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Allerlei Ideen für die City

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Von: Anika Seebacher

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Ein Straßenkünstler bei der Piazzetta in Aktion.
Die Piazzetta-Projekte des Sofortprogramms sollen auch über das Straßenfestival hinaus einen Mehrwert für die Innenstadt bringen. © Jantje Ehlers

Bassum – An Ideen für eine attraktive Innenstadt mangelt es in Bassum nicht: Displays mit Informationen, Ladestationen für E-Bikes, Fotopoints und diverse Aktionen rund um das internationale Straßentheater Piazzetta schlug Bürgermeister Christian Porsch den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung am Dienstagabend vor. Denen gefielen nicht alle Projekte, einige Aspekte wollten sie ergänzt wissen.

Ausschuss diskutiert über Innenstadtprojekte

Die Vorhaben könnte die Stadt von dem Geld bezahlen, das ihr aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ zugesprochen wurde. Dabei handelt es sich um ein Programm der niedersächsischen Landesregierung, das mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland gefördert wird. Das Ziel: Innenstädte, die unter der Pandemie gelitten haben, wieder mit Leben füllen. Im September hatte die Verwaltung den Bescheid erhalten, dass für Bassum ein Förderbudget von 345 000 Euro vorgesehen ist. Zehn Prozent übernimmt die Verwaltung. Somit stehen rund 383 000 Euro zur Verfügung. Das Geld liege jedoch nicht auf dem Konto der Verwaltung, sondern bei der Förderbank, erklärte Porsch. „Die NBank trifft keine Aussage, wann eine Förderung bewilligt wird.“ Somit erfolge ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn auf eigenes Risiko.

Ein anderes Problem ist Porsch zufolge das enge Zeitfenster. Demnach muss das erste Projekt bis Ende März beantragt werden, weitere können bis Ende Juni 2022 folgen. Bis spätestens Ende März 2023 müssen alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

Digitale Tafeln kamen nicht gut an.
Digitale Tafeln kamen bei einigen Ausschuss-Mitgliedern nicht gut an. © Schmidt/dpa

Doch wofür soll das Geld ausgegeben werden? Die vom Programm vorgesehenen förderfähigen Maßnahmen lassen „ein breites Spektrum“ zu, stellte der Bürgermeister vor. Allerdings musste ein Bereich definiert werden. „Da haben wir unseren zentralen Versorgungsbereich genommen“, erklärte Porsch. Dazu gehören neben der Sulinger Straße auch Teile der Bremer Straße und der Kirchstraße. „Durch die Beschränkung können wir einige Maßnahmen nicht durchführen“, kritisierte Dr. Christoph Lanzendörfer (SPD).

Eine Arbeitsgruppe innerhalb der Verwaltung sowie der Arbeitskreis Innenstadt hatten sich im Vorfeld der Sitzung Verschiedenes überlegt. Bürgermeistser Porsch stellte diese Ideen im Detail vor:

Displays und Ladesäulen

Über digitale Tafeln erhalten Bürger und Gäste Informationen zu verschiedenen Bereichen der Stadt, unabhängig von den Öffnungszeiten des Bürgerservice. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei 72 550 Euro. Diese Idee fand bei den Ausschussmitgliedern keinen Anklang. Einerseits sei die Gefahr zu groß, dass die teuren Tafel schnell kaputt gehen. Andererseits brachte Dr. Lanzendörfer den Einwand vor, dass es sich um „Lichtsmog-Aussender“ handele. Alternativ könnte man Stationen mit QR-Codes einrichten, schlug Dörte Binder (CDU) vor.

Um den klimafreundlichen Individualverkehr zu stärken könnten weitere E-Bike-Ladestationen eingerichtet werden. Allerdings sei noch nicht geklärt, ob die Maßnahme mit dem Programm überhaupt förderfähig sei, so Porsch.

