach Halloween ist ja vor Halloween. Deshalb plant Mario Baumgartner schon für 2022. „Dann wird es noch größer“, verspricht er und hat schon viele Ideen im Kopf. Wer einen Eindruck vom Gruselgarten bekommen möchte, kann sich auf der Facebookseite „Halloween Nordwohlde“ aktuelle Fotos, aber auch ein Video vom vergangenen Jahr ansehen.

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