Boom erreicht jüngere Zielgruppe

Die Zukunft gehört den E-Bikes - sie bergen aber auch neue Gefahren

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Die Geschwindigkeit der E-Bikes ist für manchen Radler erstmal eine Überraschung. 

Bassum - Sie sind schnell, ziemlich gefragt – können aber auch zur Gefahr werden: Die Elektrofahrräder erfreuen sich auch in Bassum großer Beliebtheit, wie Fahrradhändler Jan Holdorff bestätigt. „Künftig werden sie den Markt beherrschen.“ Früher habe er die Räder nur an Kunden von 60 Jahren aufwärts verkauft. Heute sind sie auch bei Jüngeren begehrt. „Der Boom begann vor zehn Jahren und hat sich dann immer mehr gesteigert.“

Doch mit den hohen Geschwindigkeiten kommt auch eine gewisse Gefahr. „Die Leute müssen sich darüber bewusst sein, dass sie nicht auf einem normalen Rad fahren“, so Holdorff.

Die Zahl der Unfälle mit Elektrofahrrädern sei gestiegen, erklärt Polizist Wolfgang Rehling, der zugleich Geschäftsführer bei der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz ist. Allerdings müsse man bei der Statistik auch bedenken, dass immer mehr Räder auf den Straßen unterwegs seien.

Die Polizei beobachtet diese Entwicklung – ebenso wie den einen oder anderen Radler, der sein Gefährt unerlaubt frisiert. „Aber wir haben keine Sonderprogramme deswegen aufgelegt“, so Rehling. Die Verkehrswacht und der ADFC bieten Vorträge zu dem Thema an.

Autofahrer unterschätzen Geschwindigkeit der E-Bikes

Friedrich Wilhelm Brand vom ADFC Bassum hält Elektrofahrräder für eine gute Sache: „Sie haben Leute für das Radfahren zurückgewonnen, die ihren Drahtesel schon in die Ecke gestellt hatten. Die Räder ermöglichen es ihnen, sich zu bewegen, an der frischen Luft zu sein und wieder an Radtouren teilzunehmen.“ Er und seine Mitstreiter können zunehmend Pedelec-Fahrer bei ihren Touren begrüßen.

Doch auch Brand sieht die Risiken. „Es gibt drei Faktoren, die zur Gefahr werden können. Zum einen der Radfahrer selbst, der die Geschwindigkeit seines Rades unterschätzt und sich noch unsicher darauf bewegt. Zum anderen die übrigen Verkehrsteilnehmer, wie Autofahrer, die die Geschwindigkeit ebenfalls unterschätzen. Sie glauben, sie haben noch Zeit, bis der Radfahrer heran ist, fahren los – und schon ist es passiert.“ Fußgänger hingegen fühlten sich von den Elektrofahrrädern hin und wieder bedrängt.

Der dritte Faktor sei die Infrastruktur und die Verkehrsführung, die noch nicht für die flotten Zweiräder ausgelegt sei. „Auf manchem Radweg sind kleine Huckel oder Wurzeln, die einem bei geringer Geschwindigkeit nicht so stark auffallen.“ Einige Wege seien auch sehr schmal.

Zweirad in aller Ruhe einfahren

Ein Lösungsansatz für die Situation wäre für Brand einerseits mehr Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern aufeinander. „Jeder muss sich darüber bewusst werden, dass Räder nun schneller unterwegs sein können als früher.“

Andererseits sollten sich Käufer eines Elektro-Rades mit ihrem neuen Besitz gründlich vertraut machen, bevor sie draufsteigen. „Besonders, wenn man zuvor lange nicht Rad gefahren ist“, so Brand. Die Leute sollten ihr Zweirad in aller Ruhe einfahren und es kennenlernen.

Dazu rät auch Wolfgang Rehling. „Es ist außerdem empfehlenswert, als Senior so früh wie möglich umzusteigen.“ Viele würden sich erschrecken, wenn sie das erste Mal auf dem Rad sitzen, da es doch schneller sei als gedacht.

juk

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