Musik für alle Lebenslagen

Tüdelband aus Hamburg erobert die Herzen des Bassumer Publikums im Nu

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Zum letzten Mal in Bassum in der Originalbesetzung: die Tüdelband. 

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Wie schön, dass sich Bassum auf Amrum reimt. So konnte die Tüdelband am Freitagabend mit ihrer allerletzten Zugabe beim Publikum in Bassum noch einmal ordentlich punkten. In der Akustikversion ihres Songs Amrum, ersetzten sie den Namen ihrer Lieblingsinsel einfach durch Bassum und ernteten dafür dicken Applaus.

Zuvor hatten sich die vier sympathischen Musiker zwei Stunden lang in die Herzen der Zuhörer gespielt. Die Band aus Hamburg kam mit ihrem Platt-Pop sowohl musikalisch als auch verbal sehr gut an beim Publikum in Bassum. Schöne Melodien mit konsequent plattdeutschen Texten trafen den Geschmack der Gäste.

Den Auftakt besorgte das Lied Tohuus (Zu Hause), das mit seinem anheimelnd plattdeutschen Text irgendwie zum Thema passte. Denn Sprache ist ja auch eine Art von Heimat. Gleich beim zweiten Stück brachte die Band das Publikum zum Mitsingen, bei ihrer plattdeutschen Version von Nenas Leuchtturm. Es folgten Lieder über die Liebe, Freunde und das Leben.

„Wir finden, dass Plattdeutsch viel mehr kann als Schenkelklopfer, lustige Kurzgeschichten und den plattdeutschen Strand“, erklärte Sängerin Mire Buthmann zwischen zwei Liedern. Plattdeutsch tauge für alle Lebenslagen.

Poppig und eingehend

So auch für die unerwiderte Liebe zu ihrem Schwarm Uwe („So´n Schietdreck, Uwe steiht op Jungs“) und für den Titelsong ihrer Tour „Ganz goot“. Nicht nur die Lieder waren fürs Herz, für viele im Publikum auch die Sprache. „Ich habe immer das Gefühl, Plattdeutsch landet direkt im Herzen“, fand Zuhörerin Gaby Letzing aus Nordwohlde.

Die Musik der Tüdelband war poppig, eingehend und animierte das Publikum zum Mitsingen. Ein richtiger Ohrwurm wurde Hilde – ein Stück über die anrührende Liebesgeschichte von Hilde und Thorsten. Der Refrain ging ins Ohr und wurde von allen laut mitgesungen.

Die Band selbst bezeichnet ihre Musikrichtung als Platt-Pop. Manche Stücke waren rockiger, dabei konnten sich Micha Hetmann an der E-Gitarre und Malte Müller am Schlagzeug etwas austoben. Es gab auch einen schönen Gitarrenblues, den Schietwetterblues, wobei Bassmann Lars Knoblauch, der die Bassgitarre zuhause gelassen hatte, seinen Kontrabass zum Tanzen brachte.

Mire Buthmann griff neben ihrer Gitarre bei vielen Stücken zum Schipperklaveer (Akkordeon), was der Musik einen typischen norddeutschen Sound gab.

„Schnackt uns an. Wir schnacken nämlich ganz gern – für norddeutsche Verhältnisse“, ermunterte die charmante Sängerin das Publikum vor der Pause. Das taten die Gäste reichlich. Sie kauften CDs, ließen sie signieren und schnackten mit den Bandmitgliedern. Schade, dass viele Plätze in den Reihen der Kulturbühne frei blieben. Nur etwa 50 Zuhörer waren zu der Veranstaltung des Kulturforums gekommen.

Zum Abschied gab’s nach reichlich Applaus erstmal zwei Zugaben. Zum Schluss spielte die Band noch einmal das Stück Uwe und dann natürlich Bassum – was das Publikum zum Schmunzeln brachte, denn der Satz „Du büst so schöön, dat dat weh deiht“, passt dann wohl doch eher zu Amrum.

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