Viertägiger Lehrgang in der Bassumer Freudenburg

Das Leben planen – und Träumen Gestalt geben

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Schritt für Schritt die eigene Zukunft planen – trotz Handicap: Superintendent Klaus Priesmeier und Mechthild Strake (v.l., sitzend) sowie Katrin Kurtz, Ortwin Stieglitz, Heiko Bergmann und Christian Habl begutachten einen Entwurf. Archivfoto: Seidel

Bassum - Von Andree Wächter. Menschen haben Träume, egal ob mit oder ohne Behinderung. Wie diese real werden können, zeigt ein viertägiger Lehrgang in der Freudenburg Bassum. An den Wochenenden 11. und 12. Februar sowie 4. und 5. April erarbeiten die Teilnehmer einen persönlichen Aktionsplan. Hilfe bekommen sie von ihrem individuellen Unterstützer.

„Diese Veranstaltung ist inklusiv“, sagt Mechthild Strake. Sie gehört zum Kreisbehindertenbeirat im Landkreis Diepholz.

Zusammen mit der Stiftung Waldheim Cluvenhagen und weiteren Partnern des Aktionsbündnisses Inklusion organisierte sie die Fortbildung. In der Vergangenheit gab es Infoveranstaltungen zum Thema Zukunftsplanung. „Da haben wir den Bedarf abgeklopft“, so Heiko Bergmann von der Stiftung Waldheim. Und der Bedarf ist hoch. Bereits rund eine Woche vor dem ersten Treffen ist der Kurs ausgebucht. „Bei weiterem Bedarf müsse man über einen weiteren Kurs im Herbst nachdenken“, sagt Bergmann.

Jeder Teilnehmer der einen Aktionsplan erstellen möchte, bringt einen Unterstützer mit. Das können Freunde, Lebenspartner oder ein Betreuer sein. Mitmachen können auch Menschen, die zum Beispiel vor einem neuen Lebensabschnitt stehen.

„Das können Schüler sein, die eine Lehre beginnen. Oder Arbeiter, die kurz vor der Rente stehen“, erklärt Mechthild Strake. Und weiter: „Sie alle wollen ihre Zukunft planen.“

Wiebke Kühl moderiert die Freitage und Sonnabende. Sie ist Pädagogin und Mitglied im Netzwerk „Persönliche Zukunftsplanung“. Kühl passt ihre Inhalte an die Bedürfnisse der Teilnehmer an.

Jeder Tag steht unter einer Überschrift. Am ersten Tag heißt es „Personenzentriertes Denken und Planen“. Dahinter verbirgt sich die Sichtweise auf den Menschen. Weiter geht es mit „Ausprobieren kleiner Methoden“ und „Wichtige Orte in meinem Leben“. Am letzten Tag wird dann der persönliche Aktionsplan gemeinsam erarbeitet.

Die Ziele legt jeder für sich fest. Das Spektrum reicht von der Teilnahme an einem Marathonlauf, über zu Hause ausziehen bis hin zur Lehre im Traumberuf. Also vom kleinen Wunsch bis zur großen Lebensplanung.

„Einige hängen sich den Aktionsplan auf. Andere fotografieren ihn ab“, berichtet Bergmann aus seinen Erfahrungen. „So haben die Teilnehmer eine hohe Verbindlichkeit und Verantwortung für ihre selbstständigen Entscheidungen.“ Bei Bedarf organisieren die Veranstalter ein Nachtreffen. Dann könnten die gesteckten Ziele überprüft werden.

Für Heiko Bergmann ist diese Veranstaltung der „Anstoß eines Prozesses.“ Dass dabei großes herauskommen kann, weiß Mechthild Strake. Laut ihrer Aussage gab es einen Teenager mit Down-Syndrom. Er wollte unbedingt Bäcker werden.

Über persönliche Kontakte konnte er seinen Traumberuf ergreifen. „Die Abschlussprüfung war seinem Krankheitsbild angepasst, ist aber von der Kammer anerkannt.“

Infos erteilen Heiko Bergmann unter 04202 / 953222 oder Mechthild Strake, Telefon 04248 / 902727.

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