Postkartenaktion mit großer Resonanz

Mehr als 550 Gründe für den Erhalt der Grundschule Neubruchhausen

Volker Meyer, Joachim Hinrichs und Christian Porsch vor der Grundschule Neubruchhausen.
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Kämpfen für die Grundschule Neubruchhausen: Volker Meyer , Joachim Hinrichs und Christian Porsch (vorne von links).
  • Mehr als 550 Postkarten sollen Druck machen für den Erhalt der Grundschule Neubruchhausen. Die besten Begründungen werden nach Hannover geschickt.

Neubruchhausen – Es ist eine kostbare Fracht, die Joachim Hinrichs vom Förderverein von Schule, Kita und Krippe Neubruchhausen an Bürgermeister Christian Porsch übergibt. Sie wiegt nur zwei Kilogramm – und doch so viel mehr. Zumindest hoffen all diejenigen, die die Grundschule Neubruchhausen lieben und für sie kämpfen, dass der Inhalt ordentlich ins Gewicht fällt, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen – für oder gegen einen Fortbestand der Außenstelle der Grundschule Mittelstraße.

„Wir sind für den Erhalt der Schule – weil unsere Kinder mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Laufrad oder dem Schlitten gebracht werden möchten“ oder „... – weil viele lernschwache Kinder in den kleinen Klassen besser Anschluss finden.“ Das sind nur zwei Beispiele für das, was mehr als 550 Menschen auf die Postkarten geschrieben haben, die der Förderverein Kindergarten und Grundschule Neubruchhausen, die Eltern, die Schule sowie der Schul- und Stadtelternrat der Stadt in Umlauf gebracht haben. „1 000 Grunde für den Erhalt unserer Grundschule“ war die Aktion überschrieben.

Insgesamt wurden 1 000  Postkarten gedruckt. Darauf konnten alle Unterstützer ihre persönlichen Gründe für den Erhalt der Schule schreiben. Die Karten lagen an verschiedenen Orten in Neubruchhausen und Bassum aus. Wer weiter weg wohnte, konnte sie auf der Internetseite des Ortes herunterladen und ausdrucken.

Unterstützung sogar aus Irland

Der Förderverein bekam für die Aktion breite Unterstützung. So haben Kinder aus Kita und Schule Plakate und Bilder gemalt, um die Abgabestellen bunt zu verschönern. „Eigentlich war das ganze Dorf an der Aktion beteiligt“, sagt Hinrichs. Die Freude und Dankbarkeit gegenüber all den Menschen, die die Karten ausgefüllt zurückgeschickt haben, ist ihm anzumerken. Viele Bassumer Orte wie Albringhausen, Schorlingborstel oder auch Hallstedt haben mitgemacht. Die Karten mit der weitesten Rückreise kamen aus München, Meppen und sogar Irland.

Porsch, der mit seiner Familie ebenfalls eine Karte ausgefüllt hat, nahm den Karton in Empfang. Die Aktion zeige den starken Zusammenhalt für ein bedeutendes Ziel. „Die Schule ist ein wichtiger Faktor für den Ort.“ Dem schloss sich CDU-Landtagsabgeordneter Volker Meyer an und betonte, sich für die Grundschule einsetzen zu wollen. „Es ist wichtig, dass die kleinen Schulen erhalten bleiben. Zumal wir in diesen Standort viel investiert haben mit dem Hort und der Krippe.“

Stadtrat will die schönsten Begründungen nach Hannover schicken

Der Erste Stadtrat, Norbert Lyko, war ebenfalls bei der Übergabe anwesend. Er wird sich nun ein paar besonders schöne Begründungen herauspicken, sie zusammen mit dem Antrag zur Fortführung der Schule nach Hannover schicken – und darauf verweisen, dass es dort, wo diese Karten herkommen, noch sehr viel mehr gibt.

Die Verwaltung kämpft seit Jahren Seite an Seite mit den Bürgern für den Erhalt der Schule, an der „sehr engagierte Lehrer arbeiten, die das Konzept Dorfschule leben“, schwärmt Lyko. So hat die Stadt unter anderem eine Neufassung der Schulbezirke beschlossen und die Gebühren für die Hortbetreuung abgeschafft. Aufgrund der geringen Schülerzahlen steht der Fortbestand der Außenstelle seit vielen Jahren immer wieder auf der Kippe.

Mehr als 550 Bürger haben auf Karten geschrieben, warum die Grundschule erhalten bleiben muss.

Sobald Norbert Lyko den Antrag abgeschickt hat, heißt es Warten. Wann rechnet er mit einer Antwort? „Beim letzten Mal bekamen wir sie im Mai.“ Und was, wenn die Antwort negativ ist? Ein solches Szenario ist für Lyko kaum vorstellbar. Allein schon, weil dann die Frage geklärt werden müsste, wo die Neubruchhauser Schüler stattdessen unterkommen sollen. Denn in der Mittelstraße ist nicht genug Platz. „Dann müssten Alternativen geschaffen werden.“ Aber daran mag der Erste Stadtrat nicht denken. „Ich bin überzeugt, dass die Landesschulbehörde die Verlängerung genehmigt.“

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