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Professionelles Konzept für Bassums Innenstadt gefordert

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Von: Anika Seebacher

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Das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ soll das Bassumer Zentrum aufwerten. Wie das konkret aussehen kann, wird sich nächste Woche im Rat entscheiden.
Das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ soll das Bassumer Zentrum aufwerten. Wie das konkret aussehen kann, entscheidet der Rat © Seebacher

Wiseg-Geschäftsführer Klaus-Dieter Sprenger kritisiert: Für die Bassumer Innenstadt fehlt ein Gesamtkonzept. Er sieht aber Potenzial für „Wohlfühlgefühl“.

Bassum – Um die Fördergelder des Programms „Perspektive Innenstadt“ zu erhalten, muss zeitnah ein erstes Projekt eingereicht werden. Sechs Vorschläge zur Aufwertung der Bassumer City unterbreitete Bürgermeister Christian Porsch im Ausschuss für Stadtentwicklung (wir berichteten). Doch während der Beteiligung am Programm alle zustimmten, gingen die Meinungen zur Ausgestaltung auseinander. Nun äußert sich Klaus-Dieter Sprenger, Geschäftsführer der Bassumer Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft (Wiseg), zu den Überlegungen.

In erster Linie plädiert Sprenger dafür, ein Zukunftskonzept von einer professionellen Firma erarbeiten zu lassen, in enger Kooperation mit den Akteuren vor Ort. „In der Stadt Bassum und auch in der Wiseg fehlen hierzu die fachlichen und persönlichen Möglichkeiten“, so Sprenger. Durch den in Aussicht gestellten Zuschuss seien die aufzubringenden Kosten aus seiner Sicht gerechtfertigt.

Wunsch nach „Kernmarke Bassum“

Ziel des Konzepts solle ein Fahrplan für die Entwicklung in den nächsten fünf bis zehn Jahren sein. „Wir haben kein Gesamtkonzept“, kritisiert der Wiseg-Geschäftsführer. Doch aufgrund der „relativ kleinen und zusammenhängenden Innenstadt“ ergebe sich der große Vorteil, dass sich Alleinstellungsmerkmale zu Fuß erreichen lassen. So hätten etwa die umliegenden Parks das Potenzial für ein „Wohlfühlgefühl“.

„Das müssen wir auch für den Kernbereich schaffen“, fordert Sprenger. „Wir müssten es schaffen, Bassum den Ruf einer lebens- und liebenswerten Stadt zu geben, einer Stadt, wo man sich gerne aufhält, wo man gerne einkauft, wo man gerne spazieren geht, wo man sich von den kulturellen, historischen Gebäuden inspirieren lassen kann, wo Eltern mit Kindern Spielmöglichkeiten vorfinden“, fasst Sprenger zusammen und plädiert für „eine Kernmarke ‚Bassum‘“.

Ähnlich hatte sich Dörte Binder (CDU) in der Ausschusssitzung geäußert und auf den Parkplatz hinter dem Alten Amtshof verwiesen. Dieser Fläche könne man „einen neuen Charakter geben“, indem man dort etwa einen Ninja-Warrior-Park für Kinder und Aufenthaltsbereiche installiere, schlug die Ratsfrau vor. Denn, so Binder, bei dem Programm „Perspektive Innenstadt“ müssten Tourismus, Kultur und Freizeit mit einbezogen werden.

Projektbereich ist definiert

Das Problem allerdings ist, dass für das Programm ein Bereich definiert wurde, in dem die Projekte umgesetzt werden. Dadurch kann die Stadt Bassum nun nur noch eingeschränkt handeln – und zwar im sogenannten zentralen Versorgungsbereich. Dieser umfasst neben der Sulinger Straße nur kurze Abschnitte der Bremer Straße und der Kirchstraße. Der genannte Parkplatz ist lediglich in der Potenzialfläche ausgewiesen.

Kommentar von Anika Seebacher

Das Programm „Perspektive Innenstadt“ bietet Städten eine gute Möglichkeit, ihre Zentren wieder mit Leben zu füllen. Doch die Ausgestaltung scheint gar nicht so leicht. Das hat sich in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung in Bassum gezeigt: Vorschläge gingen für einige in die falsche Richtung, anderen fehlten Ideen. Es gibt Nachholbedarf. Ein Gespräch im Vorfeld hätte solche Diskussionen vielleicht unnötig gemacht. Wer miteinander spricht und Meinungen einholt, kann gemeinsam ein Gesamtkonzept schaffen.

Eine andere Frage ist: Was soll die Innenstadt perspektivisch ausmachen? Die gewünschte „Bummelmeile“ als reine Konsumzone ist längst überholt. Es reicht also nicht, neue Geschäfte nach Bassum zu locken. Es geht vielmehr um einen Ort, an dem man sich gern aufhält, wo man Menschen trifft. Ich möchte in die Stadt gehen und dort verweilen, weil es mir dort gefällt. Dazu braucht es neben geeigneten Aufenthaltsbereichen und einem ansprechenden Äußeren vor allem Lebendigkeit. Die Bürger müssen hinter ihrer Stadt stehen und sich zeigen. Doch das werden sie nur, wenn sie von den Projekten überzeugt sind. Die Innenstadt sollte eine Mischung aus Einkauf, Arbeit, Wohnen und Verweilen bieten. Es wird sicherlich nicht ein einzelnes Projekt sein, sondern viele kleine Einzelteile, die eine Innenstadt mit Anziehungskraft ausmachen. Doch am Ende ergeben diese ein Mosaik, auf das die Stadt und ihre Einwohner stolz sein können und für das Gäste gern nach Bassum kommen.

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