Irmgard und Rolf Mausolf feiern diamantene Hochzeit

Mit lauten Kuckuck-Rufen fing die Liebe an

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Ganz verliebt schmiegt sich Rolf Mausolf an seine Ehefrau Irmgard. Die beiden feiern heute ihre diamantene Hochzeit.

Bramstedt - Von Ute Schiermeyer. Gefunkt hatte es zwischen Rolf und Irmgard gleich bei der ersten Begegnung am Kanal in Minden. Die beiden waren noch Teenager, als sie sich ineinander verliebten. Vier Jahre später, als es nach Rolfs 21. Geburtstag rechtlich möglich war, heirateten sie im Standesamt an der Hollerallee in Bremen.

Heute jährt sich der Hochzeitstag des Bramstedter Paares zum 60. Mal. Voller Herzlichkeit erzählt das Jubelpaar von den gemeinsam verbrachten Jahren. Beiden ist ihre erste Begegnung noch bestens in Erinnerung. Im Sommer 1954 zeltete der junge Bremer Rolf Mausolf mit seinem Cousin in Minden am Mittellandkanal. Irmgard, gebürtige Mindenerin, ging mit ihren Freundinnen dort spazieren.

Sie erinnert sich noch an die lauten Kuckuck-Rufe, mit denen die Jungs auf sich aufmerksam machten. Schnell lernte man sich kennen und traf sich während der nächsten 14 Tage immer wieder. Als der Urlaub der Jungen zu Ende war, behielt Irmgard Rolfs Radio als Pfand zurück. „Ich wollte ja, dass er wiederkommt.“, erzählt die heute 77-Jährige.

Freie Tage in Minden verbracht

Und er kam wieder. In den nächsten Jahren verbrachte Rolf immer wieder seine freien Tage in Minden. Das gab beinahe zwangsläufig Ärger. Denn Irmgards Elternhaus war sehr streng. Abends fünf Minuten zu spät nachhause zu kommen, bedeutete Bestrafung mit der „Klopppeitsche“, wie sie erzählt.

Kaum verwunderlich, dass ihre Eltern auch Rolf Mausolf nicht gern bei ihrer Tochter sahen. „Meine Eltern waren dagegen. Er ist rausgeflogen“, erzählt Irmgard. Rolf war das egal. „Ich bin vorne weggegangen und hinten wieder reingekommen“, sagt er. Erst als er einmal Hans Moser parodiert hatte, sei zumindest bei der Mutter seiner Angebeteten das Eis gebrochen. „Rolf wurde später sogar ihr Lieblingsschwiegersohn“, meint Irmgard Mausolf heute.

Mit 17 wurde Irmgard schwanger. „Das war Absicht, damit wir heiraten durften“, erzählt sie. Nach der Hochzeit zogen sie in ihre erste gemeinsame Wohnung. Tochter Renate wurde geboren. Mit Heike und Petra wurde das Dreimädelhaus komplett. Über 30 Jahre lebte die Familie in Bremen, bevor Irmgard und Rolf Mausolf nach Minden zu ihrer Familie zogen.

Mit der jüngsten Tochter unter einem Dach

Heute leben beide mit ihrer jüngsten Tochter unter einem Dach in Bramstedt. Das diamantene Hochzeitspaar hat neun Enkel und vier Urenkel. Leider ist ihre mittlere Tochter Heike vor vier Jahren verstorben.

Im Flur und im Esszimmer schmücken Bilder aus über sechs gemeinsamen Jahrzehnten die Wände. Fotos von Kindern, Enkeln und Urenkeln, von Freunden. Auch eine winzige Schwarzweiß-Fotografie von 1954 ist dabei. Darauf sitzt das frischverliebte Paar Arm in Arm auf einer Kanalmauer in Minden.

„Meine Eltern haben dieses Bild damals zerrissen“, erinnert sich Irmgard Mausolf. „Sie sagten, es sei ein Verbrecherbild.“ Der Abzug wird heute noch in Ehren gehalten. Auch im Portemonnaie hat Rolf Mausolf einige Bilder seiner Liebsten. Er ist immer noch ganz verliebt in sein „Irmchen“.

Viele gemeinsame Reisen als tolle Erinnerung

Zu den liebsten Erinnerungen des Diamant-Paares gehören die vielen gemeinsamen Reisen. In jungen Jahren radelten sie mit den kleinen Töchtern zum Zelten ans Steinhuder Meer. Später wurde das Familienzelt in Plön oder der Ostsee aufgeschlagen. Es folgten Reisen nach Spanien und Österreich. Zu seiner Bremer Zeit hatte das Paar auch einen Campingwagen am Steller See, wo es die Sommer verbrachte.

Als Rolf und Irmgard Mausolf dann nach Minden zogen, schafften sie sich zwei Mopeds an und waren praktisch ständig damit unterwegs. Erst als sie vor vier Jahren zu Tochter Petra nach Bramstedt zogen, verkauften sie ihre Mopeds. „Und jetzt vermisse ich sie sehr“, meint Irmgard Mausolf.

Die goldene Hochzeit haben Mausolfs vor zehn Jahren mit über 100 Gästen gefeiert. Die Diamantene soll heute dagegen eine intime kleine Familienfeier werden. „Aber zur Eisernen hauen wir wieder voll rein“, kündigt Rolf Mausolf schon mal an.

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