Mit Martenstein Rotwein trinken

Kulturforum erinnert sich an schöne Momente

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Blättern in alten Programmheften (v.l.): Claus Ulbrich, Gudrun Lösche und Berthold Kollschen. 

Bassum - Von Frauke Albrecht. Es ist zwar noch ein bisschen hin bis Juni, aber der Abschied rückt unaufhaltsam näher. Drei Veranstaltungen noch, dann löst sich das Kulturforum auf, wir berichteten bereits. Berthold Kollschen, Gudrun Lösche und Claus Ulbrich wollen dann Kultur nur noch konsumieren und nicht mehr organisieren.

Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. „Ich habe schon überlegt, ob wir zum Abschied noch einen Knaller engagieren“, lässt Gudrun Lösche ihre beiden Kollegen an ihren Gedanken teilhaben. Kollschen winkt ab: „Wir hatten viele Knaller in den vergangenen Jahren. Lasst uns leise gehen.“ Wie so oft, sind sich die drei einig. So war es auch mit der Entscheidung, Schluss zu machen. „Wir sind wie die drei Musketiere“, lächelt Lösche. – Alle für einen, und vor allem alle oder keiner.

Anfang des Jahres hatte Gudrun Lösche laut darüber nachgedacht, dass es Zeit sei, aufzuhören und Jüngere ranzulassen. „Eine kurze Gesprächsrunde, dann war klar, wir hören alle auf“, betont Ulbrich. In den vergangenen sechs Jahren haben sie Bassums Kulturleben entscheidend geprägt. „Insgesamt haben wir 91 Veranstaltungen organisiert“, weiß Kollschen genau und zieht die Flyer der vergangenen Jahre aus seiner Tasche. „Oh, du hast sie ja noch alle“, ruft Lösche verzückt und beginnt zu blättern. „Kino? Stimmt, wir hatten ja mal das Montagskino. Aber was haben wir da nur gezeigt?“

Vielseitig und anspruchsvoll sollte das Programm sein – „Klasse statt Masse“ lautete das Credo. Aber ebenso haben die drei konsequent gestrichen, was nicht ankam.

Jeder hatte seinen eigenen Bereich, in „dem er sich auch gut auskennt“, sagt Kollschen. So sei Claus Ulbrich der Klassik-Experte, Berthold Kollschen der Jazz-Kenner und versierte Moderator des Bassum Talk. Gudrun Lösche liebt das Theater, Chansons und Lesungen. Highlights gab es viele – ob Larry and the Handjive, Trio Fado, Golden City oder Konstantin Wecker.

Jeder erinnert sich an ganz besondere Momente: „Großartig war die Lesung mit Harald Martenstein“, zieht Lösche ihr persönliches Fazit. „Wir haben danach zusammen eine Flasche Rotwein getrunken und geredet – ein herrlicher Abend. Mein Mann musste mich abholen.“

Überhaupt wird sie die Kontakte zu den Künstlern vermissen. „Man lernt die private Seite kennen – es ist bereichernd.“ – „Der Stührwoldt war auch so ein verrückter Typ“, erinnert sich Ulbrich. Die drei halten kurz inne und lächeln.

Fortführung der Arbeit ein großer Wunsch

Claus Ulbrichs persönlicher Höhepunkt war das allererste Konzert mit den Bläsern der Kammerphilharmonie Nordwest. Bassum statt Tokio oder London. Das ist doch was. Auch dass der Bassumer Steinway-Flügel auf der Kulturbühne steht, ist sein Verdienst, lobt Kollschen seinen Freund und Kollegen.

Dem rührigen Jazzer sind vor allem die Jazzveranstaltungen im Park mit Größen der Szene in der Erinnerung geblieben. „Und der Bassum Talk zu Luther in der Kirche. Der hatte echt Substanz.“

Einen Künstler, den sie alle drei gerne in Bassum gehabt hätten, ist Götz Alsmann. Aber der hätte das Budget gesprengt. „Für so einen haben wir auch keinen geeigneten Veranstaltungsort, so Kollschen. Da sei die Kulturbühne zu klein.

Ein großer Wunsch der drei ist, dass jemand ihre Tätigkeit fortführt. „Es ist viel Arbeit. Keine Frage. Herzblut gehört unbedingt dazu“, sagt Lösche. Aber es mache auch sehr viel Spaß.

Der Wunsch der drei könnte schon bald in Erfüllung gehen. Denn nach Aussage von Bassums Bürgermeister Christian Porsch haben sich bereits einige Interessierte gemeldet. Für Mai lädt er zu einem ersten Gespräch ein.

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