Bühnenshow an Schulen

Metamorphose des Mülls

Irene die Sirene macht sich vor ihrem Auftritt für die Kinder schön. - Fotos: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Wusstet ihr, dass es 400 Jahre dauert, bis sich eine Plastikflasche auf dem Meeresboden zersetzt hat?“ „Jaaaaa“, kreischen 50 Kinder um die Wette. Und wisst ihr auch, dass im Meer ganz viel Plastik schwimmt und von Vögeln und Fischen gefressen wird, die daran sterben?“ Stille – dann folgt ein leises und trauriges „Jaaaa“.

An Umweltbewusstsein mangelt es den Schülern der Prinzhöfte-Schule nicht. Und auch nicht an Empathie anderen Lebewesen gegenüber.

Schüler basteln Kunstobjekte

Am Donnerstag waren die Künstler Daniela Franzen und Marcello Monaco dort zu Gast und führten für die Lerngruppen eins bis drei unter dem Titel „Metamorphose“ eine Recyclingshow auf.

Das Stück möchte die Kinder für das Thema Müll sensibilisieren und gleichzeitig auffordern, kreativ zu werden. So können sie unter anderem Kunstobjekte aus Müll basteln. Die Show gibt viele Anregungen.

Das wunderschöne Seepferdchen beispielsweise, das mit seinem Kind über die Bühne schwebt, besteht hauptsächlich aus einem Wäschekorb, einem Netz, einer Gießkanne und einem Besen. Weitere Fantasiefiguren sind Herr Thiel – das Müllodem, der Papier-Geier, Bio-Bodo und Blechi, der Kumpel aus Metall – sowie ein riesiges Fabelwesen mit Flügeln.

Die Idee zu dem Projekt kam Daniela Franzen auf einer Reise durch Südamerika, wie sie sagt. „Dort leben Menschen auf riesigen Müllhalden, es sind Berge von Müll – es ist schockierend“, erzählt sie. Unglaublich fasziniert aber sei sie von den Kindern gewesen, die dort leben. „Sie basteln ihr Spielzeug aus Müll und sind dabei unglaublich kreativ.“

Das habe sie inspiriert. Zurück in Deutschland setzte sie sich mit Marcello Monaco zusammen. Sie entwickelten die Show mit Musik für alle Altersklassen.

Diese Woche waren sie zu Gast an verschiedenen Grundschulen, unter anderem in Nordwohlde, an der Mittelstraße und der Prinzhöfte-Schule. Heute besuchen sie die Petermoor-Kinder.

Nach jeder Aufführung gibt es eine Gesprächsrunde zum Thema Müll und Recycling. Was die Schüler und Lehrer am Ende daraus machen, bleibt ihnen überlassen. „Es wäre schön, wenn ihr das Thema weiter im Unterricht bearbeitet“, gab Franzen vor allem den Lehrern mit auf den Weg. Ziel ist, die Kunstobjekte beim Straßentheaterfestival Piazzetta Ende Mai auszustellen. Franzens Herzenswunsch: „Vielleicht entsteht sogar eine Modenschau?“

Als Kooperationspartner konnten die Künstler die Stadt Bassum, die GAR und den Landschaftsverband Weser-Hunte gewinnen.

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