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Nabu listet Amphibienvorkommen auf

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Von: Annum Malik

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Ein Screenshot der HerpetoMap: Hier können über mehrere Filter Amphibien- und Reptilienarten kartiert und gesucht werden. Derzeit fehlen allerdings noch die Daten für Bassum und Twistringen. Screenshot: Nabu
Ein Screenshot der HerpetoMap: Hier können über mehrere Filter Amphibien- und Reptilienarten kartiert und gesucht werden. Derzeit fehlen allerdings noch die Daten für Bassum und Twistringen. © Screenshot: Nabu

Der Nabu Niedersachsen listet das Amphibien- und Reptilienvorkommen auf. Doch die HerpetoMap weist Lücken auf. Grund: In vielen Kommunen fehlt das Personal die Daten zu übertragen. Das heißt aber nicht, dass es in Bassum und Twistringen keine Amphibien gibt.

Bassum/Twistringen – Im Oktober 2019 ist das Projekt HerpetoMap vom Nabu Niedersachsen an den Start gegangen. Es soll das Amphibien- und Reptilienvorkommen aufzeigen. Wo sind die Standorte und wie viele verschiedene Arten finden sich dort?

Insbesondere Amphibien sind auf ihren Wanderungen durch Straßenverkehr, den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und den dadurch bedingten Insektenschwund sowie durch den Rückgang natürlicher Gewässer in der Landwirtschaft bedroht, teilt der Nabu in einer Erklärung mit. Er hofft, durch eine über Jahre angelegte Datenerfassung gefährdete Arten, deren Bestandsentwicklung und Verbreitung aufzeigen und auf diese Entwicklung reagieren zu können, nennt der Projektleiter der HerpetoMap, Ralf Berkhan, das Ziel.

Mittlerweile haben etwa 90 ehrenamtliche Amphibien- und Reptilienexperten rund 3 000 verifizierte Daten in die Karte eingespeist. Dennoch weist die HerpetoMap Lücken auf, erzählt Ralf Berkhan. Auch Bassum und Twistringen fehlen in der Kartierung. Gibt es dort etwa keine Amphibienstandorte?

43 Gewässer in Bassum, 42 in Twistringen

Die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz (SN) betreut nach eigenen Angaben in Bassum 43 und in Twistringen 42 Gewässer. Zu den Amphibienarten in Twistringen und Bassum zählen unter anderem die Erdkröte, der Teich-, Gras-, Moor- und Laubfrosch, die Knoblauchkröte, der Teichmolch sowie der Kammmolch, teilt die Stiftung Naturschutz mit. Wobei die Knoblauchkröte, der Kammmolch und der Laub- und Moorfrosch seltene Arten seien.

In beiden Städten gibt es also Biotope mit Amphibienvorkommen. Warum fehlen diese dann in der HerpetoMap? Harm-Dirk Hüppe, Erster Stadtrat in Twistringen, hat derzeit für seine Stadt keine Biologen. Fachlich gebe es keine Person, die sich der Thematik der HerpetoMap annehmen könne.

In Bassum sieht es ähnlich aus, berichtet Erster Stadtrat Karsten Bödeker. Die Stadt arbeite mit den Daten und Dienstleistungen der Stiftung Naturschutz zusammen. Aber es soll in Bassum bald eine Stelle für Klima- und Umweltschutz geben, wo der Naturschutz mitinbegriffen sein könne.

Datenerfassung für den Kammmolch geplant

Der Landkreis Diepholz erklärt, dass die Stiftung Naturschutz an verschiedenen Naturschutzprogrammen beteiligt sei und auch Daten zum Amphibienbestand regelmäßig erfasse. Die gehen an den NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz). Dabei handelt es sich um das Niedersächsische webbasierte Artenerfassungs-Portal, kurz NIWAP, schreibt Jan Kanzelmeier vom Fachdienst Kreisentwicklung des Landkreises Diepholz. Die Daten der größeren Kartierungsaufträge würden aus organisatorischen Gründen nicht zusätzlich in die HerpetoMap gespeist. Lediglich Einzelerfassungen würden in der HerpetoMap eingepflegt. Dank des ehrenamtlichen Einsatzes von Martin Lütjen, Beiratsvorsitzender der Stiftung Naturschutz und Kreisnaturschutzbeauftragter.

Für dieses Jahr plant die Stiftung Naturschutz unter anderem für den Raum Bassum und Twistringen die Datenerfassung für den Kammmolch, die Kreuzkröte sowie Knoblauchkröte. Für die Kreuzkröte sei keine spezielle Kartierung vorgesehen, für den Kammmolch schon. Sein Aufkommen an der Ellernbäke in Twistringen und im Bereich Hallstedt in Bassum soll erfasst werden. Ergänzt würden diese Kartierungen um die Erfassung des Laubfrosches und der Knoblauchkröte, so die Stiftung.

Die Knoblauchkröte ist rar in Bassum und Twistringen.
Die Knoblauchkröte ist rar in Bassum und Twistringen. © Nabu

Übrigens achtet der Nabu in der HerpetoMap auf besondere Schutzvorkehrungen bei der Standortnennung der Amphibien. So würde diese nicht punktgenau, sondern in einem Koordinatenraster von fünf Mal fünf Kilometern gekennzeichnet. Personen, die solche Amphibien-Arten für den Terrarien-Verkauf einsammeln, könnten so daran gehindert werden.

Die Idee der HerpetoMap geht auf gut gemachte Erfahrungen mit einem ähnlichen Format zurück: die BatMap zur Meldung verschiedener Fledermausarten, erklärt Berkhan. Ein Vorteil der Kartierung sei es, wenn Bauvorhaben geplant werden. In Niedersachsen sei die Datenlage zu Amphibien und Reptilien nicht die Beste, so Berkhan. Seit eineinhalb Jahren werden diese Daten statt auf Papierbögen – wie früher üblich – nun digital erfasst.

Weitere Informationen

www.herpetomap.de

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