Von Donnerstag bis Sonntag

Circus Montana gastiert auf der Festwiese am Bahnhof

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Die Lamas gehören zu der Gruppe von rund 40 Tieren, die den Circus Montana begleiten. Darunter befinden sich auch Schweine, Laufenten, Pferde, Esel und Ponys.

Bassum - Sabrina Spindler kennt es nicht anders. Sie hat ihr Leben auf Reisen verbracht. Hatte nie eine normale Wohnung, ein Festnetztelefon oder ein Klingelschild. Und genau so ist sie glücklich. Eine Bleibe, die nicht mobil ist, würde sie verrückt machen. Deswegen lebt sie für ihren Job. Derzeit gastiert sie mit ihrer Familie und dem Circus Montana in Bassum.

„Wir sind zum ersten Mal hier und hoffen, positiv empfangen zu werden“, erzählt die Artistin. Sie hatte im Vorfeld Bedenken gehabt, da sie im Internet vor aggressiven Tierschützern in Bassum gewarnt worden sei.

Doch Spindler steht zu dem, was ihre Familie macht. Sie ist überzeugt davon, dass es zwar keine artgerechte Haltung gibt, denn artgerecht bedeute Freiheit. Aber es gebe gute und schlechte Tierhaltung. Und ihren rund 40 Tieren gehe es gut. Jeder, der wolle, können sich selbst ein Bild von ihrem Befinden machen. Darunter sind Ponys, Pferde, Esel, Ziegen, Schweine, Hunde, Laufenten, Lamas und sogar eine Kuh. 

Sie grasen friedlich auf dem Außengelände, kommen angelaufen, wenn Spindler sie ruft. Raubtiere hat die Familie keine. Einige der Vierbeiner sind schon alt und betreten die Manege nicht mehr. Dennoch bleiben sie. „Früher haben die Tiere für uns gearbeitet, jetzt arbeiten wir für sie“, erklärt Spindler. Ein Familienmitglied würde man ja auch nicht einfach weggeben, wenn es in den Ruhestand gehe.

16 Mitwirkende, acht davon Kinder

Am Circus Montana wirken insgesamt 16 Personen mit, acht davon sind Kinder. Das ist die inzwischen siebte Generation. Das Jüngste ist eineinhalb. „Das macht nur mit, wenn es möchte“, so Spindler. Bisher jedoch lediglich sehr simple Akrobatik.

Und wie ist das mit der Schule? „Die Kinder gehen immer da zur Schule, wo wir gerade sind“, erzählt Spindler weiter. Vieles lernen sie auch online. Unterstützung erhalten sie vom evangelischen Verein für innere Mission. Dieser hat sich des Themas „Schule für Kinder beruflich Reisender“ angenommen. Das funktioniere sehr gut, meint die vierfache Mutter. 

Und auch ihre Töchter Samantha und Chantal bestätigen das. Für die beiden Akrobatinnen steht quasi schon fest: Auch sie werden den Zirkus nicht verlassen. Ihr Leben dieser Kunstform widmen. „Aber natürlich kann man Kinder zu nichts zwingen“, fügt Spindler hinzu. Sollten ihre Kinder für sich einen anderen Weg wählen, wäre das in Ordnung. Was die Kinder im Zirkus vorführen, bleibt ihnen selbst überlassen. In der Regel haben sie eine Idee, schnappen irgendwo etwas auf und üben das dann so lange, bis es sitzt. „Die sind ehrgeizig und engagiert“, so die stolze Mutter.

Spindler selbst stammt auch aus einer Zirkusfamilie. Als ihr Vater das Geschäft dann aufgab, machte sie bei dem Familienbetrieb ihres Ehemannes mit. „Man hat sich so unterwegs kennengelernt und verliebt“, erzählt sie lächelnd.

Mütter zahlen am Sonntag nichts

Die Vorstellungen des Circus Montana beginnen von Donnerstag bis Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr auf der Festwiese am Bassumer Bahnhof. Die Eintrittspreise starten bei zehn Euro. Am Sonntag zahlen Mütter nichts. Es treten unter anderem Akrobaten, Schlangenmenschen, Clowns, Feuerspucker und Bauchtänzerinnen auf. Das Programm ist laut Spindler äußerst vielseitig, überraschend und unterhaltsam. Die Show dauert circa zwei Stunden.

In der 15-minütigen Pause können die Tiere gestreichelt werden. Außerdem gibt es Kleinigkeiten zu essen und zu trinken.

Spindler betont noch eine andere Bedeutung des Zirkus: „Hier ist es egal, wo jemand herkommt, welche Sprache er spricht, was er glaubt. Es treffen viele Kulturen aufeinander. Doch wenn es losgeht, da macht jeder große Augen. Deshalb ist Circus mein Leben.“ 

sil

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