Sonntag auf Tour mit Neubürgern

Leidenschaftlicher Bassumer: Klaus-Dieter Sprenger ist seit 15 Jahren Gästeführer

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Klaus-Dieter Sprenger mag es, Menschen zu unterhalten.

Bassum - Von Ulf Kaack. Er bezeichnet sich selbst als einen leidenschaftlichen Bassumer: Klaus-Dieter Sprenger. Und mit genau so viel Leidenschaft ist er seit 15 Jahren ehrenamtlicher Gästeführer in seiner Heimatstadt. Die Liebe zu ihr will er jedoch keinesfalls als naiven Lokalpatriotismus verstanden wissen: „Ich bin gerne mal weg und freue mich dann um so mehr, zurück in Bassum zu sein. Hier gibt es viel, was andere nicht zu bieten haben.“

Um als Gästeführer einen guten Job zu machen, benötigt man neben fundierten Fachkenntnissen vor allem ein gewisses Sendungsbewusstsein und Entertainmentqualitäten. Alles Attribute, über die der 64-Jährige zweifellos verfügt. Um seine ausgeprägte Bassum-Affinität zu erklären, muss an dieser Stelle der Bogen etwas weiter gespannt werden.

Sprenger in Bassumer Baracke geboren

Zur Welt kam Klaus-Dieter Sprenger, darauf ist er besonders stolz, in einer Baracke der Heilstätte, dem Vorläufer des Bassumer Krankenhauses. Seine Eltern waren beide Ostflüchtlinge, arbeiteten auf dem Hof Kolloge in Klenkenborstel. Dort wuchs er auf. 17 Jahre, die ihn geprägt haben, seine Persönlichkeit nachhaltig formten.

„Auf dem bäuerlichen Anwesen durfte ich eine wundervolle Kindheit und Jugend verleben“, blickt Klaus-Dieter Sprenger zurück. „Zusammen mit der Bauernfamilie, den Mägden und Knechten saßen wir täglich gemeinsam am Tisch – klassen- und zwanglos. Der Hof war ein riesengroßer Abenteuerspielplatz, und wir Kinder hatten alle Freiheiten. Mein ganz persönliches Bullerbü in Bassum war das.“

Nach den Hausaufgaben kräftig mit anpacken

Er war kaum in der Schule, da konnte der Knabe bereits Treckerfahren und Skatspielen. In der Erntezeit musste nach den Hausaufgaben kräftig mit angepackt werden. In den Urlaub zu fahren, war für die Sprengers damals kein Thema. Stattdessen stieß der junge Mann zu den Fußballern des TSV Bassum.

Als er 15 Jahre alt war, begann Klaus-Dieter Sprenger seine Lehre bei der Kreissparkasse. Heute ist er der Leiter der Kreissparkassengeschäftsstelle in Bassum.

Ausgeprägtes Geschichtsinteresse

Schon immer hatte der 64-Jährige ein ausgeprägtes Geschichtsinteresse. Besonders die Historie seiner Heimatstadt und des Bassumer Stifts standen im Fokus seiner Aufmerksamkeit. Das wusste auch Äbtissin Barbara von Wallenberg Pachaly. Als die Abtei des Stifts 2004 anlässlich ihres 250-jährigen Bestehens verstärkt ins öffentliche Interesse rückte, engagierte sie Klaus-Dieter Sprenger kurzerhand als ihren Assistenten für Führungen auf dem Areal und in den Gebäuden des Kanonissenstifts.

„Das hat mir zum einen sehr viel Freude gemacht, auf der anderen Seite auch mein historisches Wissen nochmals vertieft“, sagt Klaus-Dieter Sprenger, so dass der Schritt zum Gästeführer ebenso logisch wie konsequent war: „2006 machte ich eine 120 Sunden umfassende Ausbildung zum Gästeführer und gehöre seitdem zum Team in Bassum. Jeder von uns hat seine eigenen Schwerpunkte und Fachkenntnisse, jeder hat sich seine eigene Tour ausgearbeitet.“

Gästeführung: Mischung aus Anekdoten und Daten

Neben dem Stift und der Stiftskirche hat er die Bassumer Geschichte für sich als drittes Kernthema festgelegt. Dass es dabei locker und unterhaltsam zugeht, versteht sich von selbst. „Natürlich sind es einerseits die harten geschichtlichen Fakten, die ich meinen Gästen näherbringe. Aber es gibt so viele kleine Geschichten und Anekdoten, die eine Gästeführung zu einem Erlebnis machen. Hinter jeder Haustür versteckt sich eine erzählenswerte Geschichte.“

Die bringt er bei einem ausgedehnten Spaziergang auf seine humorvolle und kurzweilige Art perfekt rüber. Und das kommt an bei den Menschen. Sein Wunsch ist es, dass seine Gäste schlauer aus der Tour rauskommen, als sie reingegangen sind und dabei jede Menge Spaß hatten.

Ideengeber und Gründervater der AktiBa

Warum er den Job als Gästeführer macht? „Ganz einfach: Weil Bassum etwas zu bieten hat“, sagt er voller Überzeugung. Und das erklärt auch ein weiteres Feld seiner Aktivitäten. Klaus-Dieter Sprenger ist neben Heinz Schierloh und Toni Kroner einer der Ideengeber und Gründerväter der AktiBa.

„Als wir 2003 mit der vollen Überzeugung, das Richtige zu tun, die erste Bassumer Gewerbeschau auf die Beine stellten, hielten viele Kritiker diese Präsentationform für ein Auslaufmodell“, so Klaus-Dieter Sprenger, der als Sprecher und Finanzmanager in der Verantwortung war. „Doch die AktiBa war von Beginn an ein Erfolgsmodell. Bis heute. Das Veranstaltungsgelände auf der Kartbahn eignet sich ideal für das Event, das von der Stadt, der Wirtschafts- und Interessensgemeinschaft Region Bassum und der Ortshandwerkerschaft getragen wird. Alle drei Jahre hat die Regionalmesse seitdem sattgefunden, war dabei immer hervorragend besucht und – das ist mir als Finanzmensch natürlich wichtig – endete immer mit einer schwarzen Null für uns Veranstalter.“

Rückzug aus dem AktiBa-Management

Dass ihm für sein AktiBa-Engagement im vergangenen Jahr die Bassum-Medaille für ehrenamtliche Arbeit in der Lindenstadt verliehen wurde, ist ihm bei allem Stolz darauf schon ein wenig unangenehm: „Das war immer eine Teamleistung, der Erfolg hat viele Väter. Mir ist die Auszeichnung wohl zugefallen, weil ich immer die größte Klappe habe. Tatsächlich bin ich nur Stellvertreter, denn die Würdigung steht dem gesamten Orga-Team zu.“

Mit der AktiBa 2018 hat sich Klaus-Dieter Sprenger aus dem aktiven Management zurückgezogen. Gästeführer wird er noch lange bleiben, sagt er, und fügt noch ein ganz persönliches Lebensziel hinzu: „Eigentlich könnte ich beruflich schon längst im Vorruhestand sein. Doch ich will im nächsten Jahr noch mein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern. Das hat schon lange keiner mehr geschafft bei der Kreissparkasse Syke. Zuletzt Willi Focke 1971 und 1986 Hellmut Meyer. Beide arbeiteten in der Geschäftsstelle in Bassum. Dieses Duo muss unbedingt zum Trio werden.“

Übrigens gibt es am Sonntag, 15. September, um 14 Uhr eine Stadtführung mit Klaus-Dieter Sprenger für Neubürger.

Infos gibt es unter

www.bassum.de

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