Britta Gansberg schickt Bürgern, Institutionen und Funktionsträgern eine Natur-Botschaft: Leben und Leben lassen

100 Kunst-Postkarten mit Hoffnung auf Aha-Effekt

Auf Postkartengröße schrumpft dieses Banner bei der Aktion von Britta Gansberg. Foto: Anke Seidel

Bassum - Von Anke Seidel. Britta Gansberg ist Künstlerin, aber vielleicht nicht allen Funktionsträgern und Institutionen im Landkreis ein Begriff. Trotzdem kann es sein, dass sie in den nächsten Tagen Post von der Bassumerin bekommen. Denn sie verschickt ganz bewusst eigens entworfene Postkarten, um für den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und für ein besonderes Motto zu werben: Leben und Leben lassen.

Das lebt die Künstlerin mit ihrer Familie im eigenen, rund 500 Quadratmeter großen Garten, auf besondere Weise. Dort sind Mäuse keine Schädlinge, sondern willkommen – und sie tragen Namen: „Meine Töchter haben sie Tilda und Tom genannt“, berichtet sie über zwei zutrauliche Nager. Wie zum Beweis kommt einer hervor und stillt seinen Durst in der Vogeltränke.

Dann berichtet die Bassumerin von einem Grünfinken, der gegen eine Fensterscheibe geflogen ist – und sich nach vorsichtiger menschlicher Betreuung wieder erholt hat: „Der hat sich richtig in meine Hand gekuschelt.“ Im Garten wuchern Sträucher und Bäume, blüht der Fingerhut. „Es muss nicht alles perfekt sein“, sagt die Künstlerin. Wichtig sind ihr die Vielfalt der Pflanzen, Insekten und Vögel, die seit Jahrtausenden eine Lebensgemeinschaft bilden. Fressen und gefressen werden – das gehört dazu.

„There’s no future without nature“ – es gibt keine Zukunft ohne die Natur – ist auf dem T-Shirt der Bassumerin zu lesen, während sie auf dem Rasen ihres Gartens ein Banner mit Vogelmotiven ausbreitet. Zwei davon hat sie entworfen, um an ihrem Haus auf die Schutzbedürftigkeit der Natur mit ihrer Artenvielfalt hinzuweisen. Eines hängt bereits an der Hauswand. Aber das Laub der hohen Bäume beeinträchtigt die Sicht darauf.

„Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, Postkarten drucken zu lassen und sie einfach an Menschen im Landkreis Diepholz zu verschicken“, berichtet Britta Gansberg. 100 Exemplare hat sie anfertigen lassen. Sie sollen – bis auf wenige Ausnahmen – in den verschiedensten Briefkästen landen.

Es sind öffentlich zugängliche Adressen, die sie für ihre Aktion gesammelt hat. Post sollen aber genauso Verantwortungsträger in verschiedenen Kommunen erhalten, um sie für das Thema Naturschutz zu sensibilisieren – oder es noch stärker in den Fokus zu rücken.

Bewusst arbeitet die Künstlerin mit einem fiktiven Dialog, spricht tierische Gartenhelfer an und macht den Leser zum Beobachter. Es ist eine kindliche, naive Sprache, der sich Britta Gansberg bedient: „Liebe Insekten und andere kleine Lebewesen, wir freuen uns sehr, dass Ihr so zahlreich in unserem Garten lebt. Ihr seid fleißige Bestäuber, Aufräumer und auch Futter für die vielen Vögel.“

Genau an die richtet die Künstlerin den zweiten Dialog auf der Karte, die sie als Impuls verstanden wissen will: Vielleicht dafür, einen Nistkasten im eigenen Garten aufzuhängen. „Wer das nicht kann, der macht eben was anderes“, schlägt sie vor. „Das fängt ja schon damit an, keinen Müll in die Landschaft zu werfen.“ Zum Schutz der Natur gibt es keine Alternative, betont Britta Gansberg. „Sonst sägt der Mensch ja an seinem eigenen Ast.“

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