Matthias Stührwoldt sorgt im Landgasthaus Stöver für Heiterkeit

Mehr Dichtung als Wahrheit

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Birgit Meyer-Borchers (l.) und Gisela Buschmann begrüßen Matthias Stührwoldt.

Bassum - Von Heiner Büntemeyer. Als Zwölfjähriger, es muss um 1980 gewesen sein, schrieb Matthias Stührwoldt in der Schule einen Aufsatz, der seinen Lehrer so begeistert hat, dass der Junge beschloss, Autor zu werden. So jedenfalls schilderte er den mehr als 130 Zuhörern in Stövers Landgasthaus den Beginn seiner Karriere. Später wurde er als Autor und Sprecher von plattdeutschen Texten in der legendären NDR-Hörfunkreihe „Hör mal `n beten to“ bekannt.

Inzwischen reist er mit seinen Geschichten durch Norddeutschland, wenn ihm seine Arbeit als Bio-Landwirt in Stolpe bei Plön dazu die Zeit lässt.

Am Montag las und erzählte er auf Einladung des Land-Frauen-Vereins Freudenberg-Bassum seine Geschichten, natürlich „op Platt“.

Freimütig erzählte er, dass die meisten Geschichten zu 75 Prozent wahr seien und er den Rest dazu erdacht habe. Der Anteil des Erdachten werde aber immer größer, je öfter er die Geschichten erzähle und je länger die Ereignisse zurücklägen.

Stührwoldt liebt seinen Beruf als Landwirt. Er ist ein Familienmensch. Das hörte man aus fast jeder seiner Geschichten heraus. Es sind Geschichten eines hellwachen Jungbauern, der mit einem liebevollen Blick seine Umwelt und seine Mitmenschen beschreibt.

Stührwoldt betrachtet sich selbst als Bauer, für ihn ist ein Bauer die Steigerung eines normalen Mannes. Seine Eltern, seine Frau, seine fünf Kinder und seine 50Milchkühe bilden sein Universum.

Mit viel Verständnis schilderte er, wie er seine Eltern erlebte, wenn sie als „Team“ die tägliche Arbeit auf dem Hof erledigten. Im Rückblick auf seine Kindheit und Jugend kam er zu dem Ergebnis: „Mine Ollern harrn mi leev“. Zum Mann wurde er nach eigener Schilderung an dem Tag, als sein Onkel Kalli „dood bleev“ und er auf Konfirmandenfreizeit erlebte, was Liebe ist und wie nah Tod und Leben beieinander liegen.

Sehr gerne spielt er Fußball. Seine Mitspieler bemühen sich ihm zuliebe, auch während des Spiels Platt zu snacken, obgleich sie in dieser Sprache noch unsicher sind. Welche Folgen eine falsche Lautverschiebung haben kann, schilderte er, als sein Kumpel Dieter einen Freistoß schießen wollte und dabei scheten und schieten verwechselte.

Es gab viel zu lachen am Montag, allerdings lag er mit einigen Geschichten auch unterhalb der Gürtellinie. Als Zugabe erzählte er auf Hochdeutsch eine Anekdote über seine Mutter, die mit ihren Stiefeln im Morast versackt war und mit Trecker und Frontlader wieder auf sicheren Boden gehoben werden musste.

Birgit Meyer-Borchers, die den Autor auf Plattdeutsch vorgestellt hatte, verabschiedete ihn auf Hochdeutsch, bedankte sich für den vergnüglichen Abend und überreichte ihm zum Abschluss ein Geschenk der Bassumer Land-Frauen.

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