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Modehaus-Chef Michael Maas sieht Termin-Shopping kritisch

Endlich wieder Shoppen: Seit Montag vergibt das Modehaus Maas Termine für seine Kunden.
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Endlich wieder Shoppen: Seit Montag vergibt das Modehaus Maas Termine für seine Kunden.

Das Modehaus Maas hat wieder geöffnet. Kunden, Angestellte und auch der Inhaber freuen sich. Aber Michael Maas sieht das Buchen von Terminen auch kritisch.

  • Seit Montag hat das Modehaus Maas wieder geöffnet.
  • Inhaber Michael Maas kritisiert das Buchen von Terminen.
  • Maas hat vor Kurzem das Modehaus Leffers übernommen.

Bassum – Das ältere Paar hat seinen Einkauf im Modehaus Maas beendet. Bevor die beiden gehen, tragen sie sich noch in der Liste aus, die auf einem Tisch direkt beim Eingang bereit liegt. Daneben thront eine Flasche mit Desinfektionsmittel. An der Kasse stehen zwei Kundinnen mit großzügigem Abstand, während eine weitere die Kleidung an den Ständern begutachtet.

Eine Verkäuferin berät ein junges Pärchen. Alles mit Mund-Nasen-Schutz. Seit Montag ist zumindest ein Stück Normalität in das Modehaus zurückgekehrt und die Erleichterung darüber ist bei allen spürbar.

„Die Kunden nehmen die Möglichkeit dankbar an und freuen sich, wieder bummeln und auch ein bisschen klönen zu können“, sagt Inhaber Michael Maas. Und natürlich freut auch er sich, sein Geschäft wieder öffnen zu dürfen. Allerdings sieht er das neue Click & Meet-System kritisch. Denn es bedeutet nichts anderes, als das Kunden vorab einen Termin für ihre Shoppingtour vereinbaren müssen.

Zur Zeit dürfen 50 Kunden gleichzeitig im Laden sein

„Es ist ein hoher logistischer Aufwand, der in meinen Augen nicht notwendig ist. Es würde ausreichen, auf einer bestimmten Quadratmeterzahl eine bestimmte Anzahl Kunden zu erlauben, die sich registrieren müssen – so wie es schon mal der Fall war. Das hat gut funktioniert“, sagt Maas

Zurzeit dürfen sich 50 Kunden gleichzeitig bei Maas aufhalten. Sie müssen vorher anrufen, geben an, wann sie vorbeikommen und wie lange sie bummeln möchten. „Aber wir bieten, wie so viele andere auch, Sofort-Termine an. Das bedeutet: Ruft jemand an und fragt, ob er spontan vorbeischauen kann, und es sind weniger als 50 Kunden im Laden, machen wir das.“ Das mache das ganze System etwas absurd.

Das Click & Meet leide, wie so viele Corona-Regelungen daran, dass es an der Praxis vorbeigehe, findet Maas und nennt zwei Beispiele. „Das beginnt schon bei der Frage, wie viele Leitungen ein Unternehmen besitzt. Hat es nur eine, ist die Gefahr groß, dass ständig besetzt ist und der Kunde, der einen Termin vereinbaren möchte, irgendwann entnervt aufgibt und woanders hinfährt. Das zweite Problem ist das Personal, das für die Terminvereinbarung gebunden wird. Eigentlich sollen die Verkäuferinnen und Verkäufer beraten und verkaufen. Und wenn sie ständig am Telefon sind oder bei WhatsApp tippen, um Termine zu vereinbaren, ist das ärgerlich.“

Click & Meet geht an der Praxis vorbei

In Maas’ Augen ist es ein echtes Problem, dass keine Unternehmer in der Politik vertreten seien, die die Arbeitsabläufe kennen und ihre Entscheidungen an die Lebenswirklichkeit anpassen.

Doch während in Bassum seit Montag geshoppt werden darf, steht über dem Modehaus Leffers, das Maas vor Kurzem in Vechta übernommen hat, noch ein Fragezeichen. „Wir wollten da eigentlich auch am Montag öffnen, aber da der Inzidenzwert dort noch über 100 lag, ging das nicht“, erläutert Maas, der nun die Zahlen für zwei Landkreise im Auge haben muss.

Wie kam es überhaupt dazu? „Wir haben viele Kunden aus Twistringen und Goldenstedt und wollten uns daher Richtung Vechta orientieren. Mir gefällt die Stadt sehr mit ihren vielen Angeboten und der Universität. Darum haben wir überlegt, dort eine Filiale zu eröffnen“, erläutert Maas. Er sei dann an die Inhaber des Modehauses Leffers herangetreten und habe gefragt, ob sie Interesse hätten, das Haus abzugeben. „Viele Unternehmen haben ja das Problem, dass sie Nachfolger suchen, aber keine finden.“ Und wie es der Zufall so wollte, war das auch bei Leffers der Fall.

Modehaus Leffers in Vechta übernommen

Zunächst wird es keine Änderungen geben. „Wir wollen erstmal warm werden“, sagt Maas. Die Mitarbeiter bleiben, ebenso wie der Name. Nur die Buchhaltung wandert nach Bassum, wo nach wie vor das Stammhaus sein wird.

Für Maas war es das erste Mal, dass er ein anderes Geschäft übernimmt. Ein außergewöhnlicher Schritt also, noch dazu in einer außergewöhnlichen Zeit. Warum tut man sich diese zusätzliche Belastung an? „Ich bin Unternehmer. Ich muss strategisch denken, nicht nur operativ. Ich möchte das Unternehmen weiterentwickeln“, verdeutlicht Maas. Doch er betont, dass er bei diesem Vorhaben auf seine „super Mannschaft“ vom Modehaus zählen konnte, die hinter ihm gestanden habe.

Nun hat er nur noch einen Wunsch: „Ich sehne mich danach, endlich wieder normal öffnen zu können.“

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