Landkreis reagiert

Nach Stau-Chaos: Impfzentrum Bassum hat jetzt Schutz für Wartende

Schutz vor der Witterung bietet der neue Zelttunnel, der am Impfzentrum in Bassum entstanden ist – mit Unterstützung der Feuerwehr: Sie legte den Boden mit Gummimatten aus.
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Schutz vor der Witterung bietet der neue Zelttunnel, der am Impfzentrum in Bassum entstanden ist – mit Unterstützung der Feuerwehr: Sie legte den Boden mit Gummimatten aus.

Stau vor dem Impfzentrum Bassum – das soll sich nicht wiederholen. Für alle Fälle hat der Landkreis vorsorglich einen Wetterschutz für Wartende installiert, einen Zelttunnel. Im organisatorischen Ablauf sind nun Zeitpuffer eingeplant, damit sich bei plötzlichem Andrang die Lage schnell entspannen kann. Das stellt Kreisrat Jens Hermann Kleine klar.

Bassum – Es war eine Situation, wie sie sich niemand wünscht: Eine lange Warteschlange und ein Verkehrschaos vor dem Impfzentrum in Bassum sorgten am Dienstag für Frust. Grund waren zeitraubende neue Aufklärungs- und Anamnese-Bögen.

Impfzentrum Bassum: Termin-Planung wird angepasst, um weniger Wartende zu haben

Der Landkreis Diepholz will dafür sorgen, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt – und hat im Impfzentrum eine Veränderung im organisatorischen Ablauf vorgenommen: „Wir planen jetzt Zeitpuffer ein“, so war von Kreisrat Jens Hermann Kleine zu erfahren. Will heißen: Künftig gibt es Zeitfenster, in denen keine Termine vergeben werden. Diese freien Impf-Abschnitte sorgen bei Unwägbarkeiten und daraus folgendem Andrang dafür, dass Wartende schneller an die Reihe kommen – und sich keine lange Schlange bildet.

Außerdem ist ein Wetterschutz geschaffen worden: Ein Zelt, das quasi einen Schutztunnel bildet. „Dort stellen wir an beiden Seiten Stühle auf“, so Kreisrat Jens Hermann Kleine. Stehtische in der Mitte sollen Menschen außerdem Gelegenheit bieten, Aufklärungs- und Anamnesebögen auszufüllen. Wie viele Wartende finden in dem Zelttunnel Platz? „Mindestens 75 Personen“, antwortet der Kreisrat.

Bassum: Rentner kritisiert Zustände am Impfzentrum scharf

Auf keinen Fall soll sich wiederholen, was ein älterer Herr am Dienstag in der Schlange hatte erleben müssen: „Ich bin schon einmal durchgeweicht.“ Den Termin für seine Impfung habe er ohne Probleme vereinbaren können, berichtet er im Gespräch mit dieser Zeitung: „Ich habe mich abends im Internet in nur fünf Minuten angemeldet. Das ging alles ruckzuck.“

Am Dienstag sollte er um 10 Uhr im Impfzentrum sein. „Meine Frau und ich waren eine halbe Stunde vorher da“, blickt er zurück, „wir haben das Impfzentrum um 12.30 Uhr wieder verlassen“. Die meiste Zeit dieser drei Stunden hatte das Paar in der Warteschlange gestanden. „Zwischendurch war ich schneeweiß“, so der Rentner über die winterliche Witterung, vor der er sich nicht hatte schützen können.

Vorwurf: Mindestabstände werden im Impfzentrum Bassum wiederholt nicht eingehalten

Sprachlos ist er jedoch über das Geschehen im Impfzentrum selbst: „Das würde ich eher als Virenverbreitungszentrum titulieren.“ Denn Mindestabstände seien nicht eingehalten worden, und im langen Korridor habe es zwei Parallelschlangen gegeben – eine für die Zweitimpfung, die schneller lief. Mehrfach sei er gebeten worden, so der Senior, mit seinem Rollator an die Seite zu fahren.

Tipp

Um Zeitverluste im Impfzentrum zu vermeiden, ist es nach Auskunft von Kreisrat Jens Hermann Kleine hilfreich, wenn sich zu Impfende im Internet die Aufklärungs- und Anamnesebögen ausdrucken und sie ausgefüllt zum Impftermin mitbringen. Zu haben sind sie auf den Internetseiten des Landkreises und des Impfzentrums.

Das Arztgespräch habe er „als das Abklopfen von Tatsachen“ empfunden. Nach der Impfung habe er sich in den Wartebereich begeben. „Da sollte ich fünf Minuten warten, aber kontrolliert hat das niemand.“ Auf eigene Faust habe er dann mit seiner Frau das Impfzentrum verlassen – und für sich die Erkenntnis gewonnen: „Da herrschte Chaos.“ Der Rentner ist der Meinung: „Ein solches Impfzentrum ist des Landkreises Diepholz nicht würdig.“

Die Zweitimpfung würde er sich am liebsten bei seinem Hausarzt geben lassen. „Aber wir müssen ja noch mal ins Impfzentrum“, weiß der Mann, der zutiefst auf einen besseren Ablauf hofft.

Chaos am Impfzentrum Bassum: Kreisrat Kleine weist Kritik zurück

Genau den hat eine 81-Jährige aus Sulingen gleich zweimal erlebt: „Es war rundherum gut. Beide Male!“ Sie berichtet, dass alle Menschen ausreichend Abstand gehalten hätten. „Außerdem wurde alles genau geprüft.“ Auf ihre Fragen hätten die Mitarbeiter „nett und höflich“ geantwortet und bereitwillig Auskunft gegeben. Sowohl Erst- als auch Zweitimpfung seien ohne Schwierigkeiten verlaufen, binnen nicht mal einer halben Stunde sei alles abgewickelt gewesen.

Dass der Alltag im Impfzentrum in der Regel ohne große Probleme läuft, zeigt eine Zahl: „Wir haben in der vergangenen Woche jeden Tag 1 000 Menschen geimpft“, sagt Kreisrat Jens Hermann Kleine. Den Vorwurf der möglichen Virenverbreitung, wie sie besagter Rentner erhebt, kann der Kreisrat nicht nachvollziehen: „Alle Menschen dort tragen Masken!“

Außerdem müssten alle vor Betreten des Impfzentrums ihre Hände desinfizieren. Schließlich würde vor Betreten des Impfzentrums, direkt am Empfang, in der Regel bei allen zu Impfenden die Temperatur gemessen – per digitalem Fiebermessgerät.

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