Kirschen und Aprikosen unter Folie

Kristian Wichmann erweitert Plantage in Röllinghausen

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Kristian Wichmann und Britta Schmitz in einem der neuen Folientunnel.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Hof Wichmann in Bramstedt gehört zu den großen Arbeitgebern der Region. 40 feste Mitarbeiter beschäftigt Kristian Wichmann das ganze Jahr über. In der Erntezeit wächst das Personal auf 250 bis 300 Mitarbeiter an. „Mit Verkäufern haben wir gut 1000 Helfer.“ Dennoch werde die Firma oft verkannt. Wichmann: „Wenn die Leute hören, wie viele Mitarbeiter wir beschäftigen, bekommen sie große Augen.“

Was aber noch viel mehr unterschätzt wird, ist die Innovativität des jungen Unternehmers. Der Hof baut nicht nur Obst, Spargel und Kartoffeln an, sondern setzt dabei auf neueste Technik.

Was die wenigsten wissen: Seine Software entwickelt der Obstbauer selbst. Aus der Not heraus, weil es auf dem Markt keine passende Software gab. „Und weil ich Spaß dran habe.“ Wichmann beschäftigt unter dem Firmennamen Wi-Berry allein sechs Entwickler. „Wir haben beispielsweise ein eigenes Kassensystem entwickelt. Wenn Sie am Stand Spargel vorbestellen, dann kann ich das schon im Büro am PC sehen und dafür sorgen, dass die Erntemenge des nächsten Tages erhöht wird.“

Neuartig ist auch die neue Obstbaumanlage, die derzeit auf einem Feld in Röllinghausen entsteht. Wichmann erweitert seine 13 Hektar große Kirschplantage um weitere zehn Hektar. Das Besondere: „Wir wollen diese Anlage ganzjährig mit Folie versehen.“ Davon verspricht er sich einen früheren Erntebeginn – nämlich bereits im Juni.

Frostschutz hat sich bislang bewährt

Bisher wurde die Folie erst kurz vor der Blüte aufgezogen, damit die Bäume in kalten Nächten vor Frost geschützt sind. Nach der Ernte wird die Folie wieder eingerollt. Sollten die Nächte dennoch zu kalt werden, schützt zusätzlich eine Bewässerungsanlage – Wasser setzt Energie frei. Wichmann: „Ein feuchter Boden kann eher Wärme abgeben.“ Bisher hat der Frostschutz gut funktioniert.

Die künftig dauerhafte Überdachung ermöglicht es dem Obstbauern, mit sehr empfindlichen Obstsorten zu experimentieren. Auf zweieinhalb Hektar hat er Aprikosen-Bäume gepflanzt. „Nichts ist so lecker, wie eine reife Aprikose frisch vom Baum. Sie ist herrlich süß. So etwas gibt es in keinem Supermarkt“, schwärmt Obstbauerin Britta Schmitz. Ob das Experiment am Ende glückt, wissen beide nicht. „Wir sind gespannt.“

2012 hat Kristian Wichmann die erste Kirschplantage errichtet, zügig baute er 2013/2014 die zweite Anlage. „Ohne zu wissen, ob es funktioniert.“ Letztes Jahr kam dann die Gewissheit: alles richtig gemacht. Die erste große Ernte erbrachte 80 Tonnen Kirschen.

4000 weitere Bäume werden demnächst gepflanzt

Nun wird die Fläche erweitert. Während auf dem einen Feld bereits die Folie gezogen wird, müssen auf der gegenüberliegenden Fläche noch 4000 Bäume gepflanzt werden. „Das passiert nächste Woche“, so Wichmann.

In den vergangenen Jahren hat der Bramstedter ordentlich investiert. „Rechnen Sie mal 100.000 Euro pro Hektar.“ Ans Aufhören denkt er lange nicht.

Übrigens bildet Wichmann auch aus. Neu: Gärtner mit Fachrichtung Obstbau. „Wir freuen uns auf die Bewerber“, so Wichmann. Ebenso bildet der Unternehmer junge Leute im kaufmännischen Bereich aus. „Insgesamt haben wir Kapazitäten für vier bis fünf Auszubildende.“

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