Täter gefilmt

Erwischt: Landwirt kippt Müll in den Wald

Müllberg liegt im Wald.
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Ein Landwirt aus Stuhr wollte sich wohl die Entsorgungsgebühren sparen und hat diesen Müll einfach in den Wald gekippt.

Viele Leute entsorgen ihren Müll illegal in der Natur, viele kommen damit davon. Ein Landwirt aus Stuhr hatte nicht so viel Glück. Ihm wurde eine Wildkamera zum Verhängnis.

Stühren – Warum kippt jemand seinen Müll mitten in die Natur? Was denkt sich einer dabei, der einen Anhänger voll Baumaterialien und Sperrmüll auf eine Wiese am Waldrand abkippt? Sind ihm die Entsorgungskosten zu hoch oder gar der Weg zur Deponie zu weit? In folgendem Fall sollte die illegale Abfallbeseitigung einen Landwirt aus Stuhr teuer zu stehen kommen:

Am Dienstag nach Ostern entdeckte ein Mitarbeiter des Lohnunternehmers und Landwirts Jürgen Kattau eine illegale Müllkippe auf dessen Fläche in Stühren. Am Rande des sogenannten Stührener Bruchs waren vier große Bigbags mit Styropor, Dämm- und Gipsplatten sowie Glaswolle auf einer Wiese abgekippt worden, dazu loses Material und Sperrmüll.

Kennzeichen deutlich zu erkennen

Familie Kattau war über diesen Vorfall äußerst verärgert. Sohn Markus hatte allerdings sofort die Hoffnung, den Übeltäter überführen zu können. „Ich wusste, dass in dem Wäldchen eine Wildkamera hängt, mein erster Gedanke war also: Hoffentlich hat die den Täter da drauf!“, erzählt Markus Kattau. Der junge Mann nahm daraufhin Kontakt zur Jägerschaft auf. Und tatsächlich hatte die Wildkamera einen Trecker mit einem mit Müll voll beladenen Acht-Tonnen-Kipper aufgenommen. Sowohl am Trecker als auch am Anhänger waren die Kennzeichen deutlich zu erkennen. Kattau übergab das Bildmaterial der Polizei und erstattete Anzeige. „Die Polizei hat anhand der Halterabfrage den Fahrzeughalter ermittelt und aufgesucht. Der Täter war geständig“, berichtet Polizeisprecher Thomas Gissing. Illegale Abfallentsorgung werde als Ordnungswidrigkeit gehandelt, so Gissing weiter, darum habe die Polizei den Fall an das Ordnungsamt des Landkreises weitergegeben.

Dumm gelaufen: Eine Wildkamera wie die, die Markus Kattau hier präsentiert, hat den Täter auf frischer Tat ertappt.

Wie hoch die Strafe ausfallen wird, darüber gab es seitens des Landkreises auf Nachfrage noch keine Antwort. „Bei einem laufenden Verfahren dürfen wir keine Auskunft geben“, sagte Mareike Gebenus von der unteren Abfallbehörde des Landkreises. Illegale Abfallablagerungen können nach verschiedenen gesetzlichen Vorschriften mit Geldbußen geahndet werden. Das Bußgeld richte sich nach der Art und der Menge des illegal entsorgten Mülls, so Gebenus. Ebenso könne es bei der Bußgeldverhängung eine Rolle spielen, ob giftige Stoffe unter dem Abfall waren. Zum Tragen käme auch, ob es sich um einen einsichtigen Bürger oder gar einen Wiederholungstäter handele.

Bußgeld bis zu 25 000 Euro

Der niedersächsische Bußgeldkatalog sieht folgenden Rahmen für die illegale Abfallentsorgung vor: Illegal entsorgter Sperrmüll kann 450 bis 1 550 Euro kosten, sollten schadstoffhaltige Bestandteile enthalten sein, kann das Bußgeld bis zu 2 500 Euro betragen. Bauabfall mit verunreinigender schädlicher Art können sogar mit einem Bußgeld von 250 bis 25 000 Euro geahndet werden. Hinzu kommt, dass der Verursacher den Müll wieder entfernen und nachweislich ordnungsgemäß entsorgen muss. Die ursprünglich „eingesparten“ Kosten fallen für ihn also trotzdem an. Bei Bauabfall betragen die Entsorgungskosten 160 Euro je Tonne, so die AWG auf Nachfrage. Viele Abfallarten, wie etwa Sperrmüll oder Elektrogeräte können hingegen kostenlos abgegeben werden.

Markus Kattau ist maßlos wütend über die Tatsache, dass es sich bei dem Übeltäter um einen Berufskollegen handelt. „Wir Landwirte stehen sowieso schon hart in der Kritik. Und dann kommt so einer und kippt vorsätzlich und rücksichtslos seinen Müll in die Natur. Das bringt doch wieder die ganze Landwirtschaft in Misskredit“, ärgert er sich. „Ich bin sauer, dass es in der heutigen Zeit immer noch Idioten gibt, die so etwas machen. Und ich hoffe, dass die Strafe so hoch wird, dass der nie wieder auf die Idee kommt, seinen Müll irgendwo abzukippen.“

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