Mitglieder der Bürgerinitiative Nordwohlde und Fahrenhorst erkunden Sandabbaugebiete und die Firma GAR

Treckerfahrt durch das „wilde Kätingen“

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Aktueller Sandabbau im Bereich Kätingen.

Bassum - „Fast wie Urlaub. Es war ein herrlicher Ausflug und überaus informativ.“ Dieses Fazit ziehen Uwe Hartmann, Friedrich Wilhelm Bösche und Jutta Eiben-Bösche von der Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst. Zusammen mit etwa 13 Mitgliedern und dem Betriebsleiter der Gesellschaft für Abfall und Recycling (GAR) machten die drei vor kurzem eine Treckerfahrt durch „das wilde Kätingen“.

„Hintergrund war, dass wir auf der Jahreshauptversammlung im Januar beschlossen hatten, einen Außentermin wahrzunehmen, um die Örtlichkeiten näher kennenzulernen“, erläutert Hartmann.

Das Vorhaben sei gelungen, ist sich das Trio einig. „Ich wusste gar nicht, wie schön sich einige der ehemaligen Sandgruben entwickelt haben“, schwärmt Bösche.

Interessant sei es gewesen zu sehen, wie unterschiedlich sich ehemalige Abbaugebiete entwickeln können. Einige Gruben sind verfüllt worden, andere wurden sich selbst überlassen. Die Natur gewinnt, so Hartmann.

Beide Flächen seien wieder Rückzugsgebiete für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Allerdings für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Hartmann: „Wir wurden ausnahmsweise hinein gelassen.“

Auch die zerstörerische Seite des Sandabbaus hat die Gruppe kennengelernt. In den aktuell genutzten Gebieten sehe es aus wie in der Wüste, so Bösche. Dazu komme der Verkehrslärm durch den Abtransport.

Es gab auch so manche Überraschung: „Wir haben eine riesige Ambrosia-Plantage gesehen.“ Die Pflanze ist giftig, die Pollen gelten als besonders aggressiv und können neben starken Allergien sogar Asthma auslösen.

Die Gas-Station in Stühren habe man nur am Rande thematisiert. Das Augenmerk lag auf der GAR.

Vor etwa zwei Jahren beklagten sich die Anwohner über Müll, der in der Gegend herum lag, über Lärm und erhebliche Geruchsbelästigungen (wir berichteten mehrfach). Ein Anwalt wurde eingeschaltet.

Bösche erinnert sich: „Der Anwalt zeigte zwei Möglichkeiten auf: Entweder Klage oder der Versuch eines Dialogs.“

Man versuchte es mit dem Dialog, anfangs noch mit Beteiligung eines Mediators. Seit einiger Zeit trifft man sich alle drei Monate zum Gespräch. Hartmann: „Wir sind keine Kuschelgruppe. Wir haben Forderungslisten, auf deren Abarbeitung wir Wert legen.“

„Wir stellen aber fest, dass sich sehr viel getan hat“, sagt Jutta Eiben-Bösche. Die Firma bemühe sich sehr, die Belästigungen durch Lärm, Müll und Geruch für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Die GAR habe in Lärmschutz investiert und auf dem Gelände für Schutzzäune gesorgt, um Verwehungen zu verhindern. „Manchmal werden wir auch im Vorfeld über möglichen Lärm informiert“, so Hartmann. Vor allem, wenn der Steinbrecher in Betrieb genommen werde. Die Geruchsbelästigung sei nach wie vor da. Die Firma könne man eben nicht wegzaubern. „Auch wenn sich das viele wünschen“, so die drei BI-Vertreter.

al

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