Krippe ins Feuerwehrhaus

Ausschüsse beraten über ersten Abschnitt des Feuerwehrbedarfsplans

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Die Pläne liegen vor, am Dienstag wird’s ernst. Denn dann geben gleich zwei Ausschüsse – nämlich der für öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie der für Soziales und Familie – in einer Sitzung eine Empfehlung darüber ab, ob die erste Etappe des Feuerwehrbedarfsplans so umgesetzt wird, wie die Bassumer Verwaltung es sich vorstellt.

In dieser Etappe bedacht werden die Häuser der Wehren aus Bramstedt, Wedehorn und Dimhausen, wobei das „Schicksal“ der erstgenannten miteinander verknüpft ist. Eines haben alle gemeinsam: Sie brauchen mehr Platz für die neuen und damit auch größeren Fahrzeuge, die sie bekommen sollen, um auch weiterhin im Notfall ihren Mitmenschen so schnell und so gut wie möglich helfen zu können.

Und so sieht der Fahrplan aus: die Feuerwehr Bramstedt zieht aus ihrem alten Gebäude aus und bekommt 2020/21 einen Neubau nach dem Vorbild des Hauses in Apelstedt. Wo der hin soll, möchte der Erste Stadtrat Norbert Lyko noch nicht in der Zeitung lesen, da man derzeit noch in Verhandlungen stehe. Zudem müsse der Flächennutzungsplan geändert werden. In diesem Neubau soll unter anderem auch ein Mannschaftstransportwagen Platz finden, der speziell für die Jugendfeuerwehr angeschafft wird, um die Ausbildung der neuen Generation zu fördern. Die bisher hochgerechneten Kosten liegen bei 700 000 Euro plus Herstellung der Außenflächen und die Kosten für den Erwerb des Grundstücks.

Was passiert mit dem alten Feuerwehrhaus? Dort könnte die neue Krippengruppe einziehen, die für Bramstedt benötigt wird. Für diese gibt das Land einen Zuschuss von 180 000 Euro – allerdings müssen die Mittel bis Mitte 2022 abgerufen werden. Das Haus bietet sogar Platz für einen Bewegungsraum. Ein Vorteil wäre laut Sitzungsvorlage, dass die Kindergartenkinder diesen nutzen könnten, ohne sich anzuziehen. „So entsteht ein richtiger, kleiner Campus für Grundschüler, Kita- und Krippenkinder“, meint Lyko. Die Kosten lägen insgesamt bei 504 000 Euro.

Doch was hat nun Wedehorn mit den Vorgängen in Bramstedt zu tun? Die Bramstedter bekommen ein neues Löschgruppenfahrzeug für das bisherige Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser. Doch weil Letzteres noch nicht so alt es, kriegen es die Wedehorner, deren Tragkraftspritzenfahrzeug wiederum ausgemustert wird. Das neue Löschgruppenfahrzeug ist übrigens ein weiterer Grund, warum Eile geboten ist, denn dieses kommt Mitte 2019 zu den Bramstedtern.

Da das Bramstedter Tragkraftspritzenfahrzeug jedoch nicht in das Feuerwehrhaus der Wedehorner passt, muss dieses vergrößert werden, und zwar noch in diesem Jahr. Zudem sollen Umkleideräume erweitert und der Toilettenbereich verbessert werden. Geschätzte Kosten rund 242  000 Euro.

Ähnlich verhält es sich in Dimhausen, wo auch ein Anbau her muss, unter anderem für das Tanklöschfahrzeug 4000, das für schwere Brände wichtig ist. „Ein Beispiel wäre ein Feuer in der Palettenfabrik, bei dem die Dimhauser die Bassumer Wehr unterstützen könnten.“ Die Kosten für den Bau belaufen sich auf etwa 445 000, die Mittel für die Planung auf 25 000 Euro, Baubeginn 2021.

Ein Problem, das beim Anbau an beiden Gebäuden entstehen könnte: der Bestandsschutz. Die Häuser wurden in einer Zeit gebaut, in der noch andere Bauvorschriften herrschten. Werden sie nun „wesentlich“ verändert, entfällt dieser und die Gebäude müssen im noch größeren Umfang umgebaut werden, zum Beispiel geschlechtergetrennte Duschen bekommen. Das kann teuer werden.

Doch da kommt die Feuerwehrunfallkasse der Verwaltung entgegen. Sie lässt sich darauf ein, diese Umbauten schrittweise zu machen. „Allerdings werden wir die Duschen in jedem Fall einbauen, selbst wenn der Bestandschutz bestehen bleibt“, sagt Lyko. Dieses Zugeständnis möchte die Verwaltung den Notfhelfern machen, die jedes Mal freiwillig und unentgeltlich parat stehen, wenn es – im wahrsten Sinne des Wortes – brennt.

Rubriklistenbild: © dpa

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