Werner Wesemann aus Nienstedt sorgt sich um sein Haus

Wie lange der Baum noch hängt, bestimmt das Wetter

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Die Eiche „schwebt“ seit Oktober halb über dem Grundstück von Werner Wesemann.

Nienstedt - Von Julia Kreykenbohm. Werner Wesemann blickt skeptisch auf die große Eiche. Im vergangenen Oktober habe der Sturm sie entwurzelt, doch weil ihre Krone sich in denen anderer Bäume verfing, fiel sie nicht um, sondern blieb in gewagter Schräglage stehen. Seitdem „schwebt“ sie halb über dem Grundstück, erzählt der 62-Jährige, der sich deswegen Sorgen macht.

„Beim nächsten Sturm fällt der Baum“, ist sich der Nienstedter sicher. Und dann könne dieser auch sein Haus treffen. Seine 90-jährige Mutter, die bei ihm lebt, sei deswegen sehr beunruhigt.

Wesemann möchte, dass der Baum endlich verschwindet. Dieser gehört zu einem kleinen Waldstück, das an Wesemanns Grundstück grenzt und dessen Eigentümer Niels-Geert Binder ist. „Ich habe ihn schon mehrfach darauf angesprochen, doch er sagt immer: Später – ich habe das Gefühl, er nimmt in Kauf, dass der Baum irgendwann umfällt.“ Hinzu komme, dass auch tote Äste in den Kronen hängen, die herunterfallen können. Wesemann wagt aus diesem Grund nicht, seinen Zaun zu reparieren.

Werner Wesemann hofft, dass sich das Baumproblem ohne Anwalt lösen lässt.


Der Nienstedter hat bereits beim Ordnungsamt angerufen. „Aber die sagen, da es um zwei Grundstückseigentümer geht, könnten sie nichts tun. Sie haben mir einen Streitschlichter empfohlen.“ Aber den möchte Wesemann nicht bemühen, denn „wir haben ja keinen Streit.“ Binder sei ein Feuerwehrkamerad von ihm, mit dem er sich bislang immer verstanden habe. Aus diesem Grund hat der 62-Jährige bisher auch auf einen Rechtsanwalt verzichtet. „Aber inzwischen überlege ich, einen einzuschalten, auch wenn es mir leid tut.“

Binder weiß über Wesemanns Situation bescheid. Doch er versichert, dass er Forstinspektor Lars Pump konsultiert habe, der sich die Lage der Bäume vor dem Grundstück genau angeschaut hat. „Er hat mir bestätigt, dass der schräg stehende Baum, wenn er fallen sollte – wovon wir nicht ausgehen – maximal an den Zaun von Herrn Wesemann kommt. Wir haben auch beschlossen, einen Unternehmer zu beauftragen, die Eiche zu beseitigen“, so Binder.

Fällaktion zur Zeit nicht mögliche

Die anderen Bäume hätten noch einen sicheren Stand. „Ich habe dem Förster den Auftrag erteilt, einen Forstunternehmer zu finden, der den schrägen Baum ohne Sachbeschädigung fällen kann, ebenso sollen weitere Bäume im Grenzbereich zu Wesemanns entnommen werden“, erklärt Binder.

Leider sei es zur Zeit witterungsbedingt immer noch nicht möglich, mit geeignetem Gerät, ohne Gefährdung der Forstarbeiter und der Anrainer, diese Fällaktion behutsam auszuführen. „Durch die lang anhaltende Feuchtigkeit, den extremen Niederschlag und die frostfreien Monate war es bis jetzt nicht möglich, alle umgestürzten Bäume zu bergen, denn selbst schweres Gerät versackte im Gelände“, so Binder.

Kein Einzelfall

Diese Problematik ist kein Einzelfall. Überall sind die Böden durch den vielen Regen so aufgeweicht, dass zahlreiche Wege nicht befahren und Arbeiten erledigt werden können. Unter anderem hat auch der Bauhof Bassum damit zu kämpfen (wir berichteten).

„Ich habe Herrn Wesemann die derzeitige Situation am vergangenen Samstag mitgeteilt“, sagt Binder. „Er zeigte mir gegenüber Verständnis.“

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