Wichtig wie Lesen und Schreiben

Medien sollen zur Selbstverständlichkeit an Schulen werden: Was der der Landkreis Diepholz plant

Tablet statt Tafel: So funktioniert der digitale Unterricht.
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Tablet statt Tafel: So funktioniert der digitale Unterricht.

Landkreis Diepholz – Rechnen, Lesen, Schreiben: Einen genauso hohen Stellenwert wie diese Grundkenntnisse hat künftig die Medienbildung in den Schulen. Deshalb haben Bund und Länder den Digitalpakt geschlossen, den der Landkreis Diepholz im Schulterschluss mit seinen Kommunen umsetzen will. Insgesamt 15,4 Millionen Euro sollen in fünf Jahren in die Medien-Ausstattung an den Schulen investiert werden. Davon fließen zwar 5,3 Millionen Euro aus dem Digitalpakt an den Landkreis und ebenso Geld des „Sofortausstattungsprogramms für digital gestützten Unterricht“.

Aber: 8,6 Millionen Euro muss der Landkreis Diepholz aus eigenen Mitteln beisteuern. Abzüglich seiner bereits jetzt und jährlich geleisteten digitalen Förderung an den Schulen entsteht ein neuer Netto-Ausgabebetrag von 4,3 Millionen Euro – in einem Zeitraum von fünf Jahren.

Basis dafür ist der Medienentwicklungsplan, mit dem sich die Mitglieder des Schulausschusses am Mittwoch in der Bassumer Oberschule befassten. Live zugeschaltet in der Sitzung unter Leitung von Dietrich Struthoff (CDU): Dr. Anja Zeising und Lea Telle vom Institut ifib consult aus Bremen. Landkreis und ifib hatten im Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden den sogenannten „Diepholzer Standard“ entwickelt, von dem die Schüler künftig profitieren sollen. Als Vorteil dieses Schulterschlusses nannte Dr. Zeising die Homogenität: „Schulübergänge sind einfacher zu gestalten.“

Sie gab genauso Einblick in einen Unterrichtsraum der Zukunft und stellte fest, dass der Landkreis Diepholz bereits einen „hohen Standardisierungsgrad“ habe – aber gleichwohl Ausbaupotenzial, vor allem bei den Netzwerkinfrastrukturen. Allein für die Vernetzung sind bis Ende 2024 insgesamt 3,6 Millionen Euro erforderlich, wenn der Medienentwicklungsplan in der vorliegenden Form umgesetzt werden soll. Außerdem besitzen elf Schulen noch nicht die elementaren Datenautobahnen, deshalb müssen noch 309 000 Euro für die Breitbandanbindung gezahlt werden.

Ein geringer Betrag im Vergleich zu den größten Ausgabeposten im Gesamtpaket: Allein die Präsentationstechnik in den Klassenräumen kostet demnach 5,1 Millionen Euro, wie Lea Telle erläuterte. Für Endgeräte müssen 2,4 Millionen Euro ausgegeben werden, denn in der Schule soll künftig jeder Schüler über ein solches Gerät verfügen. Der Support für die Schulen der Zukunft, also die fachspezifische Unterstützung, kostet rund 1,8 Millionen Euro in fünf Jahren. Grundlagen dieser Kostenkalkulation waren „Bestandsaufnahmen und Bedarfsermittlungen in und mit den Schulen im Landkreis Diepholz“.

Mit großer Mehrheit stellten sich die Mitglieder des Schulausschusses hinter den Medienentwicklungsplan und die zusätzlichen Kosten von 4,3 Millionen Euro. Ausnahme: Gerd Breternitz (AfD) lehnte das ab. Dagegen begrüßte Hans-Werner Schwarz (FDP) den Plan ausdrücklich: „Das Geld ist gut angelegt, wenn wir die Schulen im Landkreis Diepholz zukunftsfähig machen wollen.“

Für die CDU stimmte Gerhard Albers dem Plan ausdrücklich zu. Auf Nachfrage, ob auch die Schulen in Trägerschaft der Städte und Gemeinden an die neuen Standards gebunden sind, antwortete Erster Kreisrat Wolfram van Lessen: „Das ist eine wissenschaftliche Empfehlung.“ Will heißen: Die Kommunen entscheiden selbst.

Hermann Schröder (FWG) erachtete die Investitionen ebenso als immens wichtig, allem voran aber den Anschluss aller Schulen an die Datenautobahn.

Auch Peter Jahnke (SPD) stand hinter dem Paket, verwies aber auf die elementare Bedeutung des Datenschutzes. Romuald Buryn (Bündnis 90/Die Grünen) hinterfragte die Kriterien der Umsetzung. Erster Kreisrat Wolfram van Lessen: „Das baut aufeinander auf.“

Hintergrund

Mit dem Digitalpakt Schule 2019 bis 2024 haben Bund und Länder das Förderprogramm für digitale Technik an Schulen auf den Weg gebracht. Infrastrukturmaßnahmen der Kommunen im Bildungsbereich werden mit 5,5 Milliarden gefördert. Der Schulträger Landkreis Diepholz erhält davon 5,2 Millionen Euro. Ein Muss: schuleigene Medienbildungskonzepte, die pädagogische, technische und organisatorische Aspekte zum Gesamtkonzept verbinden. Fakten dazu erläuterte Torsten Abeling, Leiter des Landkreisfachdienstes Bildung.

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