Niklas Beckmann aus Bassum engagiert sich im Fahrgastbeirat Niedersachsen-Bremen und arbeitet an einem Blog mit

Kunden über Verzögerungen informieren

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Um Informationen zügig an die Fahrgäste weiterzugeben, kümmert sich Niklas Beckmann im Bedarfsfall auch um die Anzeigentafel.

Bassum - In drei Monaten sollen die Bauarbeiten am Bahnhof Bassum weitergehen. Dieses Mal ist nicht das Bahnhofsgebäude an der Reihe, sondern der Bahnsteig. Bauherr ist die Deutsche Bahn. „Endlich“, kommentiert Wirtschaftsförderer Heinz Schierloh die Ankündigung, den Bahnhof barrierefrei umzubauen. „Höchste Zeit“, freut sich auch Niklas Beckmann, Bahnhofspate und Mitglied im Fahrgastbeirat im Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen.

Der 17-Jährige kümmert sich um viele kleine Dinge am Bahnhof Bassum, meldet Mängel und Verunreinigungen an die entsprechenden Stellen bei der Bahn mit dem Ziel, dass Reisende den Bahnhof des Ortes als positive Visitenkarte empfinden.

Bei dem derzeitigen Zustand des Bahnsteiges und der Unterführung sei es allerdings schwer, für Sauberkeit zu sorgen. Beckmann ist fast täglich vor Ort und sieht nach dem Rechten. „In der Unterführung steht zur Zeit nicht nur das Wasser. Jugendliche lassen leider auch Knaller steigen“, so der Bahnhofspate. Seit einigen Tagen fehlt einer der Entwerter. „Leider weiß ich derzeit nicht, ob er von offizieller Seite abgebaut worden ist oder von Vandalen.“ Die Informationspolitik der Verkehrsbetriebe sei durchaus verbesserungswürdig so seine Kritik. Doch genau daran arbeitet der 17-Jährige.

Deshalb engagiert er sich im Fahrgastbeirat. Das Gremium arbeitet ehrenamtlich, wird von der VBN GmbH und dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) gemeinsam getragen. Beckmann: „Der Fahrgastbeirat nimmt zu aktuellen Planungen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) Stellung und trägt die Anliegen den Verantwortlichen vor. Neben der beratenden Tätigkeit entfaltet der Beirat auch eigene Aktivitäten. Wir sind Ansprechpartner für alle Fahrgäste.“

Ganz oben auf der Prioritätenliste stünde die Verbesserung der Echtzeitinformation. „Man kann erwarten, dass der Kunde sofort über Verzögerungen, Störungen oder anderes informiert wird“, so Beckmann. Unabhängig vom mobilen Internet, mit Hilfe der Durchsage. „Und das bitte vor der Abfahrt eines Zuges“, so Beckmann. Der Service müsse auch einen Verweis auf die Regionallinien beinhalten.

Er wünscht sich zudem eine bessere Vernetzung der Verkehrsbetriebe.

Um mit den Fahrgästen ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen, aber auch um bei Problemen sofort reagieren zu können, hat Beckmann zusammen mit anderen Mitgliedern einen Blog erstellt. „Wir freuen uns, wenn viele Fahrgäste daran mitwirken.“ Ein bis zwei Stunden täglich investiert er in das Ehrenamt. Nutzer erhalten Informationen zu aktuellen Themen wie Ticketerhöhung, Handyticket, App, Verwunderliches in den Fahrplänen und anderes mehr.

Weiteres Projekt des Fahrgastbeirats: Jedes Verkehrssystem habe eigene Fahrkartenautomaten, deren Bedienung nicht immer einfach sei. „Bassum hat noch Glück, da es eine personenbediente Verkaufsstelle gibt“, so Beckmann. Ziel müsse sein, für alle ein einheitliches System zu entwickeln. · al

regiosbahnbremen.blogspot.de

fahrgaesteimvbn.blogspot.de

Hintergrund: Ausbau Bahnhof

Jahr für Jahr wurde der Ausbau hinausgeschoben. Nun ist der Bassumer Bahnhof endlich an der Reihe, wird barrierefrei.

Eine Pressesprecherin der Bahn bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung: „Es ist geplant, im März/April mit der Modernisierung zu beginnen.“

Im Rahmen des Umbaus werde der Bahnsteig auf 76 Zentimeter erhöht und mit einem Blindenleitsystem ausgestattet, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Weiterhin würden eine moderne Bahnsteigausstattung mit neuen Wind- und Wetterschutzeinrichtungen sowie Sitzplätze und eine bessere Beleuchtung errichtet.

Der Bahnsteig werde auf 420 Meter verlängert, damit auch längere ICE-Züge halten können. Neu wird die Unterführung – die Planer setzen auf Materialien, die leicht zu reinigen sind. Außerdem wird ein Aufzug gebaut.

Bahnhofspate Niklas Beckmann hofft, dass mit der Modernisierung auch die Bahnkunden mehr Wert auf Sauberkeit legen und künftig keine Zigarrettenkippen mehr ins Gleisbett werfen. „Die Erfahrungen an bereits modernisierten Bahnhöfen sind sehr positiv“, hat er festgestellt. „Ich bin sehr optimistisch.“

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