Musikerzieherin Claudia Franke-Reckhardt bricht eine Lanze für die Flöte

„Blockflöte ist so ein wunderbares Instrument“

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Flöten in allen Größen und Tonlagen hat Claudia Franke-Reckhardt zur Hand.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Blockflöte scheint aus der Mode zu kommen. Früher hat fast jedes Kind dem Holzinstrument die ersten schiefen Töne entlockt. Doch heute winkt der Nachwuchs ab. „Das ist doch uncool“, heißt es. Popstar möchte man werden. Klavier ist angesagt. Musikerzieherin Claudia Franke-Reckhardt bedauert diese Entwicklung sehr. „Die Flöte ist so ein wunderbares Instrument“, weiß die staatlich geprüfte Musikerzieherin um die Vielseitigkeit der Flöte. „Die wenigsten wissen, wie virtuos Musiker für die Flöte komponiert haben.“

Der Niedergang der Blockflöte sei auch den Medien geschuldet, ist sie überzeugt. „Im Fernsehen sieht man kein Blockflötenquartett.“ Nicht mal in Bassum gibt es eines. Das würde die Musikerin gerne ändern. „Es wäre schön, mit anderen zu musizieren“, sagt sie.

In ihrem Musikzimmer liegen aufgereiht Flöten in allen Größen und Tonlagen. Darunter sind auch Barock- und Renaissance-Blockflöten. „Einige davon hat mein Vater nachgebaut“, erzählt Franke-Reckhardt.

Das Musizieren liegt in der Familie. Schon ihre Mutter habe Blockflöte unterrichtet. Sie selbst lernte das Instrument ab der ersten Klasse. Parallel dazu spielte sie Geige. Mit 13 Jahren kam Klavier hinzu. „Das war für mich ein Jubeltag“, erinnert sich die Musikerin. „Endlich einmal alleine mehrstimmig spielen können, was für ein Erlebnis.“ Mit 17 Jahren schenkte der Opa ihr ein Cembalo. Noch heute beherrscht sie alle Instrumente – und unterrichtet sie auch.

Bereits früh stand für Claudia Franke-Reckhardt fest, dass sie Musik studieren wollte. Sie ging nach Hannover zu dem bekannten Blockflöten-Professor Ferdinand Conrad. Ihren Mann, natürlich einen Musiker, lernte sie in Kassel kennen. „Er spielte Fagott, ich die Geige.“

Trotz ihrer Orchestererfahrung wollte sie nicht Berufsmusikerin werden, sondern unterrichten. „Das war immer mein Ding“, sagt sie. „Es ist ein tolles Gefühl für mich, ein kleines Puzzleteil in der Biografie der Menschen zu sein.“ Manche Schüler begleitet sie acht bis zehn Jahre lang. „Ich freue mich, wenn Musik ein Teil ihres Lebens wird. Das beglückt mich.“

Claudia Franke-Reckhardt lebt seit 28 Jahren in Bassum. Sie hat unzähligen Kindern und Jugendlichen Musikunterricht gegeben. „Einige von ihnen schicken heute ihre Kinder zu mir“, freut sie sich. Sie unterrichtet aber auch Erwachsene. „Eine meiner hervorstechendsten Eigenschaften ist, dass ich Geduld habe“, sagt sie. Das Lerntempo sei bei jedem individuell. Reckhardt erwartet zwar Eigeninitiative, legt aber Wert darauf, dass ihre Schüler Spaß haben. „Ich ziehe den Hut vor allen, die noch im Alter ein Instrument lernen möchten. Das ist Freizeit, ein Hobby. Das darf man nicht vergessen.“

„Musik fördert die Intelligenz und verwöhnt die Seele“, steht auf ihrer Visitenkarte. Für sie selbst ist Musik „ein wesentlich bereichernder Teil meines Lebens“. Wobei sie ausnahmslos Klassik hört.

Ein weiterer bereichernder Teil ihres Lebens ist übrigens das Mütter-Kinder-Zentrum. Franke-Reckhardt gehört zu den Mitbegründerinnen. „Wir treffen uns noch oft, mittlerweile bin ich da die Oma“, schmunzelt sie. „Ich bezeichne es auch gerne als mein zweites Wohnzimmer.“ Ab und an nimmt sie eine ihrer Flöten mit – um für das Instrument zu werben. Ihr Tipp: „Bei der Anschaffung sollte man darauf achten, dass die Flöte von einer renommierten Firma stammt. Es gibt nämlich auch richtig hässliche Töne.“

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