Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr informiert über den 2+1-Ausbau zwischen Bassum und Fesenfeld

Zufahrt zur B51 nur an drei Stellen möglich

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Die Kreuzung B51/L340 wird einer von drei Knotenpunkten

Bassum - Von Frauke Albrecht. Zwischen Bassum und Fahrenhorst ereignen sich die meisten Unfälle mit Schwerverletzten. Deshalb möchte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit dem Ausbau der B51 bei diesem Streckenabschnitt beginnen. 2+1 heißt die Lösung, die zu einer Reduzierung der Unfallzahlen führen soll. Am Mittwochabend informierten Vertreter der Behörde über den derzeitigen Planungsstand.

Das Feuerwehrhaus in Bassum war rappelvoll, als Dietmar Thomsik, stellvertretender Leiter der Behörde, die Pläne an die Wand projizierte. 2+1 bedeutet, dass an verschiedenen Stellen zusätzliche Überholspuren eingerichtet werden. Zwischen Klenkenborstel und Fesenfeld soll es insgesamt vier solcher Überholmöglichkeiten geben – zwei auf der Ostseite (Fahrtrichtung Bremen, hinter Klenkenborstel und nach der L340) und zwei auf der Westseite (Fahrtrichtung Bassum, hinter der Abzweigung Nordwohlder Heide und nach der L340).

Ärgerlich für die Anlieger: Sie dürfen von ihren Grundstücken oder den Wirtschaftswegen künftig nicht mehr auf die B51 fahren. Lediglich an drei noch auszubauenden Knotenpunkten können Verkehrsteilnehmer später auf- beziehungsweise abfahren. Diese sind geplant am Weg nach Stühren, an der Kreuzung zur Landesstraße 340 und an der Abzweigung Nordwohlder Heide.

Alle drei Bereiche werden mit einer Bedarfsampel bestückt, damit Fußgänger die Straße gefahrlos queren können.

Vorgesehen ist außerdem, die L340 an der Kreuzung zur B51 zu versetzen, sodass Verkehrsteilnehmer geradeaus fahren können und nicht wie bisher den Umweg über die B51 (ehemals Sawadie) nehmen müssen.

„Das sieht ja alles aus wie drei Mal das Mackenstedter Kreuz“, meinte eine Anwohnerin beim Blick auf den Plan. An den Knotenpunkten werden auch Linksabbiegespuren eingerichtet.

Die Sperrung der Zufahrten bedeutet auch, dass in die rückwärtige Erschließung investiert werden muss. Das Wegenetz müsse ausgebaut werden. In einigen Fällen reiche eine Ertüchtigung. Noch sind nicht alle Zuwegungen geklärt. In einigen Bereichen gibt es Streit. Das wurde auch am Mittwoch deutlich. Die Anwohner des Nordwohlder Rings und des Stührener Rings fürchten erhebliche Belastung, unter anderem weil der Erdbeerhof Nüstedt nicht mehr direkt angefahren werden könne.

Landwirt Walter Nüstedt nennt die Streichung seiner Zufahrt als existenzbedrohend an. Er wünscht sich eine Anbindung zum nächsten Knotenpunkt parallel zur B51. Thomsik versprach, weitere Gespräche zu führen, um für alle eine einigermaßen erträgliche Lösung zu finden.

Für Radfahrer bleibt der vorhandene Radweg an der Westseite bestehen. Er soll auf 3,50 Meter ausgebaut werden, damit die landwirtschaftlichen Fahrzeuge zu den Knotenpunkten fahren können. In den 2+1-Bereichen wird die Fahrbahn von acht auf zwölf Meter verbreitert. Zahlreiche Bäume müssen weichen. „Es gibt Ersatzanpflanzungen“, so die Planer.

Man wolle so wenig Grunderwerb wie möglich tätigen. Aber in einigen Bereichen seien es bis zu sechs Meter entlang der Straße.

Wiederholt zweifelten die Zuhörer an, dass sich die Unfallzahlen durch den Ausbau reduzieren werden. Einige fürchten eine Zunahme des Verkehrs und noch mehr Lärm. Passiver Lärmschutz, wie neue Fenster oder zusätzliche Dämmung, sei zwar im Gespräch, aber nicht näher erörtert worden. Die Forderung nach einer Maut für Lastwagen wurde laut. „Dieses Thema sollten Sie mit der Politik besprechen“, bat Dietmar Thomsik.

Hintergrund:

Projekt 2+1 zwischen Diepholz und Stuhr: Die Strecke ist 53 Kilometer lang. Die Baumaßnahme soll in Abschnitten erfolgen. Die Strecke Bassum-Fahrenhorst weist den Experten zufolge die höchste Gefährdung auf, hat somit Priorität. Weiteres Vorgehen: Die Landesbehörde hofft, zum Jahreswechsel das Planfeststellungsverfahren beim Landkreis beantragen zu können. Dieses Verfahren dauert mindestens ein Jahr. Sollte es zur Genehmigung kommen und niemand klagen, bereitet die Behörde den Bau vor. Allein die Realisierung des ersten Abschnitts wird auf 6,5 Millionen Euro geschätzt. Baubeginn wäre frühestens 2018.

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