Standbetreiber wehren sich gegen den Vorwurf

Ein Wochenmarkt in Bassum für (fast) alles

Die Stände auf dem Areal zwischen den beiden Teilen des Rathauses punkten mit Frische und guter Qualität.

Bassum - Von Frank Jaursch. Dienstagabend im voll besetzten NWDSB-Heim: Brainstorming in Sachen Stadtentwicklung. In einem Beitrag wird gefordert, den Wochenmarkt attraktiver zu machen – das Angebot sei zu klein. Unter den 200 Teilnehmern ist auch Cathleen Schorling, ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin und Marktfrau der ersten Stunde in Bassum. Sie verkneift sich an diesem Abend eine Replik. Doch der Vorwurf nagt an ihr. „Weil er nicht stimmt!“

Seit 23 Jahren hat der Bassumer Wochenmarkt seinen festen Platz – im Kalender und in Bassum. Freitags von 8 bis 13 Uhr gibt es zwischen den Rathaus-Gebäuden an der Alten Poststraße ein breites Angebot von Schnittblumen bis zu Hosenträgern, von Falafel bis Kohlroulade, von Vanillezucker bis zur Mohn-Marzipan-Torte.

Am gestrigen Freitag regnet es ordentlich; dennoch kommen immer wieder Besucher an die Stände. Die meisten sind Stammkunden, kommen mehrmals im Monat oder sogar wöchentlich vorbei. „Wenn die Sonne scheint, haben wir hier Tische und Bänke draußen stehen, dann ist es hier gerammelt voll“, erzählt Monika Pußack, die hier Fleisch- und Wurstwaren verkauft. Selbst produziert, na klar.

Zwölf Stände stehen hier an jedem Freitag, dazu kommt schon mal der eine oder andere „fliegende Händler“. Was die Auswahl angeht, bleibt fast kein Wunsch offen.

Obst und Gemüse, Fisch, Antipasti und Käse gibt’s, außerdem Textilien und Haushaltsartikel, Salate und Blumen, Suppen und Kurzwaren. „Kurzwaren!“, ruft Pußack aus und lacht. „Welcher Wochenmarkt hat heute schon noch Kurzwaren?“

„Zum Eierkaufen in den Supermarkt“? Von wegen: Gleich an drei Marktständen können Besucher Eier kaufen. - Fotos: Frank Jaursch

Die Betreiber der Verkaufsstände sind eine eingespielte Gemeinschaft. „Markt ist wie Familie“, lächelt Cathleen Schorling und lobt den Aufbau im Oval, der für eine gemütliche Atmosphäre sorgt. „Das hier ist ein richtiger Treffpunkt, zum Kaffeetrinken und Schnacken – und auch mal zur Bürgersprechstunde.“

Sie selbst kauft am Anfang des Markttages bei den Kollegen ein. Im Angebot vermisst sie eigentlich nichts. „Was hergehört, haben wir hier“, stimmt ihr Andreas Abelt zu. Er ist der Marktmeister in Bassum – und schon ein bisschen stolz auf das Angebot, das alle Marktwünsche erfüllt. Mit einer Ausnahme: Einen Bäckerwagen für den Markt sucht er bislang vergeblich.

Auf die Idee, die Anzahl der Stände zu erhöhen, reagiert Abelt mit deutlicher Skepsis. „Da stellt sich dann sofort die Frage, ob noch jeder auf seine Kosten kommt.“ Denn die Kundschaft werde ja nicht doppelt so zahlreich erscheinen, wenn man statt einem Käsestand plötzlich zwei hätte. „Und was passiert dann?“, fragt Blumenhändler Jörn Petersohn – und gibt gleich die Antwort: „Dann geht’s über den Preis. Und damit geht dann die Qualität runter.“ Er möchte gern die Ware aus seiner Gärtnerei anbieten können – und sich nicht mit Discounterware messen.

Mehrfach ist an diesem Tag im Gespräch mit den Marktbeschickern der Verdacht zu hören: Wer für Bassum einen größeren Markt fordert, hat sich den jetzigen wohl noch nicht richtig angeschaut. Dabei ist er durchaus einen Besuch wert. Auch an einem verregneten Freitag.

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