Elfriede Husmann freut sich über die Bassumer Medaille

Motor der Wedehorner Dorfgemeinschaft

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Elfriede Husmann ist stolz auf den Wedehorner Göpel.

Wedehorn - Von Ulf Kaack. Acht Bürger der Stadt wurden kürzlich mit der Bassum Medaille für hervorragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Eine von ihnen ist Elfriede Husmann, die sich um das Dorfleben in Wedehorn verdient gemacht hat. Wir haben mit ihr über Ehrenamt und Engagement geplaudert.

Sie sagt nie ich, spricht immer nur von wir: Elfriede Husmann. Sie ist – in Funktion, vor allem aber in Person – ein ganz entscheidender Motor der Dorfgemeinschaft in Wedehorn. Bei der Gründung des Heimatvereins 1999 wurde sie dessen Chefin, führte die Gemeinschaft mit sanfter Hand und kreativen Ideen bis 2013. Eine dörfliche Institution wurde daraus. „Nicht durch Planung, einfach nur durch Machen und Spaß daran haben“, sagt die Idealistin.

„Es bedarf einer gewissen Harmoniebesessenheit“, lächelt sie. „Die meisten schätzen das, aber es gibt auch Kritiker. Davor kann man kapitulieren, oder einfach Kurs halten. Letzteres war immer meine Überzeugung.“

Elfriede Husmann ist eine waschechte Wedehornerin. Ihre Eltern wurden dort nach der Vertreibung aus Schlesien sesshaft. Die Mutter arbeitete auf den Tabakanpflanzungen in und um Wedehorn, der Vater in der Bassumer Ziegelei und später bei Nordmende in Bremen.

Sie verlebte nach eigener Aussage eine traumhafte Kindheit und Jugend in der ländlichen Idylle. Bis heute arbeitet sie als Kassiererin, zunächst bei Strahmann in Bassum, dann bei Kafu und nun bei Rewe in Sulingen.

Ihren Ehemann Horst heiratete sie 1970. Eine gute Wahl, denn er ist vom selben Kaliber, war Ortsbrandmeister, Bassums Stadtbrandmeister und ist heute Ortsvorsteher. Ein Sohn kam zur Welt, zwischenzeitlich gesellten sich zwei Enkel dazu.

Als 1999 der Heimatverein Wedehorn gegründet wurde, kam Elfriede Husmann ganz unverhofft zum Amt der Ersten Vorsitzenden. „Ich war damals überrascht, ja überrumpelt“, erinnert sie sich. „Aber mit der tollen Unterstützung des gesamten jungen Vereins im Rücken kam der Dampfer schnell auf Kurs.“

Das erste Projekt des Vereins war gleich ein dickes. Der Bau des Göpels mitten im Dorfzentrum. „Mir läuft es immer noch kalt den Rücken runter, wenn ich daran denke, wie wir alle damals gemeinsam das Projekt gestemmt haben“, erinnert sich die damalige Chefin.

„Ganz Wedehorn hat bei den Bauarbeiten mit angepackt. Finanziert haben wir das Bauwerk durch ein Privatdarlehen, das binnen kürzester Zeit wieder zurückgezahlt werden konnte.“

Schnell füllte sich der Göpel mit Leben, avancierte zum Dorfmittelpunkt und Veranstaltungszentrum. Direkt daneben entstand eine Boule-Bahn. Elfriede Husmann und ihre Mitstreiter sorgten dafür, dass regelmäßig etwas los war. 2002 übernahmen sie erstmals die Organisation des Wedehorner Oldtimer-Trecker-Treffens, das seit dem alle zwei Jahre stattfindet und sich überregionaler Aufmerksamkeit erfreut.

Ganz unbestritten: In Wedehorn besteht ein intensiver Zusammenhalt innerhalb der Dorfgemeinschaft. Und Elfriede Husmann hat dazu einen gewaltigen Beitrag geleistet. Zwei ganz besondere Termine sind der 64-Jährigen während ihrer Amtszeit als Chefin des Heimatvereins im Gedächtnis haften geblieben: „Die 800-Jahr-Feier war ein zwölfmonatiges Mammutprojekt. Riesig Arbeit, aber eine tolle Resonanz. Und besonders stolz bin ich auf unseren dritten Platz beim Wettbewerb ,Unser Dorf hat Zukunft‘. Da haben wir nichts frisiert, nix dran rumgeschönt, Wedehorn einfach so präsentiert, wie es ist. Und das hat die Juroren überzeugt.“

Vor drei Jahren hat die dynamische Frührentnerin den Vorsitz des Heimatvereins abgegeben. Bezeichnenderweise an ihren Mann. So ist sie immer noch ganz nahe dran an den Geschehnissen und mischt kräftig daran mit, Wedehorn lebendig und lebenswert zu gestalten.

Elfriede Husmann spielt in der Theatergruppe, ist im Organisationsteam für das diesjährige Treckertreffen aktiv und singt ganz nebenbei noch im Gemischten Chor Bassum mit.

Auf dem Altenteil ist sie noch lange nicht angekommen, nee, mit Elfriede ist auch zukünftig in Wedehorn verschärft zu rechnen.

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