Verwaltung sucht nach Ursache für jüngsten Brand

Landkreis überprüft GAR

Die Rauchwolke über dem Gelände der GAR war kilometerweit zu sehen. Foto: Privat
+
Die Rauchwolke über dem Gelände der GAR war kilometerweit zu sehen.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Jetzt hat sich auch der Landkreis eingeschaltet. In der Diskussion über die Brände auf dem Gelände der GAR Gesellschaft für Abfall und Recycling in Bassum wird nun die Kreisverwaltung tätig. Laut einer Pressemitteilung des Landkreises prüft sie derzeit, ob der Betreiber die Anlage entsprechend der Genehmigung führt oder ob ein mögliches Abweichen davon Ursache für den jüngsten Brand gewesen ist.

„Die Prüfung bezieht sich hierbei auch insbesondere auf Gesichtspunkte des Baurechtes – wie den vorbeugenden Brandschutz – und des Umweltrechtes, hier insbesondere den Bodenschutz, den Schutz des Grundwassers und das Abfallrecht. Je nach Ergebnis werden die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet“, schreibt der Landkreis.

Die Prüfung schließe die Frage ein, ob die Voraussetzungen für die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens bestehen oder ob möglicherweise ein Anfangsverdacht für eine Straftat bestehen könnte.

Die zuständige Genehmigungsbehörde für die GAR ist das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover. Sie wird vom Landkreis in die Überprüfung eingebunden und über die Ergebnisse informiert. Wann die Ergebnisse vorliegen werden, kann der Landkreis noch nicht sagen.

Der Brandschutzprüfer des Landkreises werde die GAR besuchen und anschließend gemeinsam mit den Feuerwehren den Einsatzplan anpassen, damit die freiwilligen Einsatzkräfte noch schneller und besser auf Brände reagieren können, erklärt Kreisbrandmeister Michael Wessels. „Und es wird wohl immer mal wieder zu Bränden auf Recyclinghöfen kommen“, glaubt Wessels.

Das liege unter anderem daran, dass die Leute Müll in die Tonnen werfen, der dort nicht reingehöre. „Beispielsweise Feuerzeuge oder Flaschen, die noch hochentzündliche Flüssigkeiten enthalten.“ Ingo Arnold, Fachberater Gefahrgut der Kreisfeuerwehr Diepholz, fügt hinzu: „Lithium-Akkus sind ein großes Problem. Wenn sie noch Energie haben, im falschen Müll landen und dann beschädigt werden, fangen sie an zu brennen. Viele Recyclinghöfe haben dieses Problem, zumal die Akkus inzwischen fast überall drin sind. Außerdem sind sie so klein, dass man sie kaum raussortieren kann.“

Doch Wessels und Arnold betonen: Diese Vermutungen sind losgelöst von dem jüngsten Brand bei der GAR, wo die Ursache noch ermittelt wird. Dieser sei seit vielen Jahren der größte auf der Anlage gewesen. 314 Einsatzkräfte waren vor Ort, um zu helfen.

Um die Schadstoffbelastung messen zu können, hatte die Feuerwehr mehrere Messpunkte in Windrichtung der Rauchwolke eingerichtet. 15 Schadstoffe wurden an ihnen kontrolliert. „Nur an einem Punkt haben wir etwas erhöhte Konzentration von zwei Schadstoffen nachgewiesen“, so Arnold.

Dieser habe sich in der Nähe der GAR, etwa 500 Meter entfernt, befunden. Dort hätten sich aber nur die Feuerwehrleute aufgehalten, die alle Atemschutz getragen hätten und somit geschützt gewesen seien. „Für die Bevölkerung hat keine Gefahr bestanden“, sagt Arnold. Erhöht waren Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid.

Allerdings haben sich auch Bürger über den Rußniederschlag besorgt gezeigt. „Die Schadstoffe sind mit dem Ruß verbunden. Wir hatten aber nur ein paar einzelne Flocken, so dass die Konzentration sehr gering und somit vertretbar war. So lange ich diese Rußteilchen nicht dem Körper zuführe, etwa durch Einatmen oder dem Verreiben auf der Haut, besteht keine Gefahr“, erläutert Arnold.

Bürgermeister Christian Porsch zeigt trotzdem Verständnis für die Sorgen der Anwohner. „Ich habe viele Briefe bekommen. Und ein Bürger hat auch erzählt, dass er Rußflocken im Garten hatte. Dort werden wir eine Bodenprobe ziehen. Wer so etwas auch bei sich beobachtet hat, kann sich melden.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

„Ist das noch Relegation oder schon Kreisliga?“ - Netzreaktionen zu Werder gegen Heidenheim

„Ist das noch Relegation oder schon Kreisliga?“ - Netzreaktionen zu Werder gegen Heidenheim

"Cyberpunk 2077", "Doom Eternal" und "Half-Life": Diese Spielekracher erscheinen 2020

"Cyberpunk 2077", "Doom Eternal" und "Half-Life": Diese Spielekracher erscheinen 2020

So fährt sich ein E-Klapprad

So fährt sich ein E-Klapprad

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

Fotostrecke: Werders Wasserschlacht gegen Heidenheim

Meistgelesene Artikel

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

Ein Angebot (fast) wie vor Corona

Ein Angebot (fast) wie vor Corona

Ausbau der Bassumer Straße kommt später

Ausbau der Bassumer Straße kommt später

Polizei im Landkreis Diepholz trägt künftig Kamera -  Aufnahmen als Beweismittel zulässig

Polizei im Landkreis Diepholz trägt künftig Kamera -  Aufnahmen als Beweismittel zulässig

Kommentare