Foto-Points entlang der Sulinger Straße

An drei Standorten können Motive auf Bassumer Attraktionen aufmerksam machen und für ein Selfie dienen. 11 000 Euro würde die Umsetzung kosten. Dörte Binder sah die Gefahr, dass die Stellwände den offenen Charakter der Innenstadt stören und den Verkehr einschränken könnten. Für Dr. Lanzendörfer schien es einfacher, sich die jeweilige Attraktion live anzusehen.

Ideen rund um die Piazzetta

Das Festival soll stärker auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit ausgelegt werden. Über das Förderprogramm könnten die Veranstalter den Ideen zufolge entsprechende Artikel wie wiederverwertbares Besteck anschaffen (2 500 Euro). Darüber hinaus soll ein Teil des Budgets in Walking-Acts als ergänzendes Showelement (5 000 Euro) sowie gestalterische Aspekte in der gesamten Innenstadt (2 000 Euro) investiert werden. Weitere Pläne: Anmietung einer überdachten mobilen Bühne und eines Zirkuszelts (jeweils 3 000 Euro).

Neue Bühnenelemente für Veranstaltungen

Die Bühnenelemente von 1983 sind abgängig. Neue Elemente, die nicht nur für die Piazzetta, sondern auch für weitere Veranstaltungen in der Stadt genutzt werden, versprechen weniger Gewicht und eine leichtere Handhabung. „Das wäre eine Erleichterung für die Bauhofmitarbeiter“, sagte Porsch zu der Anschaffung, die 13 000 Euro kosten würde.

Innenstadt-Entwicklungskonzept

Für ein „Gesamtkunstwerk Innenstadt“ müssten noch konkrete Ideen entwickelt werden. „Wie schaffen wir es, Menschen zu motivieren, die Angebote-E in der Innenstadt zu nutzen und länger zu verweilen“, lautet eine wichtige Frage für den Bürgermeister. Für ein solches Konzept sei „externe Hilfe“ nötig, erklärte Porsch und verwies auf ein noch ausstehendes Treffen. „Wir haben schon eine ganze Reihe von Konzepten“, erinnerte Rainer Hartmann (Grüne) und riet davon ab, Geld für einen Dienstleister auszugeben.

Projekt Mutausbruch

Die länger vorliegende Idee aus dem Arbeitskreis Innenstadt sieht vor, junge Leute mit erfahrenen Unternehmern zusammenzubringen und so Start-ups zu fördern. Eine Kostenschätzung von vor zwei Jahren sieht 25 000 Euro für das Projekt vor.

Weitere Anregungen aus dem Ausschuss

„Bestimmte Dinge müssen nachgearbeitet werden“, fasste Dr. Lanzendörfer nach der Präsentation zusammen. Während die Fraktionen hinter dem Gesamtprojekt stehen, dürfe man „viele kleine Neins“ nicht außer Acht lassen, formulierte der SPD-Vertreter seine Kritk. „Wir haben noch Vorarbeiten zu leisten“, meinte auch Dr. Jürgen Falck (Bürger Block). Zudem hatte Porsch eingangs deutlich gemacht, dass weitere Projekte ergänzt werden können. So schlugen die Politiker vor, den Verkehrsentwicklungsplan zu berücksichtigen. „Da gibt es schon eine Menge Ideen“, erinnerte Hartmann. Dr. Lanzendörfer sah „die Maßnahmen aus dem Verkehrsentwicklungsplan als sehr vordringlich“ an. Birgit Kattau (CDU) schlug zudem vor, freies Wlan sowie Sitzgelegenheiten anzubieten.

Am Ende einigten sich die Ausschussmitglieder auf einen Beschlussvorschlag, den die SPD-Fraktion beantragt hatte. Demnach signalisierten sie ihre Zustimmung für das Budget von 383 000 Euro, ohne einzelne Maßnahmen zu benennen. Die „Perspektive Innenstadt“ wird im Verwaltungsausschuss sowie im Rat besprochen. Letzterer tagt Donnerstag, 17. Februar, in einer virtuellen Sitzung.

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