Untere Wasserbehörde ermittelt

Landwirt zapft Klosterbach an

Bassum - Von Frauke Albrecht. Bei allem Verständnis für die Landwirte, aber die anhaltende Trockenheit darf kein Grund sein, aus Bächen und Flüssen illegal Wasser abzuzapfen, um Felder zu wässern. So geschehen kürzlich im Raum Bassum. Ein Landwirt legte ganz dreist Feuerwehrschläuche von seinem Maisfeld zum Klosterbach und ließ die Pumpe laufen. Der Fall liegt bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Diepholz. „Wir haben den Verantwortlichen angeschrieben und eine weitere Entnahme untersagt“, teilt Fachdienstleiter Dieter Schmidt mit.

Dieses Vergehen kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Der Fachdienstleiter stellt klar: Es ist grundsätzlich verboten, aus einem fließenden Gewässer Wasser zu entnehmen. Die negativen Folgen für Flora und Fauna seien viel zu groß. „Das wissen Landwirte. Das Gros verhält sich auch sauber.“ Landwirte haben die Möglichkeit, einen Antrag auf „Erteilung einer Erlaubnis für die Entnahme von Grundwasser zum Zwecke der Feldberegnung zu stellen“. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um Grundwasser. Dazu muss ein Brunnen gebohrt werden – zum Teil 60 bis 80 Meter tief. Die Genehmigung wird nicht leichtfertig ausgegeben. Landwirte müssen detaillierte Angaben über Bodenart, Fruchtfolge den mittleren Beregungsbedarf und anderes angeben.

Jeder entnommene Kubikmeter kostet Geld. Die Erlaubnis ist zeitlich begrenzt und wird regelmäßig überprüft. „Die Anträge können von unserer Internetseite heruntergeladen werden“, so Schmidt. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage durchaus gestiegen. Allein im Raum Bassum wurden 32 Entnahmen genehmigt, mit maximal 1,9 Millionen Kubikmetern Wasser. Vor allem die Großbauern, die Verträge mit Lebensmittelketten haben und Qualität gewährleisten müssen, kämen ohne Beregnung gar nicht aus.

Die Untere Wasserbehörde überprüft regelmäßig, wieviel Wasser vorhanden ist und wieviel entnommen wird – bedient sich dabei eines rechnerischen Faktors. Die gesammelten Daten werden in ein sogenanntes Wasserbuch eingetragen. „Wir sind weit davon entfernt, von Wassermangel zu sprechen“, so Schmidt. Aber der Landkreis werde sich in den nächsten Jahrzehnten auf Veränderung einstellen müssen, als Folge des Klimawandels.

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