Jonas Kreis plant Wohnen, Büros und Gastronomie

Bassumer Lichtspielhäuser werden abgerissen 

Nach Jahren des Leerstandes soll dem Gebäudekomplex nun neues Leben eingehaucht werden. - Foto: Kollschen

Bassum - Von Frauke Albrecht. Lange hat Jonas Kreis überlegt, das Gebäude zu erhalten. Doch der Aufwand wäre riesengroß. Deshalb wird noch in dieser Woche der Abrissbagger seine Arbeit verrichten und das ehemalige Kino an der Sulinger Straße abreißen. Der Architekt verspricht aber: „Wir werden dort etwas bauen, was mit dem Ort zu tun hat.“ Entstehen sollen dort die Bassumer Lichtspielhäuser.

Derzeit feile das Team noch an den Details. Den Bauabtrag möchte Kreis im Herbst stellen, „dann könnten wir 2018 mit der Ausführung beginnen und wären spätestens 2019 fertig“.

Es wird also noch eine Weile dauern, bis die Bassumer an der Ecke Bahnhofstraße, Marie-Hackfeld-Straße die Verbindung zwischen Moderne und Tradition in Augenschein nehmen können.

Das Gebäudeensemble besteht aus zwei Teilen – dem alten Kinosaal und dem ehemaligen Hotel zur Post (1899). Das Kino wird abgerissen. Der Neubau soll aber in Aussehen und Form an das Lichtspielhaus erinnern. „Wir werden Motive des Kinos aufgreifen, unter anderem Klinker verwenden“, so Kreis. Auch die neuen Fenster und die Dachform sollen an die Schauburg erinnern.

Die Fassade des Wohnhauses daneben (früher Hotel zur Post) bleibt aus Denkmalschutzgründen stehen.

Kreis ist sich der besonderen Historie des Ortes durchaus bewusst. In unmittelbarer Nähe stand früher eine Synagoge. Alle diese Aspekte sollen sich in seinem Lichtspielhaus wiederfinden: Gastronomie, Büros, Wohnen und vielleicht ein offener Platz.

In alten Zeiten war das Kino in Bassum Treffpunkt für die Jugend und die Erwachsenen. - Archivfoto

Der Altbau wird entkernt, um dann offenes, modernes Wohnen zu ermöglichen. Kreis denkt an acht bis zehn Wohnungen, ganz oben soll ein Penthouse mit Aufzug entstehen. Da Parkplätze in der Gegend Mangelware sind, plant der Architekt eine Tiefgarage.

Im Neubau sieht Kreis Büros und Gastronomie gut aufgehoben. „Wir führen bereits Gespräche mit Mietern und Interessenten. Es ist möglich, als künftiger Eigentümer mitzugestalten.“ Wer Interesse hat, solle sich melden.

Kleine Kinos sterben aus 

Viele Bassumer hätten ihn in der Vergangenheit angesprochen und das Ende der Kino-Ära bedauert. „Wir haben sogar Kontakt zu Kino-Betreibern aufgenommen und überlegt, dort wieder ein Kino zu etablieren“, erzählt der Planer. Aber kleine Kinos seien eine aussterbende Art.

Somit endet mit dem Abriss ein Stück Bassumer Geschichte. Die Schauburg gab es bereits in den 50er-Jahren – geführt von Familie Lampe. Bekannteste Besucherin war Conni Froboess. Später übernahm Erich Gause das Lichtspielhaus. Das Kino war noch bis zu Beginn der 90er-Jahre geöffnet. Seitdem steht das Haus leer. Weitere Infos per Mial an info@3K-planen-bauen.de.

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