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Mütter-Kinder-Zentrum Bassum blickt zum Geburtstag auf 30 bewegte Jahre zurück

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Von: Fabian Pieper

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Einen Bassum-Schirm hat Bürgermeister Christian Porsch dem Vorstand des Mütter-Kinder-Zentrums geschenkt. Ein Zeichen, dass sich alle gut beschirmt fühlen können. Er gratulierte (v.l.) den Vorstandsfrauen Anne Schumacher, Katarina Wetzel, Brigitta Wortmann, Henrike Gerling-Jacobs und Charlotte Nielsen.
Einen Bassum-Schirm hat Bürgermeister Christian Porsch dem Vorstand des Mütter-Kinder-Zentrums geschenkt. Ein Zeichen, dass sich alle gut beschirmt fühlen können. Er gratulierte (v.l.) den Vorstandsfrauen Anne Schumacher, Katarina Wetzel, Brigitta Wortmann, Henrike Gerling-Jacobs und Charlotte Nielsen. © Berthold B. Kollschen

Das Mütter-Kinder-Zentrum in Bassum hat Geburtstag. Der Vorstand blickt auf 30 bewegte Jahre zurück. 30 Jahre, in denen sich die Einrichtung trotz einiger Widrigkeiten nachhaltig in Bassum behauptet hat. Und die Verantwortlichen haben große Pläne für die Zukunft. Gerne würden sie den Kindergarten vergrößern.

Bassum – Ein 30. Geburtstag ist zwar kein waschechtes Jubiläum, aber dennoch ein Grund zum Feiern. So oder so ähnlich werden die Verantwortlichen im Mütter-Kinder-Zentrum (Mükize) Bassum wohl gedacht haben. Vielleicht ist aber auch gar nicht der Geburtstag an sich der Grund zum Feiern, sondern die Tatsache, dass das Mükize sich in den vergangenen 30 Jahren trotz einiger Widrigkeiten nachhaltig in Bassum behauptet hat. Und es hat große Pläne für die Zukunft.

Doch zunächst der Blick in die Vergangenheit. Der beginnt allerdings bereits vor 31 Jahren. Denn coronabedingt konnte das Mükize im vergangenen Jahr den runden Geburtstag nicht feiern. Das wird nun einfach nachgeholt, erklären Brigitta Wortmann als Vorstandsvorsitzende des eingetragenen Vereins sowie Geschäftsführerin Katarina Wetzel. „Das Mükize entstand 1991 als Initiative von Frauen, die sich isoliert gefühlt haben“, sagt Wetzel.

Bemühungen zur Gründung waren erfolgreich

Eingebettet waren die Gründungsbemühungen in eine bundesweite Initiative zur Förderung ähnlicher Einrichtungen, für die sich ganz besonders Waltraud Schoppe, Grünen-Politikerin und ehemaliges Bundestagsmitglied aus Albringhausen, eingesetzt hat. Und sie waren erfolgreich: Im August 1991 folgte die Gründungsveranstaltung, seit dem 14. Oktober 1991 ist das Mükize Bassum im Vereinsregister eingetragen.

Damit begannen bewegte Jahre – im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir sind viel umgezogen“, erinnert sich Brigitta Wortmann lachend an teilweise händeringende Suchen nach einer passenden Bleibe. Die ersten Räume hatte das Mükize an der Kirchstraße. Einige Jahre später zog es an die Bremer Straße. Zur Jahrtausendwende musste die Einrichtung für etwa ein Jahr aus einem Wohnhaus in Osterbinde heraus operieren. Seit 2001 befindet es sich nun an seinem heutigen Platz, gegenüber vom Rathaus an der Alten Poststraße.

Wirken des Vereins fußt auf ehrenamtliche Arbeit

Und das, obwohl das Wirken des Vereins seit seiner Gründung ausschließlich auf ehrenamtlicher Arbeit fußte. Wortmann bezeichnet das zwar als „Pluspunkt“, stellte mit dem wachsenden Angebot allerdings auch fest: „So konnte es nicht weitergehen.“ Wetzel ergänzt: „Wenige Ehrenamtliche, hohe Kosten. Wir standen kurz davor, zu schließen.“

Der Vorstand besuchte ähnliche Einrichtungen, die bereits professionell aufgestellt waren. 2016 nahmen die Bemühungen, die Einrichtung professionell zu führen, Fahrt auf. 2019 übernahm Katarina Wetzel die Geschäftsführung: „Ich versuche, das Beste zu machen mit der Unterstützung des Vorstands.“

Das bedeutet für sie vor allem Fördergelder zur Finanzierung einzuholen. Neben Wetzel arbeiten derzeit sechs Mitarbeiterinnen im Mükize. Daneben pflegt die ausgebildete Ökonomin Kooperationen mit anderen sozialen Einrichtungen aus Bassum: dem im selben Gebäude untergebrachten Familienzentrum, der Seniorenberatungsstelle, dem Jugendhaus sowie Schulen und Kindergärten. „Ich finde es wichtig, dass soziale Einrichtungen vernetzt sind“, sagt Wetzel.

Online-Angebote bestehen auch heute noch

Apropos Netz: Anders als viele andere Institutionen hat das Mükize Bassum die Folgen der Corona-Pandemie recht gut bewältigt, wie Brigitta Wortmann erklärt: „Wir sind da auf die Füße gefallen“, sagt die ausgebildete Medienpädagogin, die ihre Expertise einbrachte und das Angebot schnell aufs Internet verlegte: „Wir sind mit Online-Kursen aus dem Boden geschossen.“ Einiges davon hat sich bis heute gehalten, etwa die Freitags-Workshops: Jeden Freitag lädt das Mükize ein Mitmach-Video mit beispielsweise Bastelanleitungen und Kochrezepten auf seiner Webseite (www.muekize-bassum.de) hoch.

Neben Medien sind auch gesunde Ernährung sowie Integration wichtige Säulen der Einrichtung. Besonders Letztere liegt Katarina Wetzel, die selber aus der Slowakei nach Deutschland kam, sehr am Herzen: „Integration leben wir“, sagt sie, und bezeichnet sich selber als Beispiel dafür, dass „Deutschland offen ist für alle“.

Visionen und Vergrößerungswünsche beflügeln

Wetzel und Wortmann haben zudem weitere Visionen: „Wir wollen uns vergrößern“, sagt Letztere, „uns fehlt es an Platz.“ Gerne würden beide den Kindergarten, der sich in seinem dritten Jahr befindet und derzeit eine Gruppe beherbergt, erweitern. Und auch durch das stetig wachsende Angebot an Veranstaltungen fehlen dem Mükize Räume. Zudem wollen beide das Angebot weiter ausbauen und suchen nach Möglichkeiten, weitere Angestellte durch eingeholte Förderbeiträge einstellen zu können. Eine Vision, die, so formuliert es Brigitta Wortmann, „beflügelt“.

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