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Mobile Käserei verwandelt Milch vom Möhlenhof in Hollwedel zu Gouda

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Von: Ute Schiermeyer

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„Heidis mobile Käserei“ ist alle sechs Wochen auf dem Möhlenhof. Viktoria Möhlenhof (Bild) freut sich, mit dem Möhlenhofer Käse ein handgefertigtes und regionales Produkt anbieten zu können.
„Heidis mobile Käserei“ ist alle sechs Wochen auf dem Möhlenhof. Viktoria Möhlenhof (Bild) freut sich, mit dem Möhlenhofer Käse ein handgefertigtes und regionales Produkt anbieten zu können. © Ute Schiermeyer

„Heidis mobile Käserei“ aus Elsdorf macht auf dem Möhlenhof in Hollwedel Käse. Dieser wird vom Hof direktvermarktet.

Bassum – Die Kühe haben sich längst an den Trubel gewöhnt: Einmal im Monat bekommen sie Besuch auf dem Möhlenhof. Dann wuseln Kinder unter der Remise vor ihrem Boxenlaufstall herum, schieben mit Trettreckern oder kleinen Schaufeln das Futter ran. Viele wollen die Köpfe der Tiere streicheln. Auch daran haben sich die Kühe gewöhnt. Jeden ersten Samstag im Monat lockt der Hofverkauf viele Kunden mit Kindern auf den Hof der Familie Möhlenhof in Hollwedel.

Kundenliebling beim Möhlenhof ist der Bockhornklee-Käse

Dann verkauft die Familie auf der Diele des großen Niedersachsenhauses den hofeigenen Käse und weitere Köstlichkeiten. Seit einem Jahr lässt die Familie aus der Milch der eigenen Kühe von einer mobilen Käserei Käse herstellen. Auf traditionelle Art entsteht durch reichlich Handarbeit halbfester Schnittkäse nach Gouda-Art in verschiedenen Sorten. Diese variieren saisonal zwischen Natur, Bockshornklee, Bärlauch, Tomate-Basilikum und „Drei Pfeffer“. Besonders kräftig im Geschmack sei der zwölf Wochen gereifte Hartkäse „Kräftige Börde“, verrät Viktoria Möhlenhof. „Der leicht nussig schmeckende Bockshornkleekäse hat sich bereits zum Kundenliebling entwickelt und ist jedes Mal schnell vergriffen.“

Etwa drei bis vier Stunden Handarbeit sind nötig, um aus der frischen Kuhmilch Käse zu fertigen. Christian Heidrich schneidet im Käsekessel die immer fester werdende Masse.
Etwa drei bis vier Stunden Handarbeit sind nötig, um aus der frischen Kuhmilch Käse zu fertigen. Christian Heidrich schneidet im Käsekessel die immer fester werdende Masse. © Schiermeyer

Der jungen Landwirtin kam die Idee zur eigenen Käsevermarktung während des Besuchs der Meisterschule. „Die Direktvermarktung habe ich schon immer favorisiert. Ich habe gern Leute auf dem Hof“, sagt die 31-Jährige, die 2017 nach dem Studium der Agrarwissenschaften auf dem Hof des Vaters mit einstieg und 2019 ihren Meister machte. Was bietet sich da für einen Milchviehbetrieb Besseres an als Käse?

Seit einem Jahr kommt „Heidis mobile Käserei“ aus Elsdorf alle sechs Wochen zum Käsen auf den Möhlenhof. Donnerstagfrüh um sechs fährt der Lastwagen, der eine komplette Käserei beherbergt, auf den Hof. Dann werden aus 1400 Liter Milch etwa 140 Kilogramm Käse.

Mobile Käserei verfügt über zwei Käsekessel im Lkw

An diesem Tag ist es Christian Heidrich, der die Käse-Fertigung übernimmt. Er ist, wie seine Frau Stephanie, Molkereifachmann und wegen der hohen Nachfrage mit in die Käserei eingestiegen.

Zuerst pumpen die Helfer die frischgemolkene Milch aus dem Kühltank in die beiden Käsekessel der mobilen Käserei. Dort wird sie erwärmt und mit Milchsäurebakterien versehen. In kurzer Zeit entsteht aus der Milch eine feste Gallerte, die weiter erwärmt und geschnitten wird. Wieder und wieder, echte Handarbeit. Nach etwa drei Stunden kann der Käse in Formen abgefüllt werden und kommt in die Kühlung.

Ab dem Zeitpunkt muss er jeden Tag gedreht und mit Salzwasser befeuchtet werden, um die Rindenbildung zu fördern. Der Möhlenhofer Käse bekommt eine essbare Rotschmiererinde.

Kleinere Kunden helfen gern beim Füttern der Tiere.
Kleinere Kunden helfen gern beim Füttern der Tiere. © Ute Schiermeyer

Die intensive Pflege der ersten Wochen übernimmt Molkereifachfrau Stephanie Heidrich in den eigenen Kühlräumen. Das fertige Produkt bringt sie dann beim nächsten Besuch mit. Aber auch dann benötigt der Käse noch weitere Pflege. Er muss noch immer einmal die Woche befeuchtet und gedreht werden. Das übernimmt dann Viktoria Möhlenhof.

Viktoria Möhlenhof ist großer Fan der Direktvermarktung

„Man weiß, wofür man die ganze Arbeit macht. Man hält die Milch in Form des Käses in der Hand. Sonst würde sie in der Masse in der Molkerei verschwinden“, sagt die junge Frau und ergänzt: „Für mich ist es ein richtig gutes Gefühl, zu wissen, dass ich regionale Produkte anbieten kann. Der Käse wird vor Ort produziert und abgefüllt. Unsere Milch hat sehr gute Inhaltsstoffe. Das schmeckt man auch am Käse.“

Der Hofverkauf hat sich herumgesprochen. Mittlerweile kommen Kunden nicht nur aus der Umgebung, so Viktoria Möhlenhof. Sie freut sich, wenn Leute über den Hof gehen und nach den Tieren schauen und die Kinder begeistert sagen: „Boah, ich habe heute ein Kalb gestreichelt.“

Kälbchen Baillys mit Viktoria Möhlenhof.
Kälbchen Baillys mit Viktoria Möhlenhof. © Schiermeyer

Die nächsten Termine für den Hofverkauf sind Samstag, 2. April, und zusätzlich Karsamstag, 16. April, jeweils von 10 bis 14 Uhr statt.

Außer dem handgefertigten Käse bietet Familie Möhlenhof auch selbst gemachte Marmeladen, Feigensenf, Käsesalat im Glas und Blumengestecke an. Am Karsamstag wird es außerdem Burgerpatties und Mettwürste in begrenzter Stückzahl geben.

Letztere werden aus dem Fleisch eigener Rinder gefertigt. „Wir lassen Kühe auch mit Fleischrind belegen und haben jetzt eine Färse schlachten lassen“, erzählt Viktoria Möhlenhof, die sich freut, dass sie auf diese Art mehr Tiere am Hof halten und sie länger im Blick haben kann. „Die Färsen stehen im Sommer auf der Weide, wir lassen regional schlachten und verkaufen dann Fleischpakete nach Anmeldung.“

Verkauf

Vorbestellungen für die verschiedenen Verkaufstermine werden gern über Whats App unter 01754470783 oder über das Bestellformular auf der Internetseite entgegengemommen.

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