Stadt: Wegeseitenränder stehen lassen

Mähen zerstört Rückzugsgebiete

Abgemähter Randstreifen

Bassum - „Jedes Jahr passiert es so regelmäßig wie Weihnachten, dass schon ab Mitte Mai die Feldseitenränder gemäht beziehungsweise gemulcht werden, obwohl dies laut Naturschutzgesetz erst ab dem 1. Juli erlaubt ist.“ Diese Zeilen schreibt Bärbel Schröder aus Ringmar. Sie appelliert vor allem an die Landwirte, die Seitenränder stehen zu lassen.

Durch radikale Aktionen vor Ablauf der Brut- und Setzzeit würden immer wieder wichtige Rückzugsgebiete für junges Niederwild, Insekten, Spinnen und Kräuter zerstört – Nahrungsgrundlage auch für viele Vögel, so Schröder.

Dies bestätigt Andreas Abelt vom Ordnungsamt der Stadt Bassum. Er verweist auf das Bundesnaturschutzgesetz. Dort heißt es: „Wegeseitenränder werden in der intensiv genutzten Kulturlandschaft immer wichtiger für den Erhalt der Artenvielfalt. Damit sie dieser Aufgabe gerecht werden können, brauchen sie eine angemessene Pflege... Angemessene Pflege bedeutet nicht nur den Verzicht auf Spritzmittel, Dünger und unnötiges Befahren, sondern auch streckenweises Brachliegen, seltenes, eventuell abschnittsweises Mähen und möglichst kein Mulchen.“

Mit dem Erhalt und der Pflege von bunten Wegrändern, Uferstreifen, Hecken und auch Feldrainen würde ein wesentlicher Beitrag für das Landschaftsbild und die biologische Vielfalt von Flora und Fauna geleistet.

Zum dauerhaften Erhalt von Wegeseitenrändern gehöre auch eine ökologisch angepasste und extensive Pflege. Mahdtermine seien so zu planen, dass beispielsweise bodenbrütende Vögel ihre Jungenaufzucht vollenden können.

Gemäß Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes sei es unter anderem verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Tierarten, wozu auch alle europäischen Vogelarten zählen, während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderzeiten erheblich zu stören.

Abelt zitiert: „Eine Mahd sollte daher möglichst spät im Jahr (optimal Ende September/Anfang Oktober) erfolgen, damit sich die Pflanzen- und Tierwelt im Verlauf der Vegetationsperiode möglichst ungestört entwickeln kann.“

al

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