Michelle Paul ist „BÖH“ beim THW

„Ich kann kein Blut sehen“

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So langsam fuchst sich Michelle Paul in die Pressearbeit rein.

Bassum - Von Frauke Albrecht. “Fotografieren ist kein Problem. Da habe ich richtig Lust drauf. Schreiben war bisher nicht so meins, aber ich fuchs mich langsam rein. Eigentlich ganz cool“, gesteht Michelle Paul. Die 18-Jährige ist die neue Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit beim THW Ortsverband Bassum. Zu dem Posten kam sie zufällig. Der eigentliche Grund ist, dass sie kein Blut sehen kann und lieber Innendienst macht. „Für den aktiven Dienst bin ich nur bedingt geeignet“, schmunzelt Paul. Der würde sie zwar reizen, aber sie kenne ihre Grenzen. „Bei viel Blut wird mir schlecht.“ Deshalb sagte sie nach ihrer Grundausbildung: „Leute, setzt mich mal lieber in den Innendienst – egal was.“ Seit sechs Monaten ist sie die zuständige BÖH. BÖH steht für Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit und Helferwerbung.

Michelle Paul hat sich einige vorgenommen. Im Vorfeld besuchte sie Lehrgänge. Themen waren unter anderem Mitgliederwerbung, aber auch Organisation von Veranstaltungen. „Ich habe einiges gelernt“, erzählt sie. Sie ist voller Ideen und brennt darauf, diese in die Tat umzusetzen. Werbung sei immens wichtig, sagt die junge Frau. „Sehr viele wissen nicht, was wir vom THW eigentlich tun“, ist sie überzeugt. „Manche meinen, wir sind die Helfer der Feuerwehr.“

Ihr Fazit: „Wir müssen uns noch mehr in der Öffentlichkeit präsentieren.“ Neben der Teilnahme an Veranstaltungen wie Kreiskartoffelfest und Stadtfest könnte sich Paul auch einen Infoabend für Arbeitgeber vorstellen – um Wissenslücken zu füllen, aber auch, um die Arbeit vorzustellen. Die THW-Helfer sind im Einsatzfall freizustellen und haben Anspruch auf Lohnfortzahlung. Damit die Gäste mit trockenen Fakten nicht überfrachtet werden, schwebt Paul eine Mischung aus Infoveranstaltung und Tag der offenen Tür vor. Auch die Internetseite – in der Vergangenheit vernachlässigt – möchte Paul aktualisieren. Das alles macht sie ehrenamtlich, in ihrer Freizeit.

Derzeit macht die 18-Jährige eine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin in Syke. Sie ist im zweiten Lehrjahr.

Paul ist seit etwa fünf Jahren beim THW. „Ich wurde von meiner Mutter hierher gelockt“, schmunzelt sie und erzählt: „Meine Schwester war im THW, ich war in der Feuerwehr. Als ich eines Tages keine Lust mehr auf die Jugendwehr hatte, sagte meine Mutter zu mir: ,Du musst mitkommen zum Gemüse-Schnibbeln. Die beim THW planen eine Party, und deine Schwester braucht Hilfe.‘ Als ich dort ankam wurde abgestimmt, ob ich aufgenommen werde oder nicht. Die Option Ablehnung gab es für mich nicht. Ich wurde aufgenommen.“ Heute sei sie unendlich froh, dass man sie damals so „überrumpelt“ habe. Mit der Jugendgruppe unternahm sie viele Ausflüge, lernte Knoten binden, technisches Verständnis, Erste Hilfe und die vielen Geräte auf spielerische Weise kennen. Michelle Paule fand Spaß an der Arbeit im THW. Ihre Schwester trat irgendwann aus, Michelle blieb. Mit 17 Jahren machte sie ihre Grundausbildung. „Zum Glück gab es während meiner Ausbildung nicht allzuoft blutige Szenen“, sagt sie.

Damit sie im Innendienst nichts verlernt, nimmt sie regelmäßig an den Dienststunden und an Übungen teil. Ihr eigentlicher Arbeitsplatz jedoch ist ihr Büro im zweiten Stock – dort steht ein Schreibtisch mit PC.

Paul hat viele Ideen, die sie in den kommenden Monaten in die Tat umsetzen möchte.

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