Kriminal-Präventionsbeauftragter Michael Wessels berät Hausbesitzer individuell

Sicher wohnen – aber wie?

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Michael Wessels kontrolliert einen Fenstergriff: Hält er Einbrechern Stand?

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist ein unangenehmes Gefühl, das Haus- und Wohnungsbesitzer bei dieser Nachricht beschleicht: Sage und schreibe 116 Einbrüche musste die Bremer Polizei über die Weihnachtsfeiertage verzeichnen – binnen nur sechs Tagen. Im Vorjahr waren es 85 gewesen. Auch im Landkreis Diepholz werden Menschen immer wieder Opfer von Einbrechern. Der Wunsch nach Sicherheit, nach Prävention, ist deshalb groß. Genau den erfüllt Michael Wessels als Kriminal-Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Diepholz.

Er referiert auf Wunsch nicht nur in Verbänden und Vereinen über Einbruchsschutz, sondern berät auch Haus- und Wohnungsbesitzer ganz individuell. Wie verläuft so eine Beratung vor Ort?

Mit einem ganzen Packen Informationsmaterial steht der Kriminal-Präventionsbeauftragte pünktlich zum vereinbarten Termin vor der Tür. Schon bei der Begrüßung wirft er einen professionellen Blick auf die Haustür – und erläutert seinem Klienten zunächst in einem ausführlichen Gespräch, worauf es beim Einbruchsschutz ankommt: Auf wenige Minuten!

„Es geht darum, den Einbrecher zum Aufgeben zu zwingen“, erklärt Wessels. Denn die Erfahrung zeigt: Hat es ein Einbrecher nach fünf Minuten nicht geschafft, Fenster oder Tür aufzubrechen, gibt er in der Regel auf.

Genau das können die richtigen Sicherungen an Fenstern und Türen bewirken. Eines stellt sich im Gespräch schnell heraus: Billig ist der Einbau von technischen Sicherheitsmaßnahmen nicht. „Nachträgliche Investitionen an bestehenden Türen und Fenstern zum Einbruchsschutz sind erheblich teurer“, sagt Michael Wessels. Deshalb würde er sich wünschen, dass Sicherheitsstandards gleich in den Bau eines neuen Hauses oder einer Wohnung integriert werden – wie zum Beispiel eine einbruchshemmende Verglasung oder abschließbare Fenstergriffe.

Türen lassen sich durch Schlösser mit speziellen Zylindern, Schutzbeschlägen und Schließblechen sichern. Qualitätssiegel und spezielle Sicherheitsklassen geben Haus- und Wohnungsbesitzern dabei Orientierung. Wer in mehr Sicherheit für die eigenen vier Wände investieren will, bekommt Kredite und Zuschüsse bei der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Bis zu 6250 Euro können Interessierte pro Wohneinheit erhalten, wenn sie Barrierereduzierung und Einbruchsschutz kombinieren. Bis zu 1500 Euro zahlt die KfW allen, die in Haus oder Wohnung ausschließlich Einbruchsschutz installieren wollen.

Wer sich teure Investitionen nicht leisten kann, sucht in der Regel in Baumärkten nach Antworten. Aber der Experte mahnt zur Vorsicht: „Video-Überwachung oder Alarmanlagen sind eine adäquate Ergänzung zum mechanischen Einbruchsschutz und können im Grundsatz niemals ein Alleinstellungsmerkmal sein. Diese Systeme verhindern erstmal per se nicht das Eindringen eines Täters in die Objekte.“ Wer eine Alarmanlage installiere, sollte sie unbedingt bei einem Sicherheitsunternehmen aufschalten lassen.

Viel können Haus- und Wohnungsbesitzer aber auch durch ihr eigenes Verhalten bewirken – im Garten zum Beispiel: „Es sollte nicht alles akribisch aufgeräumt sein, sondern bewohnt aussehen“, rät der Kriminal-Präventionsbeauftragte dazu, eine „lebendige“ Atmosphäre in Haus und Garten zu schaffen. Wer nicht sicher ist, während seiner Abwesenheit ungebetenen Besuch in seinem Garten zu haben, der kann eine Wildkamera installieren: „Die macht bei Bewegung Fotos“, erklärt Wessels das Prinzip.

Ebenso wichtig: Licht im Haus. Das lässt sich durch Zeitschaltuhren steuern. Energieversorger bieten mittlerweile sogar eine individuelle Schaltung über eine App auf dem Handy an.

Und dann gibt es noch vierbeinige „Wächter“: Hunde können ungebetene Besucher wirksam vertreiben. Schließlich sind auch wachsame Nachbarn Gold wert. Wenn sie verdächtige Passanten oder Autos bemerken, sollten sie ihrem Gefühl trauen und umgehend die Polizei anrufen. „Aber sich nicht selbst in Gefahr begeben“, sagt Wessels.

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