Treckerfreunde reisen am Wochenende zum Oldtimer-Mekka

Lanz: Eisenhaufen mit Glühkopf und Schwungrad

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Treckertreffen in Wedehorn. Dazu gehört auch das Schaupflügen.

Wedehorn - Von Ulf Kaack. Den Nimbus eines Geheimtipps unter den Oldtimertreffen für historische Landmaschinen hat das Wedehorner Treckertreffen längst hinter sich gelassen. In der Szene genießt es einen hervorragenden Ruf: wegen seiner perfekten Organisation, der gemütlichen Atmosphäre und der reizvollen Landschaft.

Am kommenden Wochenende ist es in der Bassumer Ortschaft wieder soweit. Die Veranstalter vom Heimatverein und der Freiwilligen Feuerwehr erwarten rund 250 Traktoristen und ihre Fahrzeuge sowie mehrere tausend Zuschauer aus der Region. „Das ist halt immer auch ein bisschen wetterabhängig, aber wir hatten in der Vergangenheit fast immer Glück damit und sind auch jetzt optimistisch“, meint Richard Plöger vom Organisationsteam.

Los geht’s für die Besucher am Sonnabend um 14 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr. Der Eintritt ist ebenso wie das Parken kostenlos.

Die Vorbereitungen für das kernige Event laufen seit Wochen, gehen jetzt in ihre heiße Phase. Das Organisationsteam – Anke und Hans-Jürgen Engler, Sabine und Richard Plöger, Kathrin Engler, Elfriede und Horst Husmann sowie Hilmer Albers und Simon Martens – haben eine Menge Arbeitsstunden hinter sich. Rund 40 ehrenamtliche Helfer stehen ihnen zur Seite, kümmern sich um die Logistik und die Gastronomie, nehmen Anmeldungen entgegen, schieben Parkplatzdienst und betreuen die Aussteller.

Schlafen in ausgebauten Bauwagen

Ortsvorsteher Horst Husmann: „Doch bei unserem siebten Treckertreffen sind wir zwischenzeitlich ein gut eingespieltes Team. Jeder weiß, was er zu tun hat.“

Schon morgen werden die ersten Teilnehmer, meist mit einem ausgebauten Bauwagen als mobile Schlafstatt am Zugmaul, auf dem Dorfplatz am Göpel erwartet. Legendäre Traktoren aller Marken in den Zuständen von toprestauriert bis in Ehren gealtert werden erwartet: Deutz, Hanomag, Porsche-Diesel … und natürlich die kultigen Glühkopf-Schlepper aus dem Hause Lanz, die mit ihrem prägnanten Klang auch akustisch bei dem Treffen für Aufmerksamkeit sorgen werden. Allein das Startprocedere bei diesen legendären Eisenhaufen mit Glühlampe und Schwungrad ist ein Besuch des Treffens wert.

Klar, dass viele der Traktoren auch in Aktion zu erleben sind. Einige werden beim Schaupflügen auf dem Acker vor Publikum ihre Kraft demonstrieren. Ein weiteres Highlight ist ein alter Mähbinder von Herbert Nölker aus dem Nachbardorf Stelle. Wie in der guten alten Zeit wird er vorführen, auf welch mühevolle Weise seinerzeit das Getreide geerntet wurde. Als Antrieb fungiert dabei sein betagter Lanz Bulldog.

Außerdem werden alte landwirtschaftliche Gerätschaften präsentiert, die einst im Bassumer Eisenwerk gebaut wurden.

Vollgas-Rock mit „Eimer & Forke“

„Eimer & Forke“ lautet der Name der Wedehorner Dorfkapelle. Doch wer nun ein bodenständiges Ensemble mit Volks- und Blasmusik erwartet, ist schief gewickelt. Das Repertoire der vier Musiker besteht aus handfestem Rock – klanglich angesiedelt zwischen AC/DC und Westernhagen, nicht selten mit plattdeutschen Texten versehen. Für „Eimer & Forke“ ist es eine Ehre und Verpflichtung zugleich, den Gästen der Dieselfraktion am Samstagabend ab 20 Uhr mit lauter und erdiger Rockmusik einzuheizen.

Kunst und Kitsch, Kaffee und Kuchen

Mehr als 30 Händler und Marktbeschicker haben ihr Kommen angekündigt und werden am Rande des Oldtimertreffens einen landwirtschaftlichen Flohmarkt gestalten. Von der Trecker-Kaffeetasse über das T-Shirt mit Traktorenmotiv bis hin zu Antiquitäten wird das Angebot wieder reichlich sein, versprechen die Veranstalter. Auch Ersatzteile für die alten Maschinen haben die Händler dabei und bestimmt auch das eine oder andere Fahrzeug. Für Kinder sind ein Spielmobil und eine Schminkecke vorbereitet. Ein Kettensägenkünstler hat sich angekündigt und wird grobe Holzscheite lautstark und spänesprühend in Skulpturen verwandeln. Für die Terrakotta-Ausstellung wird sich vor allem die Damenwelt interessieren. Und ganz wichtig: auf der „Fressmeile“ gibt es alles, was Leib und Seele zusammenhält. Hier werden unter anderem frisch in einem alten Backofen zubereitete Weizenpfannkuchen angeboten. „Wie in jedem Jahr ein Familienfest für Groß und Klein“, meint Richard Plöger.

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