Landkreis plant Gegenmaßnahmen

Riesenbärenklau: Mitbringsel der Globalisierung

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Die Blühzeit ist vorbei...

Bassum - Von Frauke Albrecht. In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU 49 Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Seit diesem Jahr gehört die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, dazu.

Im Landkreis Diepholz kommt diese Pflanze an mehreren Stellen vor – die rasante Ausbreitung in der ehemaligen Sandgrube Köster in Kätingen allerdings überrascht selbst Detlef Tänzer, Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung. Ein solches Ausmaß habe er noch nicht gesehen.

Wie berichtet, wächst der Riesenbärenklau seit Jahren auf den Hügeln der ehemaligen Sandgrube – jedes Jahr breitet sich die Giftpflanze mehr aus. Sie ist vereinzelt sogar in der angrenzenden Forst zu finden.

Seit fünf Jahren versucht die Bürgerinitiative (BI) Nordwohlde-Fahrenhorst die offiziellen Stellen auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Nun scheint sich der Landkreis der Thematik anzunehmen.

„Wir sind an der dauerhaften Eindämmung des Riesenbärenklau-Bestands in Kätingen interessiert. Allerdings ist die Frage der richtigen Methode noch nicht geklärt“, so Tänzer. Ein kurzfristiges Eingreifen mit Maschinen komme dort nicht in Betracht. „Die Fläche ist zu steil, der Erfolg steht in keinem Verhältnis zum Aufwand“, so Tänzer.

„Das ist mehr blinder Aktionismus“

Aus Erfahrung wisse er, dass solche Maßnahmen wenig erfolgversprechend seien. „Das ist mehr blinder Aktionismus.“ Seit rund 15 Jahren kämpft der Landkreis im Naturschutzgebiet Hachetal bei Neubruchhausen gegen den Riesenbärenklau – Ende offen.

Ein wirksames Mittel sei es, der Pflanze das Licht zu nehmen. Tänzer: „Eine Überlegung wäre eine Überdeckung der Fläche mit Erde – mindestens einen Meter hoch.“

... übrig geblieben sind vielem, viele Samen.

Der Landkreis hat Kontakt zum Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NWLKN) geknüpft, um die Fachbehörde nach deren Erfahrung zu befragen. Auch die Landwirtschaftskammer soll interviewt werden.

Vor einem solchen Eingriff müsse die Umweltverträglichkeit geprüft werden, stellt Tänzer klar. „Es kann sein, dass eine Überdeckung der Fläche mit Erde mehr schadet als nützt.“

Die Sandgrube sei Rückzugort für Tiere und Pflanzen. Gutachten seien also unumgänglich – die Beobachtungen könnten frühestens in der kommenden Vegetationsperiode beginnen.

Eine solche Maßnahme kostet Zeit und Geld. Tänzer: „Wir haben für so etwas keine Haushaltstitel.“

So könne am Ende der Überlegungen auch etwas ganz anderes stehen: „die Erkenntnis, dass wir heutzutage mit invasiven Arten leben müssen“, so Tänzer. Sie seien „Mitbringsel der Globalisierung“.

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