Künstler fertigt Sitzmöbel für Eschenhausen an und braucht Helfer

„Hoffe, dass wir hier heute nicht alleine stehen“

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Andreas Koch-Warnken (l.) erklärt Waltraud Israel, Bürgermeister Christian Porsch (2.v.r.) und Martin Kreienhop die Vorgehensweise. Im Hintergrund ist sein Kollege Wolfgang Stroux zu sehen.

Eschenhausen - Von Frauke Albrecht. Handschuhe, festes Schuhwerk und gute Laune müssen die Anwohner aus Eschenhausen mitbringen, wenn sie heute und morgen etwas für ihren Ort schaffen wollen. An der Streuobstwiese, direkt an der L332, wartet der Künstler Andreas Koch-Warnken aus Nordwohlde ab 11 Uhr auf Freiwillige, die mit ihm zusammen einen Tisch und zwei Bänke aus Eichenholz herstellen möchten.

„Ich hoffe, dass wir hier heute nicht ganz alleine stehen“, äußerte der Künstler gestern Morgen seine Befürchtung, nachdem Waltraud Israel ihm erzählt hatte, dass die Resonanz bei vielen im Ort bisher eher zögerlich ausgefallen sei. „Ich weiß gar nicht, woran das liegt“, ist Israel betrübt und hofft, dass ihre Nachbarn die Scheu noch überwinden werden.

Die ersten Zaungäste konnte Koch-Warnken dann Abend begrüßen. Er hat bereits mehrere solcher Projekte erfolgreich abgeschlossen, viele in Bremen, drei im Raum Bassum. Vor drei Jahren fertigte er Sitzmöbel in Nordwohlde, im vergangenen Jahr arbeitete er mit Bassumern im Stiftspark (wir berichteten). Damals wurde nach getaner Arbeit ein Möbelstück gestohlen. Damit das nicht wieder geschieht, hat der Bauhof dieses Mal Vorsorge getroffen und um den Arbeitsplatz einen Zaun aufgestellt, der später aber wieder entfernt werden soll.

Am Dienstag möchte der Künstler fertig sein. „Werkzeug ist vorhanden. Jeder ist willkommen, zum Mitmachen und zum Zuschauen“, lädt er ein. Der Stamm ist 4,5 Meter lang und hat einen Durchmesser von etwa einem Meter. „Da kann dann später mal eine ganze Gruppe dran Platz nehmen“, freut sich Israel.

Sie ist die eigentliche Initiatorin des Projektes. Als ihr Mann Manfred starb, damals Ortsvorsteher in Eschenhausen, hatte die Familie bei der Beisetzung um Spenden statt um Kränze gebeten. Das Geld sollte für Eschenhausen verwendet werden. „Manfred war es immer ein Anliegen, Bänke aufzustellen“, sagt die Eschenhauserin. Sie setzte sich mit ihren Kindern aufs Rad, um nach geeigneten Standorten zu suchen. „An der Streuobstwiese waren wir uns alle einig: Hier soll es sein“, erinnert sich Israel. Sie nahm Kontakt zur Stadt auf, da es sich um eine städtische Fläche handelt, und zu dem Künstler Andreas Koch-Warnken.

Dennoch dauerte es eine Weile, bis das Projekt realisiert werden konnte. Man wollte warten, bis die Streuobstwiese erweitert worden ist. Kürzlich wurden die 50 Obstbäume gepflanzt. Nun kann es losgehen.

Während der hintere Bereich der Streuobstwiese für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, soll der vordere Bereich nutzbar sein. „Wir haben extra Sorten gepflanzt, die gut schmecken“, lädt Bauamtsleiter Martin Kreienhop ein, dort Obst zu ernten. In Maßen versteht sich. Er war gestern Morgen zusammen mit Bürgermeister Christian Porsch vor Ort, um letzte Details zu besprechen. „Es ist ein schöner Grund sich zu treffen“, freut sich Porsch über das Projekt. In Kürze soll die Wiese noch mit Heckenpflanzen bestückt worden. Der Bauhof soll außerdem noch den Untergrund für das neue Sitzmöbelstück herrichten. Direkt an der Obstwiese führt einer der neuen Wanderwege vorbei, die Apfelroute.

Koch-Warnken und sein Kollege Wolfgang Stroux beginnen heute um 11 Uhr mit der Arbeit – auch bei Regen. Handwerkliche Fähigkeiten sind nicht erforderlich.

Wer Lust hat mitzumachen, Spaß zu haben, mitzuerleben, wie gemeinschaftlich etwas entsteht, sollte sich das Projekt nicht entgehen lassen.

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