Gemeinsame Aktion von ADFC, Polizei und Gymnasium in Twistringen

„Mussten noch kein Fahrrad stilllegen“

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Fahrradkontrolle am Twistringer Gymnasium: Rudolf Göbber (ADFC) schaut ganz genau hin.

Twistringen - Von Theo Wilke. Frostige Temperaturen und leichter Schneeflockentanz auf dem Schulhof sind für die Kontrolleure kein Problem. ADFC-Aktive und Polizeibeamte überprüfen am Dienstagvormittag mehr als 300 Fahrräder am Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasium auf ihre Verkehrstauglichkeit. Zur großen Pause gibt es 34 Beanstandungen unter etwa 150  Zweirädern. Zumeist werden mangelhafte Bremsen und defekte Leuchten notiert. „Wir mussten aber noch kein Fahrrad stilllegen“, scherzt der frühere Schulleiter und ADFC-Helfer Martin Lütjen.

Vor knapp zwei Jahren hatten Rudolf Göbber und weitere Aktive der Twistringer Ortsgruppe im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub sowie die Twistringer Polizeioberkommissare Reinhard Imken und Peter Bode rund 400 „Drahtesel“ überprüft. Damals war ihnen schon aufgefallen, dass die Räder der jüngeren Gymnasiasten verkehrstauglicher als die der älteren Jahrgänge waren.

Gut ein Fünftel der diesmal von den Schülern vorgestellten Fahrräder weisen Mängel auf. Wie schon vor zwei Jahren gibt der ADFC die Liste an die jeweiligen Klassenlehrer weiter. Sie kontrollieren nach 14 Tagen, ob die Mängel beseitigt worden sind. „Die Fahrradkontrolle geht auch die Eltern direkt an“, betont Martin Lütjen.

Häufig ist es nur das Rücklicht oder die Klingel am Lenker. Dann entdecken die Prüfer eine mangelhafte Vorderbremse. Schulleiter Peter Schwarze erfährt von Oberkommissar Bode, dass „überwiegend die Bremsen das Problem sind“.

Am Vormittag werden außerdem 15 Farräder gegen Diebstahl codiert. Dies erledigt Polizei-Praktikant Max Schlake. Der 14-Jährige aus Twistringen, der seit eineinhalb Jahren die Oberschule in Harpstedt besucht, kann sich gut vorstellen, später Polizist zu werden. 14  Tage lang darf er in den Polizeidienst schnuppern.

Mobilitätstage bis zum Sommer

Mehr als 700 Jugendliche besuchen das Twistringer Gymnasium. Rudolf Göbber hat die Idee, in Sachen Verkehrsicherheit und Mobilität intensiver mit der Schule zu kooperieren. Den Vorschlag greift am Dienstag Martin Lütjen gleich auf. „Fahrradfahren muss geübt werden. Auch Lehrkräfte, die nicht mit dem Fahrrad zum Unterricht kommen, fühlen sich unsicher, wenn sie mit einer Klasse unterwegs sind“, meint Lütjen.

Einig ist man sich mit Schulleiter Schwarze, noch vor den Sommerferien Mobilitäts-Projekttage für den fünften und sechsten Jahrgang anzubieten. Göbber und Lütjen wollen sich um die Organisation kümmern.

Peter Schwarze ergänzt, dass die allgemeinen Klassenstunden dafür gut geeignet seien. Gleichzeitig dankt er allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement für das Gymnasium. Schule sei schließlich mehr als nur Unterricht. Die Jugendlichen seien Teil der Gesellschaft – und deshalb auch Verkehrserziehung und Mobilität wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung.

Twistringens Polizeistationsleiter Imken lobt die Präventionsmaßnahme am Gymnasium. Er bedauert gleichzeitig, dass es von Seiten der Grundschulen sowie der Haupt- und Realschule schon länger keine Fahrradaktionen mehr nachgefragt würden.

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