Vorsitzender Wolfgang Griese scheidet nach 15 Jahren aus dem Amt

Kreistag spendet zum Finale stehend Beifall

Kreistagsvorsitzender Dr. Dr. Wolfgang Griese (CDU) verabschiedet sich nach 15 Jahren aus diesem Amt – und erinnert an weitreichende Beschlüsse. - Foto: Seidel

Neubruchhausen - Von Anke Seidel. Stehend spendeten die Kreistagsabgeordneten ihrem Vorsitzenden Beifall: Nach 15 Jahren in dieser Funktion hat sich Dr. Dr. Wolfgang Griese (CDU) gestern im Neubruchhauser Hotel „Zur Post“ aus diesem Amt verabschiedet. Langjährige Weggefährten klopften dem 75-Jährigen anerkennend auf die Schulter. Griese hatte für den neuen Kreistag nicht wieder kandidiert.

Moderiert hatte er die Sitzungen des Kreisparlamentes mit einer unverwechselbaren Handschrift: Strukturiert, eloquent, sachlich – und zeitbewusst. So brauchte er auch gestern nur eine Stunde, um die 19 Punkte umfassende Tagesordnung abzuwickeln – inklusive seiner ganz persönlichen Rückschau auf Beschlüsse mit fundamentaler Bedeutung für die Lebenswelt im Landkreis Diepholz. Genau davon hatte es in der vergangenen Legislaturperiode viele gegeben, stellte Griese fest – und erinnerte beispielsweise an das Schwerpunktkonzept der Berufsschulen oder an das Thema Krankenhäuser. Griese erinnerte sich auch an Demonstrationen und Proteste. Aber es sei stets gelungen, die Emotionen so abzubauen, „dass ein geordneter Verlauf der Kreistagssitzung nie gefährdet war“.

Vor allem aber lobte Griese die Zusammenarbeit zwischen der ehrenamtlichen Politik und der hauptamtlichen Verwaltung: „Der Landkreis Diepholz könnte für viele andere ein Modell sein.“ Denn das Miteinander sei stets von der Suche nach Konsens und Kompromissen geprägt gewesen.

In der letzten inhaltlichen Abstimmung unter Grieses Ägide ging es um einen Versorgungsauftrag, der eine ähnlich elementare Bedeutung für die Lebenswelt Landkreis Diepholz hat wie Strom, Gas oder Wasser: Die Versorgung der Bürger und der Unternehmen mit schnellem Internet per Breitbandausbau. Einstimmig stellte sich der Kreistag hinter dieses insgesamt 60 Millionen Euro „schwere“ Versorgungspaket, das der Landkreis und seine Kommunen so schnell wie möglich auf den Weg bringen wollen. Landrat Cord Bockhop hatte zuvor von einem „großen Startschuss“ gesprochen, denn auch in der Zukunft müsse – angesichts der großen technischen Dynamik in diesem Bereich – sicherlich noch investiert werden. Aktueller, vom Kreistag beschlossener Konsens: Der Landkreis baut ein passives NGA-Breitbandnetz (Next Generation Network) als FTTC-Betreibermodell (Glasfaser-Netzarchitektur) aus und verpachtet es an einen privaten Betreiber. Grünes Licht gab es ebenso für den Bau des sogenannten Backbone-Rings, also den Hauptstrang um den Landkreis, sowie die Anbinde-Trassen für die Kommunen. Welcher Betreiber im Landkreis Diepholz den Zuschlag bekommt, das soll im Rahmen eines Wettbewerbs-Verfahrens ermittelt werden. Genau das soll von einem erfahrenen Beratungsunternehmen begleitet werden.

Planung, Bau und Verpachtung des passiven NGA-Netzes soll ein Zweckverband übernehmen.

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